Sonntag, 26. Mai 2013


Cholesterinsenker auch gegen Arthrose?
(Foto: geralt/pixabay.com)

Wer wegen zu hoher Blutfette Cholesterin senkende Medikamente einnimmt, wirkt möglicherweise auch einer Arthrose entgegen.


Arthrose kann in Zukunft möglicherweise vorgebeugt oder zum Stillstand gebracht werden. Der flämische Orthopäde Stefan Clockaerts vom Erasmus Medisch Centrum in Rotterdam hat vielversprechende Hinweise gefunden, dass cholesterinsenkende Wirkstoffe wie Statine und Fibrate auch bei Arthrose helfen können.

Clockaerts forschte drei Jahre am Erasmus Medisch Centrum und nutzte unter anderem medizinische Daten der ERGO-Studie, die schon seit 1990 in Rotterdam läuft.
Arthrose, auch als Gelenkverschleiß bezeichnet, ist eine weit verbreitete Gelenkerkrankung, die durch Schädigung des Gelenkknorpels charakterisiert wird. Bei Arthrose entstehen Schäden tatsächlich durch Verschleiß, aber auch durch Entzündungen, die den Gelenkknorpel schädigen.

Entzündungsprozesse durch Fettgewebe

Die Entdeckung von Clockaerts begann mit dem Beweis, dass Fettgewebe im Kniegelenk solche Entzündungsprozesse fördert. Sogenanntes Kniefett scheidet Entzündungsstoffe aus, die den Gelenkknorpel beeinflussen. Bildet sich Kniefett in der Nähe einer bestehenden Entzündung, werden noch mehr entzündungsfördernde Stoffe ausgeschüttet.

Clockaerts testete darum anhand von Gewebeuntersuchungen, ob Lipidsenker wie Statine oder Fibrate zur Reduzierung der Blutfette, die vermehrte Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen durch das Kniefett verhindern. Diese Vermutung bestätigte sich. Weiterhin wurde untersucht, welche Wirkung Fibrate auf das Knorpelgewebe und den Schleimbeutel des Gelenks haben. Eine positive Wirkung war das Ergebnis.
Danach untersuchte Clockaerts anhand von Daten aus der ERGO-Studie, ob Arthrose bei Patienten, die wegen eines zu hohen Cholesterinspiegels mit Statinen behandelt werden, seltener auftritt. Auch das traf zu.

Positive Nebenwirkungen

Clockaerts kommt zu dem Schluss, dass man davon ausgehen kann, dass Statine und Fibrate möglicherweise eine positive Nebenwirkung haben und Arthrose vorbeugen oder stoppen können. »Bevor diese Mittel in der Praxis bei Arthrosepatienten angewendet werden können, ist eine sorgfältige doppelblinde klinische Studie notwendig, bei der die eine Hälfte der Patienten ein Placebo erhält und die andere Hälfte Statine«, erklärt Clockaerts. »Danach werden wir sehen, ob sich die jetzigen Vermutungen wirklich bestätigen.«

Quelle: S Clockaerts, G J V M Van Osch, Y M Bastiaansen-Jenniskens, et al. Statin use is associated with reduced incidence and progression of knee osteoarthritis in the Rotterdam study. Ann Rheum Dis 2012;71:642–647. doi: 10.1136/annrheumdis-2011-200092

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