Samstag, 25. Mai 2013


Bewegung und Melatonin
schützen vor Demenzerkrankungen
(Foto: harry22/pixabay.com)

Tägliche Bewegung und die Einnahme von Melatonin verzögern bei Mäusen eine Verschlechterung der Alzheimerdemenz. Kombiniert man beide Methoden, ist der Effekt sogar größer als bei der Anwendung nur einer Methode.

Zu diesem Ergebnis kam eine Studie eines biomedizinischen Forschungsinstituts in Barcelona in Zusammenarbeit mit der Universität von Granada und der Universität von Barcelona bei Forschungen an Nagetieren.

Gehirnzellen werden geschützt

Sowohl Bewegung als auch Melatonin beeinflussen den Schlaf-Wach-Rhythmus. Melatonin ist ein natürliches Hormon, das unseren Tag-Nacht-Rhythmus steuert. Trifft Licht auf die Netzhaut des Auges, wird die Melatoninproduktion gehemmt. Bei Dunkelheit wird entsprechend mehr Melatonin ausgeschüttet und wir werden müde.
In der spanischen Studie mit Nagetieren, die drei verschiedene Genmutationen für Alzheimer hatten, verstärkte eine Kombination von Bewegung und Melatonin den Schutzeffekt für das Gehirn der Tiere. Die Mäuse mit einer beginnenden Alzheimererkrankung zeigten Lernschwierigkeiten und Wesensänderungen wie Angst und fehlende Emotionen.

Alterungsprozess verzögern durch Melatonin?

»Wir wissen schon seit Jahren, dass eine Kombination verschiedener Anti-Aging-Therapien wie Bewegung, mediterrane Ernährung und Nikotinverzicht das Leben verlängern«, berichtet der Wissenschaftler Coral Sanfeliu. »Nun scheint das Schlafhormon Melatonin auch einen wichtigen Anti-Aging-Effekt zu haben.«

Für die Studie wurden vier Gruppen Mäuse sechs Monate lang unterschiedlich behandelt. Eine Gruppe durfte sich bewegen, eine Gruppe erhielt Melatonin, die dritte Gruppe bekam die Kombinationsbehandlung aus Bewegung und Melatonin und die vierte Kontrollgruppe blieb unbehandelt. Bei den ersten drei Gruppen der Nagetiere konnten die Forscher eine Verbesserung im Hinblick auf Verhalten, Lernfähigkeit und Gedächtnis beobachten. Die kombinierte Behandlung von Bewegung und Melatonin schien sich sogar gegenseitig zu verstärken.

Mehr Untersuchungen sind erforderlich

Ob diese Therapie bei Menschen mit Alzheimer dieselben Resultate zeigt, müssen weitere Studien ergeben. Frühere Forschungsergebnisse gaben allerdings schon entsprechende Hinweise in diese Richtung. Das Ergebnis der Studie wurde im Fachmagazin »Neurobiology of Aging« veröffentlicht.

Quelle: Yoelvis García-Mesa, Lydia Giménez-Llort, Luis C. López, Carmen Venegas, Rosa Cristòfol, Germain Escames, Darío Acuña-Castroviejo, Coral Sanfeliue: Melatonin plus physical exercise are highly neuroprotective in the 3xTg-AD mouse. Neurobiology of Aging Volume 33, Issue 6 , Pages 1124.e13-1124.e29, June 2012, doi:10.1016/j.neurobiolaging.2011.11.016

1 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Gesundheit & Wissenschaft

Gesundheit & Wissenschaft
Bitte beachten Sie, dass Artikel auf dieser Seite generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen können.

Categories

Angelika Lensen. Powered by Blogger.

Autor(en)

Alle Beiträge auf Gesundheit & Wissenschaft wurden von Angelika Lensen erstellt.

About Me

Mein Foto
Ich schreibe als freie Journalistin für Online- und Printmedien
über Gesundheit, Medizin und Wissenschaft.


Werbepolitik

Diese Internetseite ist frei von Werbung und wird ausschließlich privat finanziert.

Letzte Aktualisierung

Beliebte Artikel

Blog Archive

Folgen Sie dem Blog per E-Mail

Google+ Badge