Montag, 1. Februar 2016


15 Minuten Bewegung täglich verlängert
bereits das Leben
(Foto: harry22 - pixabay.com)
Täglich eine Viertelstunde leichte Anstrengung senkt bereits das Risiko für einen vorzeitigen Tod. Genauso positiv sind acht Minuten Intensivtraining pro Tag.




Sport und regelmäßige Bewegung sind gesund, das ist inzwischen allgemein bekannt. Mediziner, die sich mit der Wirkung von Sport auf unsere Gesundheit befassen, glauben sogar, dass Bewegung besser als jede Medizin ist. Bewegung beugt nicht nur Krankheiten vor, sondern kann sogar viele Gesundheitsprobleme heilen. Doch die meisten Menschen halten nicht viel davon, jeden Tag stundenlang anstrengende Bewegungsprogramme zu absolvieren. Zumal das auch häufig schwierig in den Alltag einzubauen ist. Beruf, Familienleben und soziales Umfeld fressen an unseren knapp bemessenen Zeitressourcen. So ist es nicht verwunderlich, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung eher zu wenig als zu viel Bewegung bekommt. Doch Wissenschaftler haben nun festgestellt, dass gar nicht so viel Training nötig ist, um gesund zu bleiben.



Ein Viertelstündchen bringt schon etwas

Täglich 15 Minuten leichte Anstrengung senkt bereits das Risiko für einen vorzeitigen Tod. Auch kurzes intensives Sporttraining ist gut für die Gesundheit. Acht Minuten täglich reichen schon für einen merkbar positiven Effekt, sagen Wissenschaftler vom Radboudumc Nimwegen. Regelmäßig mäßig intensive Bewegung wie Radfahren oder ein flotter Spaziergang kann das Risiko senken für Herzkrankheiten, Diabetes, Schlaganfall, Depression, Osteoporose, Dickdarmkrebs und Brustkrebs. Experten empfehlen deshalb auch 30 Minuten täglich mäßig intensive Bewegung oder 75 Minuten wöchentlich hoch intensives Training.



Minimum und Maximum gesucht

Die Wissenschaftler Eijsvogels und Thomson wollten wissen, ob es auch ein Minimum an Bewegung gibt, das bereits Gesundheitsvorteile bringt. Gleichzeitig wollten sie einen Beweis für die Annahme finden, dass extrem viel intensive Bewegung möglicherweise schädlich ist für die Gesundheit. Um das zu untersuchen, analysierten sie die Ergebnisse von sieben großen weltweiten Langzeitstudien. Zusammengefasst wurde in diesen Studien mit mehr als zwei Millionen Teilnehmern über zwölf Jahre hinweg untersucht, welchen Einfluss tägliche Bewegung auf einen vorzeitigen Tod hatte.



Jedes bisschen zählt

Aus den Analysen ging hervor, dass bereits Bewegung unter der empfohlenen Norm von 30 Minuten täglich entscheidend das Risiko für einen vorzeitigen Tod senkt. So zeigte eine amerikanische Studie, dass Menschen, die nur acht Minuten täglich joggten, ein geringeres Risiko hatten, an Herzerkrankungen vorzeitig zu sterben. Mehr als 100 Minuten Bewegung täglich bringen aber keinen weiteren Gesundheitsvorteil. Eijsvogels: »Jeder weiß wohl, dass ausreichend Bewegung gesund ist. Diese Studie zeigt, dass auch schon kleine Anstrengungen große gesundheitliche Vorteile liefern. Das sollte für inaktive Personen eine zusätzliche Motivation sein, sich doch etwas mehr zu bewegen. »Jedes bisschen zählt« heißt in diesem Fall das Motto.«



Zuviel gibt’s nicht

Neuere Studien deuten an, dass extrem hohe Dosen an Bewegung zu bleibenden Herzschäden und vorzeitigem Tod führen können. Aus der Analyse von Eijsvogels und Thompson geht das allerdings nicht hervor. Auch hohe und extrem hohe Dosen an Bewegung sorgen bei der gesunden Bevölkerung für reduziertes Sterberisiko. »Es gibt einzelne Studien, die etwas anderes andeuten und die viel Aufmerksamkeit erhalten haben, doch deren Untersuchungsmethoden stehen auf schwachen Füßen. Man muss deshalb vorsichtig sein mit Schlussfolgerungen aus diesen Studien. Einzige Ausnahme hierbei sind Herzpatienten, die sehr intensiv trainieren. Möglicherweise profitieren sie weniger von ihrem aktiven Lebensstil. Das wollen wir nun in unserer Folgestudie weiter untersuchen.«



Kurze Bewegungseinheiten sind alltagskompatibel

Bewegung ist also weiterhin ein probates Mittel zur Vorbeugung von Krankheiten und acht bis 15 Minuten Bewegung sollte auch für echte »Couchpotatoes« im Alltag machbar sein. Ein kleiner Spaziergang in flottem Tempo während der Mittagspause ist vielleicht schon genug und bringt nicht nur Muskeln und Gelenke, sondern auch die grauen Zellen in Schwung. Vielleicht können Sie ja auch Ihre Kollegen zum Mitmachen motivieren. Das macht mehr Spaß und das Sportprogramm ist im Handumdrehen erledigt.



Quelle: Eijsvogels TH, Thompson PD. Exercise Is Medicine: At Any Dose?. JAMA. 2015;314(18):1915-1916. doi: 10.1001/jama.2015.10858

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