Mittwoch, 26. November 2014


Yoga kann Skoliose verbessern
(Foto: von lululemon athletica (Flickr: Yoga Journal Conference) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons)

Menschen mit Skoliose können durch Yoga der Verkrümmung ihrer Wirbelsäule entgegenwirken.


Menschen mit Skoliose, die mehrmals wöchentlich eine bestimmte Yogahaltung für ein bis zwei Minuten halten, können so die Verkrümmung ihrer Rückenwirbel reduzieren, meinen Forscher der Columbia Universität in New York.

Frühere Studien haben bereits angedeutet, dass Menschen mit einer Skoliose durch Yoga ihre Gesundheitsprobleme verbessern können und die amerikanische nationale Skoliose-Stiftung empfiehlt ebenfalls 25 Yoga-Übungen. In der aktuellen Studie untersuchte Loren Fishman zusammen mit ihren Kollegen die Wirkung der Yoga-Position »Seitliche Planke« (Vasisthasana) bei 25 Menschen mit verschiedenen Arten von Skoliose. Die Forscher unterrichteten die Teilnehmer in der entsprechenden Yoga-Übung und während der ersten Woche mussten sie die Yoga-Position jeden Tag zehn bis zwanzig Sekunden halten. Danach sollten die Patienten die Übung täglich so lange wie möglich halten, jedoch nur auf der schwächeren Seite der Wirbelsäule.

Positive Ergebnisse
Durchschnittlich schafften die Teilnehmer es, die Yoga-Position 1,5 Minuten zu halten. Dadurch nahm die Krümmung der Wirbelsäule im Durchschnitt um 32 Prozent ab. Diejenigen Teilnehmer, die mehr als viermal wöchentlich die Yoga-Übung absolvierten, freuten sich über die größten Verbesserungen.
Laut den Wissenschaftlern ist Yoga vor allem für Heranwachsende mit Skoliose eine gute Behandlungsmöglichkeit. Täglich zu Hause ein Yoga-Programm durchzuführen geht mit weniger psychologischen Problemen und mehr Selbstvertrauen einher im Vergleich zur Behandlung mit einem Stützkorsett.

Skoliose: eine Verkrümmung der Wirbelsäule
Etwa vier Prozent der Menschen haben damit zu kämpfen, in Deutschland sind nach Schätzungen etwa eine halbe Million Bundesbürger betroffen: eine Verkrümmung der Wirbelsäule, medizinisch Skoliose genannt. Bei einer Skoliose ist die Wirbelsäule seitlich verkrümmt. Verkrümmen sich die Rückenwirbel nur zu einer Seite, spricht man von einer C-förmig verkrümmten Wirbelsäule. Treten die Verkrümmungen zu beiden Seiten des Rückgrats auf, spricht man von einer S-förmigen Verkrümmung. Oft dreht die Wirbelsäule noch zusätzlich um ihre eigene Achse (Torsionsskoliose), wodurch in Brusthöhe auf dem Rücken ein Buckel (Gibbus) entstehen kann.

Welche Beschwerden verursacht Skoliose?
Eine Skoliose kann Rückenschmerzen verursachen, vor allem beim nach vorne beugen. Darüber hinaus kann die Verformung des Rückgrats auch zu folgenden Problemen führen:

  • Beckenschiefstand
  • ungleiche Beinlänge
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen, die in die Beine ausstrahlen
  • Erschöpfung durch eine eingeschränkte Lungenfunktion

Durch die Verkrümmung und Verdrehung der Wirbelsäule kommt es zu vorzeitiger Abnutzung der Bandscheiben und Wirbelkörper, aber auch anderer Gelenke wie Hüft- und Kniegelenke sowie zu einer Verkleinerung des Brust- und Bauchraumes. Das schränkt die Leistungsfähigkeit von Herz, Lunge und in Extremfällen auch die Funktion von Magen, Darm und Niere ein.

Wie entsteht Skoliose?
Manchmal ist eine Skoliose bereits bei der Geburt vorhanden; Fachleute nennen diese Form kongenitale Skoliose. Viel häufiger entwickelt sich eine Skoliose während des Wachstums, kurz vor der Pubertät, ungefähr im Alter von 10 Jahren.
In einzelnen Fällen tritt die Wirbelsäulenverkrümmung auch noch später auf, zum Beispiel durch den Alterungsprozess. Die genauen Ursachen einer Skoliose sind meist unbekannt. Veränderungen an Knochen, Nerven, Muskeln oder Bindegewebe werden als Grund vermutet.

Behandlungsmöglichkeiten
Je eher eine Verkrümmung der Wirbelsäule entdeckt wird, desto besser. Hauptziel der Therapie ist, eine weitere Verkrümmung zu verhindern. Das kann sowohl durch Physiotherapie als auch durch das Tragen eines Stützkorsetts erreicht werden. In schweren Fällen von Skoliose wird manchmal eine Operation notwendig.

Quelle: Loren M. Fishman, Erik J. Groessl, Karen J. Sherman: Serial Case Reporting Yoga for Idiopathic and Degenerative Scoliosis. Global Adv Health Med. 2014;3(5):16-21, doi: 10.7453/gahmj.2013.064

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