Mittwoch, 9. Oktober 2013


Bei Typ 2-Diabetikern nimmt die
Anzahl der Gehirnzellen ab
(Foto: Dmitry Lobanov - Fotolia.com)

Die Verschlechterung der Hirnleistung wird bei Typ 2-Diabetikern wahrscheinlich durch eine Schrumpfung des Gehirns verursacht.


Neue Forschungen zeigen, dass die Verschlechterung der Gehirnleistung bei Typ 2-Diabetikern wahrscheinlich durch eine Atrophie der Gehirnzellen, also einer Schrumpfung der Gehirnmasse, verursacht wird, ähnlich wie in frühen Stadien der Alzheimer Erkrankung.
Dr. Chris Moran und Professor Velandai Srikanth von der australischen Monash Universität führten die erste großangelegte Studie durch, bei der sie Gehirnscans und kognitive Fähigkeiten von Menschen mit und ohne Typ 2-Diabetes verglichen. Sie stellten fest, dass eine Hirnatrophie, also eine Abnahme der Gehirnmasse, und nicht Schädigungen der Hirnblutgefäße, der wahrscheinliche Hauptgrund für die kognitiven Beeinträchtigungen bei Typ 2-Diabetes ist.

Verbindung zwischen Diabetes und Demenz

Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO leben weltweit mehr als 347 Millionen Menschen mit Diabetes und davon sind 90 Prozent der Fälle vom Typ 2.
Professor Velandai Srikanth von der medizinischen Fakultät der Monash Universität sagt, dass der Befund enorme Bedeutung für die alternde Bevölkerung hat. »Typ 2-Diabetes und Demenz sind beides sehr häufig auftretende Erkrankungen bei der alternden Bevölkerung und diese Forschungen zeigen, dass es vielleicht einen gemeinsamen Mechanismus gibt. Tatsächlich könnte eine generalisierte Hirnatrophie der wichtigste Treiber beim Abbau von kognitiven Fähigkeiten bei Typ 2-Diabetes sein und solche Atrophien treten auch oft bei Menschen mit Demenz auf«, sagt Professor Srikanth. »Es wird geschätzt, dass bis zum Jahr 2031 etwa 3,3 Millionen Australier Diabetes haben werden. Die Belastung durch Demenz in der Bevölkerung wird stark steigen, wenn eine große Zahl dieser Patienten kognitive Beeinträchtigungen erfährt.«

Schrumpfung in bestimmten Hirnregionen

Frühere Forschungen haben bereits gezeigt, dass Typ 2-Diabetiker ein höheres Risiko für Demenz haben. Aber es war unklar, ob Typ 2-Diabetes ein kausaler Faktor für die Entwicklung kognitiver Beeinträchtigungen war und falls doch, welche Mechanismen beteiligt sein könnten. Die Forscher verglichen die Gehirnfunktion und MRI-Scans des Gehirns von mehr als 700 Menschen mit und ohne Typ 2-Diabetes.
Die Diabetiker schnitten bei bestimmten kognitiven Tests schlechter ab und zeigten in spezifischen Hirnregionen mehr Schwund, was die Unterschiede bei der kognitiven Funktion erklären könnte. Obwohl die Forscher feststellten, dass die Diabetiker auch mehr Schlaganfälle auf den MRI-Scans erkennen ließen, erklärte das nicht die kognitiven Unterschiede zwischen den Gruppen.
Die Ergebnisse, veröffentlicht im Journal »Diabetes Care«, werden zu weiterführenden Forschungen führen, um zu bestimmen, warum Typ 2-Diabetiker eine Hirnatrophie entwickeln und wie solche Atrophien verhindert oder verzögert werden können.

Quelle: C. Moran, T. G. Phan, J. Chen, L. Blizzard, R. Beare, A. Venn, G. Munch, A. G. Wood, J. Forbes, T. M. Greenaway, S. Pearson, V. Srikanth. Brain Atrophy in Type 2 Diabetes: Regional distribution and influence on cognition. Diabetes Care, 2013; DOI: 10.2337/dc13-0143

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