Donnerstag, 3. Oktober 2013


Naringenin in Zitrusfrüchten hemmt
Zystenbildung in den Nieren
(Foto: romanov/pixabay.com)

Naringenin - ein Flavonoid in Zitrusfrüchten - kann die Bildung von Nierenzysten verhindern, wie neue Forschungen ergaben.


Eine neue Studie, die im »British Journal of Pharmacology« veröffentlicht wurde, hat festgestellt, dass ein Bestandteil von Grapefruits und anderen Zitrusfrüchten - Naringenin - erfolgreich die Bildung von Nierenzysten verhindert.
Bekannt ist diese erblich bedingte Erkrankung als polyzystische Nierenerkrankung (PKD). In den Nieren bilden sich mit Flüssigkeit gefüllte Zysten. Die Nieren - mit einem Normalgewicht von etwa 150 Gramm - können mehrere Kilogramm schwer werden. Die Krankheit beeinträchtigt im Verlauf die Nierenfunktion zunehmend. Es kommt zu Bluthochdruck und chronischem Nierenversagen mit der Notwendigkeit zur Dialyse. Bis heute ist die Behandlung der Erkrankung schwierig und es gibt lediglich wenige Behandlungsmöglichkeiten.

Amöben helfen bei der Forschung

Ein Team von britischen Wissenschaftlern benutzte eine einfache, einzellige Amöbe, um zu erkennen, dass Naringenin das Protein PKD2 reguliert, das verantwortlich ist für die polyzystische Nierenerkrankung und der Bildung von Zysten entgegenwirkt.
»Diese Entdeckung bringt uns dem Verständnis, wie die polyzystische Nierenerkrankung behandelt werden kann, einen entscheidenden Schritt näher«, sagt Professor Robin Williams von Royal-Holloway-Universität.

»In der Studie haben wir demonstriert, wie effektiv die Amöbe Dictyostelium für die Entdeckung neuer Therapien und ihrer Ziele ist. Wir haben dieselbe Testmethode erst kürzlich bei unserer Arbeit an Behandlungsmöglichkeiten gegen Epilepsie und bipolaren Störungen eingesetzt und es ist klar, dass dieser neue Ansatz helfen kann, die Abhängigkeit von Tierversuchen zu reduzieren und erhebliche Verbesserungen mit sich bringt.«

Naringenin hemmt die Zystenbildung

Um zu testen, wie die Entdeckung bei Therapien angewendet werden kann, benutzte das Team Nierenzellgewebe von Säugetieren und rief künstlich die Bildung von Nierenzysten hervor. Anschließend konnten sie durch die Gabe von Naringenin die Bildung der Zysten blockieren. Sie beobachteten, dass durch die Reduzierung des Proteins PKD2 in den Nierenzellen auch die Bildung der Zysten gehemmt wurde, was die Wirkung des Naringenins bestätigte.
Dr. Mark Carew, von der Kingston Universität sagt: »Weitere Forschungen laufen, um die Wirkung des Naringenins auf molekularer Ebene zu verstehen. Gleichzeitig untersuchen wir die Funktion des PDK2 Proteins als Regulator für Zellwachstum.«

Pflanzliche Basis für neue Medikamente

»Diese Studie ist ein gutes Beispiel dafür, wie pflanzliche Inhaltsstoffe dabei helfen können, neue Medikamente zur Behandlung von Krankheiten zu entwickeln«, fügt Professorin Debbie Baines von der St. George’s Universität in London hinzu.
»Die autosomal-dominante Form der polyzystischen Nierenerkrankung betrifft jeden zehnten Dialysepatienten und jeden achten Patienten mit Nierentransplantation. Die britische Nieren-Forschung begrüßt die Studie, die - neben eigenen Forschungen zur Bekämpfung der Erkrankung - Hoffnung auf eine zukünftige neue Behandlung der polyzystischen Nierenerkrankung macht«, sagt Elaine Davies, Forschungsleiterin bei der »Kidney Research UK«.

Quelle: Naringenin inhibits the growth of Dictyostelium and MDCK-derived cysts in a polycystin-2 (TRPP2)-dependent manner. / Waheed, A; Ludtmann, Marthe; Pakes, Nicholl; Robery, Steven; Kuspa, Adam ; Dinh, Christopher; Baines, D L; Williams, Robin; Carew, Mark. British Journal of Pharmacology, 2013

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