Freitag, 17. Mai 2013


Das Kurkumin des Curry beugt Typ 2-Diabetes vor
(Foto: beeki/pixabay.com)

Curry gehört sicherlich zu den beliebtesten Gewürzen in unseren Küchen. Und aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen bescheinigen der aromatischen Speisewürze pharmakologische Wirkung. Studien zeigen einen Blutzucker senkenden Effekt des Kurkumins.


Curry-Gewürz wird aus den Wurzeln der Kurkuma-Pflanze gewonnen. Kurkuma (Curcuma longa) oder Gelbwurzel verleiht als Pulver vielen Gerichten eine intensiv gelbe Farbe und ist dabei wesentlich preiswerter als beispielsweise Safran. Und als Curry-Gewürz verleiht es vielen Speisen das nötige Aroma und eine angenehme Schärfe.
Doch der Hauptbestandteil von Kurkuma, das Kurkumin ist wesentlich vielseitiger. Er wird schon lange als traditionelle Naturarznei eingesetzt und wirkt bei diversen Gesundheitsproblemen. Schon länger vermutete man eine entzündungshemmende und Blutzucker senkende Wirkung. In Tierstudien verbesserte Kurkumin die Betazellfunktion und zögerte die Entstehung eines Typ 2-Diabetes hinaus. In den Betazellen der Bauchspeicheldrüse findet die Produktion des Blutzucker regulierenden Hormons Insulin statt. Nun konnte die positive Wirkung aus den Tierversuchen in einer Studie mit insulinresistenten Teilnehmern bestätigt werden.

Prädiabetes - was ist das?

Als Prädiabetes oder Insulinresistenz bezeichnet man ein Vorstadium des Typ 2-Diabetes. Beim Prädiabetes ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft leicht erhöht, oft jahrelang, ohne dass die Betroffenen etwas merken. Zum Ausgleich schüttet die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin aus. Der Organismus wird durch den hohen Insulinspiegel über lange Zeit belastet und die Körperzellen entwickeln im Laufe der Zeit eine Resistenz gegen das Hormon. Die Wirkung des Insulins auf die Körperzellen wird immer schwächer. Der Blutzucker steigt weiter an.
Durch eine einfache Blutuntersuchung ist schnell festzustellen, ob schon ein Prädiabetes vorliegt. Folgende Werte deuten auf eine Insulinresistenz hin:

Nüchternblutzucker (NBZ): 100 - 124 mg/dl (5,6 - 6,9 mmol/l)
2 Stunden nach einem oralen Glukosetoleranztest (oGTT): 140 -199 mg/dl (7,8 - 11 mmol/l)

Bei einem oralen Glukosetoleranztest erhält der Patient 75 Gramm Glukose. Zwei Stunden nach dem Trinken der Zuckerlösung darf der Blutzucker einen Wert von 199 mg/dl (11 mmol/l) nicht übersteigen. Um die Ergebnisse zu betätigen, ist es notwendig die Messungen an verschiedenen Tagen zu wiederholen, um natürliche Blutzuckerschwankungen auszuschließen.

Die Wirkung von Kurkumin war erstaunlich

Die Teilnehmer in der vorliegenden Studie nahmen neun Monate lang täglich 250 mg Kurkumin oder ein Placebo zu sich. Nach Abschluss der Studie hatte keiner der insulinresistenten Patienten in der Kurkumin-Gruppe Diabetes entwickelt. Dagegen diagnostizierte man bei 16,4 Prozent Mitgliedern der Placebogruppe einen Diabetes. Die Messwerte von Nüchternblutzucker und oralem Glukosetoleranztest waren durch das Kurkumin auch nach 3, 6 und 9 Monaten deutlich niedriger als in der Placebogruppe. Dieser positive Effekt ließ sich auch für die Insulinresistenz aufzeigen. Eine Insulinresistenz lässt sich zuverlässig mit dem HOMA-IR bestimmen. Parallel besserten sich die Werte der Betazellfunktion. Das bedeutet, dass Kurkumin die Funktion der Insulin produzierenden Zellen erhalten kann.

Idealerweise traten keine Nebenwirkungen und Hypoglykämien (Unterzuckerungen) während der Behandlung auf. Die Forscher glauben, dass sie mit Kurkumin eine passende pflanzliche Arznei gefunden haben, um einem Prädiabetes wirkungsvoll zu begegnen und die Entwicklung eines Diabetes Typ-2 noch zu stoppen. Trotzdem sollen noch weitere Untersuchungen ergeben, ob Kurkumin in der Langzeitanwendung unbedenklich ist.

Kurkuma - Naturmedizin aus dem Gewürzgarten

Kurkuma zählt zu den Ingwer-Gewächsen und ihre kräftigen Wurzeln werden als Speisewürze, Lebensmittelfarbstoff und als Naturmedizin genutzt. Die Pflanze mit intensiv gelber Farbe und ebenfalls gelben Blüten ist seit ungefähr 5000 Jahren in Asien heimisch.
Ein Kurkuma-Trockenextrakt ist therapeutisch am einfachsten anzuwenden. Kurkumaextrakt lindert Beschwerden unterschiedlicher Hauterkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen, senkt den Blutzucker- und den Cholesterinspiegel.
Nach Einschätzung der Kommission E/ESCOP ist Kurkuma als pflanzliche Arznei zugelassen bei Verdauungsstörungen und dyspeptischen Krankheitssymptomen (Reizmagen).

Würzen Sie mit Curry


Entsprechend einer Meldung der BBC forschen momentan britische Wissenschaftler an der University of Leicester, ob Kurkuma eine wirksame Waffe gegen Darmkrebs sein könnte. Es gab schon zuvor Anzeichen, dass Kurkuma eine vorbeugende Wirkung bei Darmkrebs hat. Bei 40 Patienten soll nun nachgeprüft werden, ob eine Kombination von Chemotherapie und Kurkumatabletten effektiver ist. Bei Tierversuchen war diese Verbindung besonders wirksam.
Ältere Studien zeigten auch eine günstige Wirkung von Kurkumaextrakt bei Schlaganfall- und Demenzpatienten. Die Möglichkeiten Kurkuma als Medizin zu nutzen, sind noch lange nicht restlos erforscht.
Also nutzen Sie das Potenzial von Kurkuma und tun Sie sich etwas Gutes: Würzen Sie öfter mit Curry!

Quelle: Chuengsamarn S et al. Curcumin Extract for Prevention of Type 2 Diabetes. Diabetes Care 2012; online 6. Juli; doi:10.2337/dc12-0116

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