Donnerstag, 16. Januar 2014


Grüner Tee beeinflusst Betablocker
(Foto: Lebensmittelfotos / pixabay.com)

Wer Betablocker zur Blutdrucksenkung einnimmt, sollte mit grünem Tee vorsichtig sein. Nach dem Trinken von grünem Tee wurde die Wirkung deutlich abgeschwächt.


Grüner Tee gilt wegen seiner Vielzahl an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen normalerweise als empfehlenswertes Lebensmittel. Aber auch gesunde Lebensmittel können die Wirkung verschiedener Arzneimittel beeinflussen. Japanische Forscher fanden nun heraus, dass grüner Tee den Wirkstoff Nadolol in seiner Wirkung deutlich einschränkt.

Forscher raten zur Vorsicht

Die Wissenschaftler der Universität Fukushima raten Patienten, die den Wirkstoff Nadolol einnehmen, auf den Genuss von grünem Tee zu verzichten. Und sie weisen außerdem daraufhin, dass das beliebte Getränk auch die Wirkung anderer Medikamente dämpfen könnte. Die Warnung ist besonders relevant für Blutdruckpatienten, denn manche Patienten wechseln von Kaffee zu grünem Tee, um die Zufuhr von Koffein zu senken und damit die Blutdrucktherapie zu unterstützen. Zusätzlich haben frühere Studien grünem Tee eine Blutdruck senkende Wirkung zugeschrieben.

Aufgenommene Wirkstoffmenge sehr viel geringer

Die Wissenschaftler maßen für ihre Studie den Blutdruck von zehn gesunden Männern und Frauen nach der Einnahme von Nadolol. Sie bekamen das Medikament zweimal; einmal nach dem Trinken von zwei Tassen grünem Tee täglich für zwei Wochen und die zweite Einnahme erfolgte nach dem Trinken von Wasser. Der grüne Tee senkte die Wirkstoffmenge, die ins Blut aufgenommen wurde, um 75 Prozent. Das bedeutet, dass das Arzneimittel, das auch zur Behandlung von Angina pectoris und Herzrhythmusstörungen verordnet wird sowie zur Vorbeugung gegen Migräneanfälle, den Blutdruck weitaus weniger effektiv senken konnte.

Aufnahme im Darm durch Gerbsäuren behindert

Man nimmt an, dass Gerbsäuren im grünen Tee verhindern, dass das Nadolol vom Darm ins Blut gelangen kann. In ihrer Veröffentlichung im Fachmagazin »Clinical Pharmacology & Therapeutics« empfehlen die Studienautoren: »Patienten, die Nadolol einnehmen, sollten grünen Tee vermeiden.« Die Forscher der Universität Fukushima haben in ihrer Studie nur den Wirkstoff Nadolol untersucht. Dennoch halten sie es für möglich, dass grüner Tee auch eine stärkere Wirkung auf das Heuschnupfen-Medikament Fexofenadin haben könnte. Und auch das Blutdruckmedikament Celiprolol könnte durch grünen Tee abgeschwächt werden, denn der Wirkstoff gehört genau wie Nadolol, zur Gruppe der Betablocker.

Nicht alle Betablocker zeigen Wechselwirkung

Doch es gibt auch gute Nachrichten, denn Experten glauben, dass Betablocker wie Bisoprolol und Atenolol nicht durch grünen Tee beeinflusst werden. Wer also gerne und viel grünen Tee trinkt und Betablocker einnehmen muss, sollte mit seinem Arzt eventuell einen Wechsel des Medikaments besprechen. Grüner Tee ist bei weitem nicht das einzige Lebensmittel, das Wechselwirkungen mit Arzneimitteln zeigt. Auch Säfte aus Orangen, Äpfeln oder Grapefruits hemmen teilweise die Wirkung einiger Medikamente gegen Bluthochdruck oder Heuschnupfen und machen Antibiotika weniger wirksam. Der Blutgerinnungshemmer Warfarin ist besonders empfindlich. Dutzende Arznei- und Lebensmittel einschließlich Avocados, Brokkoli, Rosenkohl und Cranberry-Saft stellen in Kombination mit Warfarin ein Risiko für den Patienten dar.


Quelle: S. Misaka. et al. Green tea ingestion greatly reduces plasma concentrations of nadolol in healthy subjects. Clinical Pharmacology & Therapeutics. Published online January 13, 2014. doi:10.1038/CLPT.2013.241

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