Samstag, 25. Mai 2013


Starke Schuppenflechte erhöht das Risiko
für Diabetes
(Foto: Astrid Gast - Fotolia.com)
Patienten mit schwerer Schuppenflechte (Psoriasis) erkranken doppelt so häufig an Diabetes wie eine Datenanalyse der amerikanischen »UC Davis University« anhand von 27 früheren Studien ergab.


»Unsere Forschungen ergaben einen deutlichen Zusammenhang zwischen Schuppenflechte und Diabetes«, erzählt Wissenschaftlerin April Armstrong. »Psoriasis-Patienten und ihre behandelnden Ärzte sollten sich diesen Zusammenhang und damit das erhöhte Risiko bewusstmachen.«

Starke Schuppenflechte lässt Diabetesrisiko steigen

April Armstrong analysierte mit ihren Kollegen die Daten aus 27 Studien mit Psoriasis-Patienten. Insgesamt nahmen 314.000 Patienten an diesen Studien teil. Die Daten wurden mit denen von 3,7 Millionen Menschen ohne Schuppenflechte verglichen. Aufgrund der Analyse kam Armstrong zu dem Schluss, dass Patienten mit einer milden Form von Schuppenflechte 1,5-mal häufiger Diabetes entwickeln als Menschen ohne diese Hauterkrankung. Betroffene mit schwerer Psoriasis erkranken sogar doppelt so häufig an Diabetes.

Ursache vermutlich veränderte Immunreaktionen

»Die große Teilnehmeranzahl und der konsequente Zusammenhang zwischen Psoriasis und Diabetes lassen eine zugrundeliegende organische Verbindung zwischen den Erkrankungen vermuten«, so Armstrong. Obwohl weitere Forschungen notwendig sind, um die genauen Mechanismen zu klären, vermutet Armstrong, dass Veränderungen der Immunreaktionen dafür sorgen, dass Psoriasis-Patienten schneller Diabetes entwickeln.

Es gibt Hinweise, dass Fettzellen bei Patienten mit dieser Hauterkrankung nicht normal funktionieren. Diese Zellen scheiden entzündungsfördernde Zytokine aus, Botenstoffe, mit deren Hilfe Immunzellen untereinander kommunizieren. Dadurch nimmt die Insulinresistenz in Leber und Muskeln zu. Die Zytokine können außerdem eine Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicherdrüse verursachen.

Auch Medikamente zur Behandlung von Schuppenflechte könnten eine Rolle bei der Entwicklung von Diabetes spielen. Die Forschungen zeigen weiter, dass Psoriasis nicht nur eine Hauterkrankung ist. Ärzte wissen beispielsweise, dass ein Bluthochdruck bei Psoriatikern oft schwierig unter Kontrolle zu bringen ist. Es ist ebenfalls bekannt, dass Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Todesfälle bei Psoriasis-Patienten häufiger vorkommen als bei der allgemeinen Bevölkerung.


Psoriasis - chronisch-entzündliche Hauterkrankung

Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Haut, die aber auch Nägel und Gelenke betreffen kann. Als Ursache gelten vor allem genetische Faktoren. Doch meist sind weitere Faktoren wie Infektionen, Verletzungen, Stoffwechselstörungen, Medikamente oder auch seelischer Stress notwendig, um die Krankheit zum Ausbruch zu bringen. Hauptsymptome sind rote entzündete Hautstellen mit Schuppenbildung. Diese Schuppenbildung entsteht durch das beschleunigte Wachstum der Oberhaut. Bei Psoriasis-Patienten erneuert sich die Haut in nur drei bis vier Tagen, während es bei gesunden Menschen 28 Tage dauert. Psoriasis kann chronisch oder auch schubweise verlaufen. Schuppenflechte kann nur symptomatisch behandelt werden. Medikamente, die das Immunsystem bremsen und Salben, Badezusätze und Lichttherapie können die Krankheitsphasen für Psoriatiker verkürzen.

Quelle: Armstrong AW, Harskamp CT, Armstrong EJ. Psoriasis and the Risk of Diabetes Mellitus: A Systematic Review and Meta-analysis. Arch Dermatol. 2012;():1-8. doi:10.1001/2013.jamadermatol.406.

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