Sonntag, 26. Mai 2013


IVF-Behandlung erhöht bei Kindern das Asthma-Risiko
(Foto: McStone/pixabay.com)

Kinder, die nach einer Fruchtbarkeitsbehandlung geboren werden, haben ein höheres Risiko für Asthma als Kinder, die natürlich gezeugt wurden.


Das beweist eine Untersuchung, die im Fachblatt »Human Reproduction« erschienen ist. Aus Forschungen der britischen Universitäten in Oxford und Essex geht hervor, dass bei fünfjährigen Kindern häufiger Asthma vorkommt, wenn ihre Eltern wegen verminderter Fruchtbarkeit behandelt wurden. Dabei geht es nicht nur um Eltern, die mithilfe von IVF (in vitro Fertilisation) oder einer ähnlichen Technik schwanger wurden, sondern auch um Eltern, bei denen es mehr als ein Jahr bis zur Befruchtung dauerte. Diese Kinder hatten ein um 39 Prozent höheres Risiko für Asthma, ein um 27 Prozent höheres Risiko für eine pfeifende Atmung und ein fast doppelt so hohes Risiko für eine Behandlung mit Asthma-Medikamenten.

Unterschied nicht dramatisch

Laut den Wissenschaftlern bedeutet das nicht, dass die Eltern dieser Kinder sich sofort Sorgen machen müssen. »Obwohl das Risiko höher ist, muss man allerdings realisieren, dass der Unterschied in absoluten Zahlen klein ist«, erklärt Wissenschaftlerin Dr. Claire Carson. »In unserer Studie hatten 15 Prozent der untersuchten Kinder im Alter von fünf Jahren Asthma. Bei IVF-Kindern waren es 24 Prozent. Diese letzte Zahl unterscheidet sich jedoch nicht sehr vom landesweiten Durchschnitt in Großbritannien. Jedes fünfte britische Kind erkrankt nämlich an Asthma. Kindliches Asthma ist eine weit verbreitete Erkrankung in Großbritannien und die Häufigkeit ist höher als in anderen europäischen Ländern.«

Weitere Studien notwendig

Dabei betonen die Wissenschaftler, dass unklar ist, ob überhaupt ein ursächlicher Zusammenhang besteht. An den Untersuchungen haben nur 100 IVF-Kinder teilgenommen. Nachfolgende Studien sind also notwendig und übermäßige Besorgnis noch unbegründet, so Carson. »Für die meisten Kinder ist Asthma eine Erkrankung, die sie gut unter Kontrolle halten können und ihr Leben wenig beeinträchtigt.«

Die Ergebnisse basieren auf der »UK Millennium Cohort Study«. Die Studie untersucht 18.818 Kindern in Großbritannien, die zwischen 2000 und 2002 geboren wurden. Es ist eine der wenigen großangelegten Beobachtungsstudien, bei der Daten über Verhütung, Asthma-Diagnose und weitere störende Schlüsselfaktoren erhoben wurden. Die neuen Ergebnisse sind Datenanalysen von Befragungen der Eltern als die Kinder fünf und sieben Jahre alt waren. Die Kinder sollen in den kommenden Jahren weiter begleitet werden, um zu sehen, ob die Ergebnisse auch noch im Alter von 11 Jahren gelten.

Quelle: C. Carson, A. Sacker, Y. Kelly, M. Redshaw, J.J. Kurinczuk and M.A. Quigley: Asthma in children born after infertility treatment: findings from the UK Millennium Cohort Study. Hum. Reprod. (2012) doi: 10.1093/humrep/des398

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