Samstag, 4. Mai 2013

Feigwarzen

Warzen sind harmlos, aber lästig und selten schön anzusehen. Doch bei den Feigwarzen (Condylomata acuminata), auch spitze Kondylome, Condylome oder Genitalwarzen genannt, können zusätzlich gesundheitliche Probleme auftauchen. Deshalb sollten Feigwarzen möglichst schnell behandelt werden.

Ursachen und Symptome
Feigwarzen sind neben Chlamydien und Herpes genitalis die häufigste sexuell übertragbare Krankheit. Der häufigste Ansteckungsweg: ungeschützte, sexuelle Kontakte (vaginal, anal, oral) mit häufig wechselnden Partnern, selten durch verschmutzte Gegenstände (Handtuch, Sexspielzeug). Hierbei kommt es zu einer Infektion mit humanen Papilloma-Viren (HPV). Besonders gefährdet sind junge Menschen zwischen 20 und 25 Jahren. Die Anzahl der Betroffenen ist in den letzten 20 Jahren stark angestiegen. Nicht jeder, der sich mit HPV ansteckt, entwickelt Feigwarzen. Bei zehn Prozent der 20- bis 25-Jährigen findet sich das Virus im Genital- und Analbereich ohne erkennbare Viruswarzen (latente Erkrankung). Zur Vorbeugung von Feigwarzen benutzt man am besten ein Kondom beim Sex.

Damit Feigwarzen entstehen, sind weitere Voraussetzungen notwendig. Feuchtigkeit, kleine Hautverletzungen, bestehende Entzündungen, chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus und ein geschwächtes Abwehrsystem bieten den Warzen die richtige Grundlage. Wichtige Faktoren für eine Ausbreitung sind ebenso Rauchen, Drogen und Medikamente, die die Immunabwehr unterdrücken. Das schwächt die Abwehrkräfte gegen die HPV-Viren. Die meisten HPV-Viren sind harmlos, aber es gibt einige Typen, die zu Krebs führen können.

Feigwarzen zeigen sich erst nach Wochen
Meist bleibt die HPV-Infektion unbemerkt und ohne Beschwerden. Feigwarzen entstehen frühestens zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung. Es kann sogar mehrere Monate dauern. Feigwarzen sind kleine, stecknadelkopfgroße bis mehrere Zentimeter große, gutartige Gewebswucherungen. Die Farbe ist rötlich, graubräunlich oder weißlich. Die Warzen neigen zur Beetbildung, das heißt, sie wachsen zu großen Rosenkohl-ähnlichen Gebilden zusammen. Sie finden sich bei Männern überwiegend am Penisschaft, auf der Vorhaut, am After, an der Harnröhrenmündung und im Enddarm. Bei Frauen meistens an den Schamlippen und am Gebärmutterhals, seltener in der Scheide oder der Harnröhrenmündung. Durch Oralsex können sich auch Feigwarzen auf der Mundschleimhaut bilden. Die Haut um die Feigwarzen kann kleine Risse (Fissuren) bilden, die etwas bluten. Selten jucken oder brennen Feigwarzen. Die Warzen können so flach sein, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind.

Diagnose und Therapie
Die Diagnose stellt der Arzt anhand des typischen Erscheinungsbildes. Bei kaum sichtbaren Warzen tupft er verdünnte Essigsäure auf die betroffenen Hautstellen und die Feigwarzen zeigen sich dann als weiße Felder.
Genitalwarzen sind über lange Zeit ansteckend. Die Therapie muss sorgfältig und konsequent durchgeführt werden, um ein erneutes Auftreten zu vermeiden. Die Therapiewahl richtete sich nach Größe und Lage der Warzen und der Abwehrstärke (Immunstatus) des Betroffenen. Meist werden die Warzen mit Cremes oder Lösungen behandelt. Diese Warzenmittel können zu Hause angewendet werden. Oder der Arzt entfernt die Feigwarzen chirurgisch unter örtlicher Betäubung. Leider treten Feigwarzen in vielen Fällen immer wieder auf. Frauen sollten sich nach der Behandlung regelmäßig auf Gebärmutterhalskrebs testen lassen, denn die HPV-Viren erhöhen das Risiko auf unkontrolliertes Wachstum der Schleimhautzellen.

Quelle: Dr. med. Erik Senger, Feigwarzen (Condylomata acuminata), www.netdoktor.de, Stand 20.01.2013

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