Samstag, 25. Mai 2013


Mittelmeerkost ist gut fürs Herz und
gut für die Knochen
(Foto: Hans/pixabay.com)

Die Bewohner rund ums Mittelmeer sind aufgrund ihrer Ernährungsweise deutlich besser vor Herzinfarkt und Schlaganfall geschützt. Und auch vor Knochenschwund, wie spanische Forscher nun herausfanden.


An Osteoporose erkrankt ab einem Lebensalter von 50 jede dritte Frau und jeder fünfte Mann. Osteoporose ist eine der häufigsten, schmerzhaftesten und teuersten chronischen Krankheiten innerhalb Europas. In den Ländern rund ums Mittelmeer ist Osteoporose jedoch seltener als in den restlichen EU-Ländern. Wissenschaftler führen das auf die spezielle Ernährungsweise der Bewohner zurück. Die traditionelle Mittelmeerkost ist reich an Obst, Gemüse, Oliven und Olivenöl.

Olivenöl gegen Knochenschwund

Die spanische Studie untersuchte bei Teilnehmern einer Predimed-Studie (Prevención con Dieta Mediterránea) bestimmte Knochenmarker im Blut. Die Predimed-Studie sollte eigentlich feststellen, ob eine mediterrane Ernährungsweise unter zusätzlicher Verwendung von extra-nativem Olivenöl oder Nussöl eine stärkere vorbeugende Wirkung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bietet als fettarme Ernährung.
Die Teilnehmer der Studie ernährten sich zwei Jahre lang traditionell mediterran mit viel Olivenöl, was den Osteocalcin-Gehalt im Blut deutlich erhöhte und damit präventiv wirkt gegen vorzeitigen Knochenabbau. Mit dem Osteocalcin-Wert kann die Aktivität zur Knochenneubildung bewertet und Osteoporose diagnostiziert werden.

In früheren Laboruntersuchungen zeigte sich schon eine Verbindung zwischen dem Konsum von Olivenöl und der Vorbeugung von Osteoporose. Mit der jetzigen ersten randomisierten Studie wird durch bestimmte Knochenbildungsmarker im Blut der Nachweis erbracht, dass Olivenöl die Festigkeit der Knochen fördert.

127 Männer zwischen 55 und 80 Jahren nahmen an der Studie teil. Sie litten noch nicht an Gefäßerkrankungen, hatten aber mindestens drei Risikofaktoren wie zu hohen Blutdruck, zu hohes Cholesterin, ein genetisches Risiko für vorzeitige Herz-Kreislauf-Probleme oder Typ-2-Diabetes.
Die Probanden, eingeteilt in drei Gruppen, ernährten sich entweder mediterran mit gemischten Nüssen, mediterran mit nativem Olivenöl oder fettarm.

Beim Start der Studie sowie nach zwei Jahren wurde den Teilnehmern nüchtern Blut entnommen und die Werte von Osteocalcin, Blutzucker, die Blutfette insgesamt sowie das HDL-Cholesterin und die Triglyceride gemessen.
Die Konsumenten des nativen Olivenöls zeigten einen erheblich höheren Gehalt an Osteocalcin und anderen Knochenbildungsmarkern im Blut als die Teilnehmer in den übrigen Gruppen. Zusätzlich gibt es Hinweise, dass die Insulinproduktion durch Osteocalcin erhöht wird und die Blutfette positiv beeinflusst werden.

Mittelmeerkost - welche Lebensmittel gehören dazu?

Die Mittelmeerkost ist generell eine der gesündesten Ernährungsweisen. Vielfalt und Ausgewogenheit der Lebensmittel schützen erwiesenermaßen gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der vornehmlich pflanzliche Anteil an Nahrungsmitteln wie Gemüse, frisches Obst, Salate und Brot und Teigwaren versorgen den Organismus mit allen essenziellen Nährstoffen. Geflügel und Fisch werden mehrmals wöchentlich verzehrt, dunkles Fleisch nur gelegentlich. Milchprodukte wie Milch, Käse und Joghurt gehören in Maßen zum täglichen Speiseplan. Dasselbe gilt auch für Wein, der durchaus zu den Mahlzeiten erlaubt ist. Hauptfettquelle ist selbstverständlich Olivenöl.

Diese traditionelle mediterrane Ernährung beinhaltet eine ideale Nährstoffbilanz. In der Mittelmeerkost kommen gesättigte Fettsäuren und Transfettsäuren praktisch nicht vor. Sie sind vor allem in Backwaren, Fertigprodukten, Snacks, Margarine und Backfett zu finden und entstehen durch das Härten von flüssigen Fetten und Ölen. Transfette steigern das ungesunde LDL-Cholesterin sowie die Triglyceride und zählen zu den Hauptursachen für Gefäßerkrankungen.
Die traditionelle mediterrane Kost kann mit ihren mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Omega-3 die Blutfettwerte normalisieren. Wertvolle Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sowie Antioxidantien verbessern die Zusammensetzung des Cholesterins, verhindern entzündliche Prozesse und beugen Gefäßverkalkung, Thrombosen, Bluthochdruck und Zuckerkrankheit vor.

Und läuft Ihnen nicht auch schon bei dem Gedanken an Pasta, Pesto, Meeresfrüchte und Co. das Wasser im Mund zusammen? Dazu ein vollmundiges Glas Rotwein? Nur zu, Ihr Herz und Ihre Knochen werden es Ihnen mit Sicherheit danken.


Quelle: Fernández-Real, J.M., et al.: A Mediterranean Diet Enriched with Olive Oil Is Associated with Higher Serum Total Osteocalcin Levels in Elderly Men at High Cardiovascular Risk, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, August 1, 2012, doi: 10.1210/jc.2012-2221

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