Sonntag, 4. Januar 2015


Starke Hitzewallungen während
der Wechseljahre weisen auf
geringere Knochendichte hin
(Foto: tomasdelgado - pixabay.com)

Frauen, die während der Wechseljahre unter mäßigen bis starken Hitzewallungen leiden, haben später eine geringere Knochendichte und ein höheres Risiko für Hüftfrakturen.


Die Wechseljahre sind die Zeit der Hormonumstellung bei Frauen. Die Eierstöcke produzieren nach und nach immer weniger Hormone, bis die Menstruation schließlich aufhört. Das ist der Zeitpunkt der Menopause, der letzten Menstruationsblutung und damit das Ende des fruchtbaren Lebensabschnitts. Etwa 60 Prozent der Frauen erleben während der Wechseljahre durch die Schwankungen im Hormonhaushalt Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche, die einige Jahre dauern können.
Postmenopausale Frauen, bei denen die letzte Menstruationsblutung schon stattgefunden hat, haben durch das Absinken der Östrogene ein höheres Risiko für Osteoporose. Bei dieser Erkrankung nimmt die Knochendichte ab, weil mehr Knochen ab- als aufgebaut wird. Das schwächt die Knochenstruktur und lässt ihn schneller brechen.

Wechseljahresbeschwerden bedrohen die Knochengesundheit
»Unsere Studienergebnisse deuten an, dass Frauen, die mäßige bis starke Wechseljahresbeschwerden erfahren, ein höheres Risiko für Probleme mit ihrer Knochengesundheit haben als ihre Altersgenossinnen ohne Wechseljahrsbeschwerden«, sagt einer der Studienautorinnen, Carolyn J. Crandall, von der Universität von Kalifornien in Los Angeles. »Das ist die erste große Kohortenstudie, die eine Beziehung zwischen Wechseljahressymptomen und Knochengesundheit bei menopausalen Frauen untersucht.«

Untersuchungsperiode von acht Jahren
Die prospektive Kohortenstudie analysierte Daten von 23.573 Teilnehmerinnen der klinischen Studie Women’s Health Initiative (WHI). Die Teilnehmerinnen waren zwischen 50 und 79 Jahren und wurden acht Jahre während einer jährlichen Kontrolluntersuchung begleitet. Beim ersten Besuch wurden die Frauen nach Wechseljahresbeschwerden gefragt, einschließlich Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen. In der Folgezeit wurden die Frauen auf Knochenbrüche überwacht. Bei 4.867 Teilnehmerinnen wurde im Rahmen einer Teilstudie, die Knochendichte gemessen.

Geringere Knochendichte bei starken Beschwerden
Die Analyse ergab, dass Frauen, die zu Beginn der Studie über mäßige bis starke Hitzewallungen berichtet hatten, ein höheres Risiko für eine Hüftfraktur hatten als Frauen, die frei von Wechseljahresbeschwerden waren. Nach Berücksichtigung der Faktoren Alter, Body-Mass-Index sowie demografischer Faktoren, stellten die Wissenschaftler fest, dass Frauen mit mäßigen bis starken Wechseljahressymptomen eine geringere Knochendichte im Nacken und in der Wirbelsäule hatten.

Besseres Verständnis notwendig
»Mehr Forschungen sind notwendig, um die Zusammenhänge zwischen Knochengesundheit und menopausalen Symptomen wie Hitzewallungen zu klären«, sagt Crandall. »Ein besseres Verständnis der Zusammenhänge würde es Medizinern erleichtern, Frauen Ratschläge zu geben, wie sie Osteoporose und andere Knochenerkrankungen vermeiden können. Frauen, die unter Hitzewallungen leiden und ihre Knochen schützen wollen, können vielleicht von einer gesunden Lebensweise profitieren: Nicht Rauchen, kein übermäßiger Alkoholkonsum, viel Bewegung und eine ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D.«

Quelle: Carolyn J. Crandall, Aaron Aragaki, Jane A. Cauley, JoAnn E. Manson, Erin LeBlanc, Robert Wallace, Jean Wactawski-Wende, Andrea LaCroix, Mary Jo O’Sullivan, Mara Vitolins and Nelson B. Watts. Associations of Menopausal Vasomotor Symptoms with Fracture Incidence. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, December 2014, DOI: 10.1210/jc.2014-3062

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