Dienstag, 14. Juli 2015


Osteoporose erhöht das Risiko für
plötzlichen Gehörverlust
(Foto: PublicDomainPictures - pixabay.com)

Wer an Knochenschwund, auch Osteoporose genannt, leidet, hat ein erhöhtes Risiko für plötzlich auftretende Taubheit.


Patienten mit Osteoporose haben ein erhöhtes Risiko für plötzlichen Gehörverlust, sagen Wissenschaftler aus Taiwan. Das Risiko für bestimmte Gehörprobleme ist bei Knochenschwund 1,76 Mal höher im Vergleich zu Menschen ohne die Knochenerkrankung.

Osteoporose weit verbreitet
Osteoporose ist eine fortschreitende Erkrankung, bei der die Knochen zunehmend schwächer werden und schneller brechen. Knochenabbau und Knochenaufbau sind nicht mehr im Gleichgewicht. In Deutschland sind etwa acht Millionen Menschen von Osteoporose betroffen. Vor allem Frauen nach den Wechseljahren haben durch die abnehmenden weiblichen Geschlechtshormone ein erhöhtes Risiko. Bis 2050 wird eine Verdoppelung der Krankheitszahlen erwartet.

Bei Hörsturz schnell zum Arzt
Ein plötzlicher Gehörverlust, auch Hörsturz genannt, ist ein unerwarteter, schneller Verlust der Hörfähigkeit, der typischerweise auf einem Ohr auftritt. Es kann plötzlich auftreten oder über mehrere Tage verteilt. Etwa die Hälfte der Betroffenen gewinnt die Hörfähigkeit spontan wieder zurück. Dennoch ist es wichtig, sofort ärztliche Hilfe aufzusuchen. Bei ungefähr 85 Prozent der Patienten, die behandelt werden, erholt sich das Gehör zumindest teilweise.

Osteoporose betrifft nicht nur die Knochen
»Zunehmende wissenschaftliche Beweise zeigen, dass Osteoporose nicht nur die Knochengesundheit betrifft, sondern auch das kardiovaskuläre (Herz und Blutgefäße) und das zerebrovaskuläre (Blutgefäße im Gehirn) System«, sagt einer der Studienautoren, Kai-Yen Tien vom Qi-Mei-Medical-Center in Taiwan. »Unsere Ergebnisse deuten an, dass plötzlicher Hörverlust ein weiteres Gesundheitsproblem ist, das mit Osteoporose zusammenhängt.«

Osteoporose erhöht Risiko für andere Krankheiten
Die Wissenschaftler sind noch nicht sicher, welcher biologische Mechanismus für den Zusammenhang verantwortlich ist. Dr. Tien stellt die Theorie auf, dass kardiovaskuläre Risikofaktoren, Mineralverlust der Knochen, Entzündungen und Störungen der Blutgefäßwände zu der Erkrankung beitragen.
»Mehr und mehr Menschen leiden weltweit an Osteoporose und unsere Arbeit zeigt, dass sie ein erhöhtes Risiko für einen Hörsturz sowie Knochenbrüche und andere Probleme haben«, erklärt Tien. »Patienten, die an Osteoporose leiden, sollten daran denken, sofort medizinische Hilfe zu suchen, wenn sie einen Hörsturz erfahren.«

Quelle: Mei-Chen Yeh, Shih-Feng Weng, Yuan-Chi Shen, Chien-Wen Chou, Chwen-Yi Yang, Jhi-Joung Wang, Kai-Jen Tien. Increased Risk of Sudden Sensorineural Hearing Loss in Patients With Osteoporosis: A Population-based, Propensity Score-matched, Longitudinal Follow-up Study. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2015; jc.2014-4316 DOI: 10.1210/jc.2014-4316

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