Sonntag, 9. Juni 2013

Altbekannte Creme wirksam gegen Hautkrebs


Eine altbekannte Creme aus dem Jahr 1950 ist wirksam gegen Hautkrebs und kann Millionen einsparen, denn sie ist wesentlich günstiger als aktuelle Therapien.

Neue Studien haben ergeben, dass das Mittel gegen die meist vorkommende Form von Hautkrebs genau so effektiv ist wie die moderne Technologie - und erheblich kostengünstiger. In der wissenschaftlichen Zeitschrift »The Lancet Oncology« veröffentlichte die angehende Dermatologin Aimée Arits die vielversprechenden Ergebnisse.

Hautkrebs: Ärzte sprechen von einer Epidemie

Dermatologen sprechen von einer wahren Hautkrebsepidemie. Die Zahl der Hautkrebsfälle in der Bundesrepublik hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Momentan erkranken jährlich 234.000 Menschen neu an einer Form von Hautkrebs. In 85 Prozent der Fälle handelt es sich um ein Basalzellkarzinom. Daher ist das die häufigste Form von Krebs. Durch die steigenden Kosten in der Pflege schreit die medizinische Welt nach billigeren Medikamenten. Diese Fakten waren für Arits Grund genug, um die am häufigsten angewendeten, nicht-operativen Therapien unter die Lupe zu nehmen.

Behandlungsmethoden Basalzellkarzinom

Ein Basalzellkarzinom entsteht hauptsächlich durch Sonneneinstrahlung und die kleinen Flecken und Dellen sind leicht zu erkennen. Glücklicherweise ist diese Art von Krebs gut zu behandeln und kann in fast 100 Prozent der Fälle geheilt werden. In vielen Fällen ist eine Operation notwendig. Ein Basalzellkarzinom, das nur oberflächlich wächst, kann allerdings auch alternativ behandelt werden. Meistens geschieht das im Krankenhaus mittels moderner photodynamischer Therapie. Arits verglich die photodynamische Therapie mit zwei alternativen Cremes, die der Patient selbst zu Hause anwenden kann: Imiquimod (Aldara®) und 5-Fluorouracil (Efudix®). Der Wirkstoff Imiquimod ist ein Immunmodulator und aktiviert das Immunsystem, um den Tumor zu bekämpfen. 5-Fluorouracil ist ein Zytostatikum in der Chemotherapie, das Zellwachstum und Zellteilung hemmt. Der Wirkstoff wurde schon 1950 auf den Markt gebracht.

Einsparungen in Millionenhöhe

Untersuchungen bei 600 Patienten zufolge, sind beide Cremes genauso effektiv wie die photodynamische Therapie. Und kostengünstiger. Die Kosten für die photodynamische Behandlung eines kleinen Hautareals im Krankenhaus sind um ein Vielfaches höher als die Behandlung mit Aldara® oder Efudix®. Insgesamt entspricht dies einer Kosteneinsparung von einigen Millionen Euros, wenn die photodynamische Therapie durch die Anwendung von Aldara® oder durch das noch preiswertere Efudix® ersetzt wird. Weiterer Vorteil: Der Patient braucht nicht mehr so oft ins Krankenhaus zu gehen.

Veraltete Behandlungsmethoden neu bewerten

Arits hofft, mit ihrer Publikation einen Schneeballeffekt in der medizinischen Welt zu bewirken: »Nicht alleine in der Dermatologie können wir durch kritische Betrachtung Kosten einsparen; innerhalb jeden medizinischen Fachgebietes sind auf diese Weise Kosteneinsparungen möglich. Sogenannte »veraltete« Behandlungsmethoden sind nicht immer weniger effektiv als die moderneren, mehr geförderten Mittel, die oft viel teurer sind.«

Quelle: Dr Aimée HMM Arits PhD, Klara Mosterd PhD, Brigitte AB Essers PhD, Eefje Spoorenberg MD, Anja Sommer PhD, Michette JM De Rooij PhD, Han PA van Pelt PhD, Patricia JF Quaedvlieg PhD, Gertruud AM Krekels PhD, Pierre AFA van Neer PhD, Joris J Rijzewijk PhD, Adrienne J van Geest MD, Peter M Steijlen PhD, Patty J Nelemans PhD, Nicole WJ Kelleners-Smeets PhD: Photodynamic therapy versus topical imiquimod versus topical fluorouracil for treatment of superficial basal-cell carcinoma: a single blind, non-inferiority, randomised controlled trial, The Lancet Oncology, 1 June 2013 ( Vol. 14, Issue 7, Pages 647-654 ), DOI: 10.1016/S1470-2045(13)70143-8

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