Sonntag, 26. Mai 2013


Übergewicht liegt in den Genen
(Foto: whitestorm - Fotolia.com)

Ob wir Übergewicht entwickeln, scheint größtenteils doch genetisch bedingt zu sein. Bei fettleibigen Mäusen war der Zusammenhang eindeutig.


Menschen mit Übergewicht geben als Grund für ihre extra Kilos häufig die familiäre Veranlagung an. Eine Studie amerikanischer Wissenschaftler gibt ihnen nun recht. Bei fettleibigen Mäusen konnte in Versuchen nachgewiesen werden, dass die Zunahme des Körperfettanteils sehr von den Erbanlagen abhängt. Die Forscher untersuchten unter genau festgelegten Bedingungen die Beziehung zwischen Fettleibigkeit, Ernährung, Verdauung und der genetischen Aktivität. Ihre Forschungsergebnisse seien auf den Menschen übertragbar, berichten sie im Fachjournal »Cell Metabolism«.

Parallelen bei Maus und Mensch

»Bei der Fettleibigkeit von Mäusen und Menschen sind ähnliche Gene beteiligt«, sagt Studienautor Brian Parks von der kalifornischen Universität Los Angeles. »Daher eignen sich die Nagetiere gut, um Adipositas beim Menschen zu untersuchen«. Das Forscher-Team hat elf Erbanlagen in den Versuchstieren gefunden, die an der Entwicklung von Übergewicht bei viel fett- und zuckerhaltiger Nahrung beteiligt sein können. Einige dieser Erbanlagen wurden schon in anderen Ernährungsstudien beim Menschen identifiziert.

Während der zweijährigen Studie untersuchten die Wissenschaftler unterschiedlichste Kriterien in über einhundert Maus-Stämmen, vom Körperfettanteil bis zur Aktivität der Darmflora. Die Versuchstiere wurden in den ersten zwei Monaten ihres Lebens normal ernährt. In den folgenden zwei Monaten erhielten die Mäuse besonders viel Zucker und Fett. Die genetischen Maus-Stämme reagierten darauf ganz unterschiedlich. Bei gleichen Bedingungen betrug die Zunahme des Körperfettes zwischen null und über 600 Prozent. Die meisten Maus-Stämme nahmen nur in den ersten vier Wochen zu und hielten für die restliche Versuchszeit ihr Gewicht. Laut den Studienautoren deutet das auf einen genetisch vorbestimmten oberen Körper-Fett-Punkt hin.

Genetik ein wichtiger Faktor beim Übergewicht

Jake Lusis, einer der Mitautoren, betont deshalb auch: »Veränderungen in der Zusammensetzung des Körperfetts sind sehr stark genetisch bedingt.« Wie der Stoffwechsel auf eine bestimmte Ernährungsweise reagiert, wird vor allem durch Erbanlagen bestimmt. Die Ergebnisse stehen im Einklang mit der Vererbbarkeit des Body-Mass-Indexes (BMI) und Adipositas beim Menschen. Ernährungsweise und zu wenig Bewegung sind zwar wichtige Einflussfaktoren für Fettleibigkeit, aber es gibt noch eine Vielzahl von anderen Einflussgrößen.

Quelle: Brian W. Parks et al.: Genetic Control of Obesity and Gut Microbiota Composition in Response to High-Fat, High-Sucrose Diet in Mice. Cell Metabolism, doi: 10.1016/j.cmet.2012.12.007

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