Sonntag, 25. Januar 2015


Gegen die Schmerzen bei diabetischer
Polyneuropathie hilft Rückenmarksstimulation
(Foto: Dmitry Lobanov - fotolia.com)

Wissenschaftlern ist es gelungen, die Schmerzen durch diabetische Polyneuropathie mit Hilfe einer Rückenmarksstimulation zu lindern.


Forscher des Universitätsklinikums Maastricht UMC+ haben eine neue Schmerzbehandlung ein halbes Jahr klinisch erfolgreich bei Diabetespatienten getestet. Mit Hilfe einer Rückenmarksstimulation konnten die Wissenschaftler die intensiven Schmerzen von Diabetikern sowohl am Tag als auch in der Nacht lindern im Vergleich zu einer rein medikamentösen Behandlung. »Diese Behandlung kann die Lebensqualität daher auch wesentlich verbessern«, sagt Projektleiter Professor Dr. Maarten van Kleef. Die Maastrichter Wissenschaftler veröffentlichten ihre Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift »Diabetes Care«.

Zucker macht Schmerzen
Diabetes mellitus, im Volksmund auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine Erkrankung die weltweit etwa 180 Millionen Menschen trifft. Nach Schätzungen leidet etwa ein Fünftel der Patienten im Verlauf ihrer Diabeteserkrankung an einer sogenannten diabetischen Polyneuropathie. Symptome dieser Folgeerkrankung sind vor allem brennende und dauerhafte Schmerzen und Kribbeln in hauptsächlich Füßen und Händen, die die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränkt. So können die Patienten durch die intensiven Schmerzen nachts oft kaum schlafen. Medikamente haben in den meisten Fällen kaum bis gar keine Wirkung. Die Maastrichter Wissenschaftler zeigen nun, dass ihre neue Therapie eine Lösung sein kann.

Stromstimulation unterbricht Schmerzübertragung
Während der klinischen Tests bekamen 17 Patienten sechs Monate lang eine Rückenmarksstimulation. Für die Behandlung wird eine Elektrode am Rückenmark platziert, durch die Nervenenden stimuliert werden können. In diesem Gebiet wird nämlich auch die Schmerzwahrnehmung übertragen. Ein elektrischer Strom kann dafür sorgen, dass die Schmerzreize an dieser Stelle gerade unterdrückt werden. Mit einer kleinen Fernbedienung kann der Patient selbst die Intensität des Stroms bestimmen. Bei fast zwei Drittel der Patienten war diese Behandlung innerhalb eines halben Jahres schließlich erfolgreich.

Erhebliche Schmerzlinderung
Die Rückenmarksstimulation sorgte dafür, dass sowohl tagsüber als auch nachts die Schmerzen erheblich gelindert wurden. Verglichen wurde mit einer Kontrollgruppe, die ausschließlich Medikamente erhielt und keinerlei Schmerzlinderung erfuhr. »Dadurch dass die Rückenmarksstimulation die Schmerzen auch nachts reduzierte, hatten diese Patienten auch wieder eine bessere Nachtruhe«, sagt Wissenschaftlerin Rachel Slangen. »Um die Effektivität der Behandlung noch weiter zu verbessern und Risikos wie technische Komplikationen und Infektionen zu verringern, sind weitere Forschungen wichtig. Unsere Ergebnisse bieten Diabetespatienten mit Polyneuropathie in jedem Fall eine Perspektive für eine schmerzlindernde Zukunft.«

Quelle: Slangen R., Schaper NC., Faber CG., Joosten EA., Dirksen CD., van Dongen RT., Kessels AG., van Kleef M.,: Spinal cord stimulation and pain relief in painful diabetic peripheral neuropathy: a prospective two-center randomized controlled trial. Diabetes Care. 2014 Nov;37(11):3016-24. doi: 10.2337/dc14-0684

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