Donnerstag, 26. März 2015

Die innere Uhr passt sich nicht
so schnell an die Sommerzeit an
(Foto: Medienstelle SAMINA)

Die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit steht am 29.03.2015 wieder an. Nachfolgend Tipps wie Sie die Umstellung für den Körper erleichtern.

Auch wenn noch nicht offiziell, der Frühling hat für viele bereits begonnen. Bei schönstem Wetter tummeln sich die Leute wieder draussen und geniessen die bereits wärmeren Temperaturen. Bald kann man dies am Abend wieder eine Stunde länger – zumindest gemäss Uhrzeit. Denn am Sonntag, 29. März 2015 werden die Uhren um 2 Uhr Morgens eine Stunde vorgestellt, wodurch es abends wieder länger hell ist, allerdings am Morgen vorübergehend auch länger dunkel. Genau diese veränderten Lichtverhältnisse, und bei den meisten auch die fehlenden 60 Minuten bringen unser Zeitgefühl aus dem Gleichgewicht. Die erzwungene Umstellung der inneren Uhr führt bei vielen Menschen zu körperlichen und psychischen Beschwerden und zu Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus. Der Schlafexperte Dr. h.c. Günther W. Amann-Jennson weiss, wie man damit am besten umgeht.

Zweimal im Jahr ein Mini-Jetlag

Ursprünglich wurde die Sommerzeit in Europa mit dem Argument des Energiesparens
eingeführt. Seither werden die Uhren Ende März um eine Stunde vor - und Ende Oktober
wieder auf die reguläre Zeit zurückgestellt. Die meisten Menschen geniessen es, während
der wärmeren Jahreszeit am Feierabend vom vermeintlich längeren Tageslicht profitieren zu
können, sei es für sportliche Aktivitäten oder für das gemütliche Zusammensein mit Familie
und Freunden.

Weniger Freude an der Vorverlegung des Tagesrhythmus um eine Stunde hat jedoch
meistens der Körper. Steht man normalerweise am Morgen um 7.00 Uhr auf, ist es ab 29.
März, wenn der Wecker läutet, eigentlich erst 6.00 Uhr. Die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin hat sich noch nicht umgestellt. Blutdruck und Pulsfrequenz sind noch im Dunkel-Rhythmus. Die eine Stunde Schlaf fehlt dem Körper. Man fühlt sich müde,
unkonzentriert und schlapp. Vielleicht ist man dadurch auch gereizt oder leidet unter
Verdauungsproblemen. Abends dagegen fühlt man sich fit, obwohl es bereits 23 Uhr ist und
man um diese Zeit normalerweise schlafen geht. Die Störungen von Wohlbefinden und
Gesundheit durch die Zeitumstellung ähneln also einem Mini-Jet lag.

Der Körper braucht Zeit sich anzupassen

Wer deshalb nicht so gut ein- oder durchschlafen kann, unter Tagesmüdigkeit leidet, greift
oft rasch zu Medikamenten. Anstatt dem Körper Beruhigungs-, Schlaf- oder Aufputschmittel
zu verabreichen, sollte man jedoch dem Organismus einfach die nötige Zeit gewähren, sich
an die Veränderungen anzupassen. Eine solche Anpassungsphase ist sehr individuell und
kann von vier, fünf Tagen bis zu zwei oder mehr Wochen dauern. Schwierig ist die
Zeitumstellung für Menschen, die bereits von Schlaf- oder Gesundheitsstörungen betroffen
sind. Ihre Behandlung wird dadurch häufig erheblich beeinträchtigt. Auch Menschen, die
unter chronischen Erkrankungen leiden, macht die Zeitumstellung zu schaffen. Bei
Säuglingen, Kindern und älteren Menschen tut sich der Organismus ebenfalls schwerer mit
der Umstellung. Generell hilft viel Bewegung an der frischen Luft und eine vitaminreiche,
frische Kost gegen das Gefühl der Energielosigkeit und Müdigkeit. Dadurch lässt es sich
abends besser schlafen. Besonders nachteilig ist die Zeitumstellung für den Chronotyp Eule
(Nachtmensch), da die meisten schon an einem Schlafdefizit leiden. Jetzt fehlt bis zur
Rhythmusanpassung eine weitere Stunde Schlaf und das frühe Aufstehen fällt noch
schwerer. Frühaufstehern (Lerchen) macht die Umstellung in der Regel weniger Probleme,
das das Melatonin-Signal früher einsetzt.

Tipps, um die Zeitumstellung besser zu meistern:

  • Vor der Zeitumstellung jeden Tag etwas früher zu Bett gehen – eine Viertelstunde pro Tag reicht schon – und ungefähr gleich lange früher aufstehen.
  • Wer kann, sollte am Tag nach der Zeitumstellung am 29. März morgens einfach eine Stunde länger liegen bleiben und dann die erste Woche ruhig angehen.
  • Wer weiss, dass er Probleme hat, sich auf die Sommerzeit einzustellen, sollte an den Abenden vor der Zeitumstellung möglichst auf helles Licht verzichten. Verzichten Sie an den Abenden auch auf Bildschirmarbeit und zu langes Fernsehen (hoher Blaulichtanteil – wirkt aktivierend!) – so werden Sie früher müde und können besser einschlafen.
  • Am Morgen hilft helles Licht in der Wohnung zusätzlich, die innere Uhr vorzustellen. Auch ein morgendlicher Spaziergang am Tageslicht hilft die innere Uhr besser anzupassen. Die natürliche, verlängerte Abend-Helligkeit vorübergehend eher meiden.
  • Üppige Mahlzeiten am Abend sollten in der Umstellungsphase vermieden werden. Auch übermässiger Konsum von Kaffee, Tee, Nikotin ist in den ersten Tagen der Zeitumstellung nach Möglichkeit zu vermeiden.
  • Während der Umstellungsphase eher auf den Mittagsschlaf verzichten und wach bleiben, auch wenn man müde ist. Besser ist das Einplanen mehrerer Erholungspausen. So kann sich die innere Uhr leichter wieder einpendeln und man schläft in jedem Fall am Abend besser ein.
  • Viel Bewegung im Freien – am Abend aktiven Sport eher meiden, genügend Wasser trinken.
  • Einfache Hausmittel wie ein heisses Bad, dicke Socken, ein warmes Fussbad und Entspannungsübungen oder pflanzliche Mittel wie z.B. Baldrian oder Hopfen unterstützen das bessere Einschlafen.
  • Die Zeitumstellung kann auch Anlass bieten, generell die Regeln für einen gesunden Schlaf zu beachten: eine orthopädisch optimale Schlafunterlage, das richtige Kissen, trocken-warmes Bettklima dank geeignetem Duvet z.B. aus Schafschurwolle und die Vermeidung von Elektrosmog im Schlafzimmer.
  • Sollten die Schlaf- oder Umstellungsprobleme nach ca. 14 Tagen nicht abnehmen, empfiehlt es sich, einen Arzt oder Therapeuten aufzusuchen.
Quelle: Presseinformation der Medienstelle SAMINA vom 23.03.2015

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Gesundheit & Wissenschaft

Gesundheit & Wissenschaft
Bitte beachten Sie, dass Artikel auf dieser Seite generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen können.

Categories

Angelika Lensen. Powered by Blogger.

Autor(en)

Alle Beiträge auf Gesundheit & Wissenschaft wurden von Angelika Lensen erstellt.

About Me

Mein Foto
Ich schreibe als freie Journalistin für Online- und Printmedien
über Gesundheit, Medizin und Wissenschaft.


Werbepolitik

Diese Internetseite ist frei von Werbung und wird ausschließlich privat finanziert.

Letzte Aktualisierung

Beliebte Artikel

Blog Archive

Folgen Sie dem Blog per E-Mail

Google+ Badge