Sonntag, 5. Mai 2013

Blutwerte verstehen - was Ihr Blut dem Arzt verrät


Blutwerte als Grundlage der Diagnose
(Foto: PublicDomainPictures/pixabay.com)

Wer gesundheitliche Beschwerden hat und deshalb seinen Hausarzt konsultiert, wird oft zur Blutabnahme geschickt. Anhand der Zusammensetzung des Blutes kann der Arzt schon einiges über den Gesundheitszustand seines Patienten erfahren. Sowohl bei Routineuntersuchungen als auch bei nicht eindeutigen Befunden trägt ein Blutbild zur Aufklärung der Krankheitsursachen bei.


Bestimmung der Blutwerte

In der Regel wird das Blut aus einer Vene in der Armbeuge entnommen. Für ein Blutbild entnimmt der Arzt meist mehrere Milliliter Blut.
Für manche Diagnosen reicht aber auch ein Tropfen Kapillarblut aus einer Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen. Die Blutentnahme am Finger kennen vor allem Diabetiker, denn ein Tropfen Blut reicht aus, um den Blutzuckerwert mit Hilfe eines Blutzuckermessgerätes zu bestimmen.
Um den Sauerstoffgehalt im Blut festzustellen, muss Blut aus einer Arterie entnommen werden. Arterielles Blut wird meist aus dem Handgelenk abgenommen. Die Blutproben werden durch spezielle Zusätze länger haltbar gemacht und auch die Gerinnung für die weiteren Untersuchungen verhindert.

Im Labor wird das Blut in seine flüssigen (Blutplasma) und festen Bestandteile (rote und weiße Blutkörperchen und Blutplättchen) zerlegt. Anschließend werden die vom Arzt benötigten Untersuchungen durchgeführt. Häufig bestimmte Werte sind die Höhe des Blutzuckers, der Blutfette (HDL, LDL, Triglyceride), Enzyme, Hormone, Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium Magnesium und Eisen und spezielle Antikörper. Werte, die außerhalb der Normbereiche liegen, können Hinweise auf Krankheiten oder mangelhafte Ernährung geben.

Die Blutsenkungsgeschwindigkeit und die Konzentration bestimmter Enzyme weisenbeispielsweise auf einen Entzündungsprozess im Körper hin. Der Nachweis spezieller Antikörper signalisiert dem Arzt eine vorhandene Infektion, denn diese Abwehrstoffe werden als Reaktion auf eingedrungene Krankheitserreger vom Körper gebildet.
Bei einer geschädigten Leber sind Werte wie Transaminasen, Cholinesterasen oder auch das Bilirubin verändert. Eisenmangel kann entstehen bei starkem Blutverlust. Frauen sind durch die Menstruation häufiger von Eisenmangel betroffen. Aber auch der komplette Verzicht auf Fleisch und Fisch in der Ernährung erhöht das Risiko auf Eisenmangel.

Veränderungen im Blutbild helfen bei der Diagnose

Eine veränderte Zusammensetzung der Blutbestandteile ist also für den Mediziner ein essenzielles Hilfsmittel, um Erkrankungen festzustellen oder auch auszuschließen. Deshalb wird der Arzt in vielen Fällen eine Blutuntersuchung anordnen. Diese einfache und weitgehend schmerzfreie Untersuchung bietet dem Arzt die Möglichkeit, sich ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand seines Patienten zu machen. Blutwerte unterliegen allerdings Schwankungen, die durch Alter, Geschlecht, Ernährung, Medikamenteneinnahme und auch Tageszeit beeinflusst werden. Deshalb sollte die Bewertung des Blutbildes ausschließlich durch einen Arzt erfolgen. Nur er kann die gemessenen Werte richtig einordnen und sicher krankhafte Veränderungen diagnostizieren. Genaueres finden Sie im Laborwerte-Lexikon bei www.lifeline.de.