Samstag, 30. August 2014


Unsere Ernährung beeinflusst die biologische Uhr
(Foto: zwekke2 / pixabay.com)

Forscher glauben, dass unsere Ernährung unsere biologische Uhr beeinflussen kann. Das könnte bei verschiedenen Krankheiten die Therapie unterstützen.


Lebensmittel ernähren den Körper nicht nur, sondern beeinflussen auch unsere biologische Uhr, die unseren Tages- und Nachtrhythmus reguliert und viele unserer Verhaltensweisen steuert. Forscher berichten im Fachjournal »Cell Reports« über neue Einsichten darüber, wie die biologische Uhr durch Änderungen in der Ernährung vielleicht Patienten mit verschiedenen Krankheiten helfen kann und dass Insulin beim »Zurücksetzen« der inneren Uhr beteiligt sein könnte.

Dauerhafte Störung der biologischen Uhr macht krank

Die biologische oder auch zirkadiane Uhr spielt eine wesentliche Rolle für unsere bevorzugte Schlafenszeit, wann unsere Aufmerksamkeit am höchsten ist und für bestimmte physiologische Prozesse. Der biologische Zeitgeber schaltet Gene zur richtigen Zeit ein und aus und erlaubt dem Organismus sich an die Erdrotation anzupassen. »Die dauernde Störung der Synchronisation zwischen dem physiologischen Rhythmus unseres Körpers und den umweltbedingten Rhythmen verringert nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern beinhaltet auch ein erhebliches Risiko für diverse Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen und Krebs«, meint Dr. Makoto Akashi von der Universität Yamaguchi.

Biologische Uhr reagiert auf Licht und Nahrung

Der zirkadiane Rhythmus besteht aus zwei Hauptwegen. Der erste, der auf Licht reagiert, ist gut beschrieben. Der zweite, der auf Nahrung reagiert, wird von Experten noch wenig verstanden. Durch Experimente an Zellen und Mäusen haben Dr. Akashi und seine Kollegen anhand einer Zellkultur herausgefunden, dass Insulin, das nach dem Essen von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird, an einem »Reset« der biologischen Uhr beteiligt sein könnte. »Eine Insulin abhängige Korrektur der biologischen Uhr in ernährungsrelevanten Geweben könnte die Synchronisation zwischen Essenszeit und Gewebefunktion ermöglichen und für eine effektive Verdauung und Aufnahme der Nahrung sorgen«, sagt Dr. Akashi. »Kurz gesagt, Insulin könnte helfen, die »Magenuhr« mit der Essenszeit zu synchronisieren.«

Jetlag mit der richtigen Mahlzeit bekämpfen

Die Forschungsergebnisse liefern wertvolle Informationen darüber, wie die zirkadiane Uhr durch die Ernährungsweise beeinflusst werden kann. »Zum Bespiel sollte bei einem Jetlag das Abendessen mit Zutaten angereichert werden, die die Insulinausschüttung fördern, was zu einer früheren Phase der biologischen Uhr zurückführen könnte. Hingegen ist es beim Frühstück das Gegenteil«, erklärt Dr. Akashi. Die Studienergebnisse deuten auch an, dass die Korrekturen der biologischen Uhr durch Nahrung bei Personen mit einer Insulinresistenz wie Typ 2-Diabetikern wahrscheinlich nicht gut funktionieren. Darüber hinaus könnte es Nebenwirkungen bezüglich der biologischen Uhr geben bei Patienten, die mit Insulin behandelt werden.

Quelle: Miho Sato, Mariko Murakami, Koichi Node, Ritsuko Matsumura, Makoto Akashi. The Role of the Endocrine System in Feeding-Induced Tissue-Specific Circadian Entrainment. Cell Reports, 2014; DOI: 10.1016/j.celrep.2014.06.015

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