Freitag, 25. März 2016


Shiitake-Pilze bekämpfen Grippe- und Erkältungsviren
(Foto: Demorobi - pixabay.com)
Bestimmte Nahrungsmittel und Kräuter können helfen, Grippe und Erkältungen vorzubeugen oder die Dauer zu verkürzen.


Beim Thema Grippe oder grippaler Infekt, im Volksmund auch Erkältung genannt, wird uns meistens geraten, uns zu schonen und die Sache auszukurieren. Natürliche Mittel gegen Schimmel und Bakterien sind bekannter als Heilmittel gegen Virusinfektionen. Doch es gibt sie durchaus. Starke antivirale Nahrungsmittel und Kräuter halten Grippe und Erkältung auf Abstand, verbessern gleichzeitig die allgemeine Gesundheit und stärken auf Dauer das Immunsystem. Mit den nachfolgenden Mitteln schützen Sie sich vor Grippe und Erkältung oder sorgen zumindest für eine Verkürzung der Krankheitsdauer. Zusatzeffekt: Sie sind gesundheitsfördernd und unterstützen das ganze Jahr hindurch das Immunsystem.

Holunderbeere
Sie gehört zu den ältesten Naturheilmitteln, die es gibt. Holunder wird auch in Sirup gegen Grippe und Erkältung verwendet. Wegen ihres Erfolgs als Heilmittel wurde die Holunderbeere häufig studiert und hat die kleine schwarze Beere bewiesen, dass sie die Immunantwort auf Virusinfektionen verstärkt. Das verkürzt die Dauer von Grippe- und Erkältungssymptomen um mehr als die Hälfte. Holunderbeeren enthalten mit Flavonoiden sekundäre Pflanzenstoffe, die sich an den Virus binden und ihn damit ausschalten. Außerdem enthält Holunder viele Anthocyane, was ihm die dunkle Farbe verleiht, eine stark antioxidative Wirkung hat und die Körperzellen schützt. Die Holunderbeere wirkt bei Grippe, aber auch bei Herpes simplex-Viren. Holunderbeeren sorgen für eine Zunahme der Lymphozyten, die eine Hauptrolle in der Immunabwehr spielen. Das »Journal of International Medical Research« stellte 2004 fest, dass Holunderextrakt ein wirksame, sichere und kostengünstige Behandlung gegen Grippe darstellt. Patienten aus der Studie bekamen vier Mal täglich 15 Milliliter Holundersirup. Holunder kann als Sirup, Tinktur oder Extrakt angewendet werden. Holunderbeeren müssen erst erhitzt werden, denn im rohen Zustand enthalten sie leicht giftige Cyanglykoside, die Übelkeit, Erbrechen und schweren Durchfall verursachen können.

Olivenblätterextrakt
Olivenblätterextrakt und in geringerem Umfang Olivenöl enthalten das Polyphenol Oleuropein. Oleuropein hat eine höchst antioxidative und entzündungshemmende Wirkung und senkt den Blutdruck. Auch der Cholesterinspiegel wird dadurch normalisiert. Oleuropein ist, zusammen mit Oleocanthal, einer der wichtigsten Inhaltsstoffe für die Gesundheit. Das ist zwar bekannt, doch weniger bekannt ist die antivirale Wirkung von Oleuropein. Es wurde an vielen Grippevarianten getestet und verhindert, dass die Viren in gesunde Zellen eindringen, in dem sie virale Enzyme blockieren.

Teepflanze
Aus der Teepflanze Camellia sinensis wird weißer, grüner und schwarzer Tee hergestellt. Die Teepflanze enthält hohe Konzentrationen an Catechinen, die zu den Flavonoiden gehören und bekannt sind für ihre antioxidativen Eigenschaften. Sie wirken besonders gefäßschützend. Epigallocatechine (EGC), Epicatechingallat (ECG) und das Epigallocatechingallat (EGCG) verhindern das Eindringen bestimmter Viren in gesundes Gewebe. Diese drei Bestandteile sind nachgewiesenermaßen wirksamn gegen Grippe, HIV, Herpes simplex und Hepatitis B. Matcha-Tee enthält im Vergleich zu grünem Tee zwei- bis dreimal so viel EGCG.

Frischer Knoblauch
Knoblauch sollten Sie eigentlich immer in der Küche haben. Es ist eines der nützlichsten und stärksten Heilmittel, die die Natur zu bieten hat. Knoblauch verringert das Risiko für einen grippalen Infekt um 64 Prozent, wenn man es zumindest regelmäßig isst. Hat die Erkältung einen schon erwischt, verkürzt es die Dauer und reduziert die Symptome um 70 Prozent.
Das alles verdankt man der hohen Konzentration an Allizin, einer Organoschwefel-Verbindung, die dem Knoblauch seinen starken Duft verleiht. Knoblauch bekämpft effektiv Rhinoviren, die die meisten Erkältungen verursachen, aber auch verschiedene Grippeviren, Herpes simplex I und II, virusbedingte Entzündungen der Mundschleimhaut und das Cytomegalovirus, auch als humaner Herpesvirus 5 bezeichnet. Allizin kommt nur in frischem Knoblauch vor und entweicht nur, wenn der Knoblauch beschädigt wird durch Hacken, Schneiden oder Pressen. An der Luft zerfällt Allizin schnell in andere Schwefelverbindungen. Andere Formen von Knoblauch, zum Beispiel Pulver, haben nicht denselben Effekt.

Shiitake-Pilz
Alle essbaren Pilze enthalten antivirale Bestandteile, aber Shiitake (Lentinula edodes) ist der stärkste. Der Pilz besitzt mindestens elf verschiedene Substanzen, die der Virusvermehrung entgegenwirken und das Immunsystem anregen. Manchmal werden Virussubstanzen komplett eingepackt, um sie leichter aus dem Körper zu entfernen. Pilze erzeugen Alkalinität, können also Säure neutralisieren, was eine feindliche Umgebung für Viren bedeutet.
Und Shiitake kann noch mehr: Werden Shiitake-Pilze dem Sonnenlicht aussgesetzt, produzieren sie Vitamin D und speichern es. Mit Shiitake kann man daher auch wunderbar seinen Vitamin D-Spiegel aufrechterhalten. Shiitake sind als Pilz oder Extrakt zu kaufen, aber man kann sie auch selbst züchten.

Süßholz
Süßholzextrakt (Glycyrrhiza glabra) wirkt ebenfalls stark antiviral und nachweislich bei SARS, HIV, AIDS und sowohl bei akuter als auch chronischer Hepatitis. Im Fall von SARS übertraf Süßholz sogar die am meisten empfohlenen pharmazeutischen Mittel, die speziell für diese Krankheit entwickelt wurden. Die antivirale Wirkung von Glycyrrhizin ist gleich dreifach: Es verhindert, dass sich Virionen, infektiöse Virenpartikel, an gesunde Zellen binden und eindringen. Zudem bremst es die Vermehrung der Viren, die bereits in die Zellmembran eingedrungen sind.
Glycyrrhizin ist äußerst stark und die Einnahme sollte mit dem Arzt besprochen werden, besonders wenn Sie weitere Medikamente verwenden. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Glycyrrhizin vermieden werden. Es sollte auch nicht in hohen Dosierungen oder über lange Zeit eingenommen werden, da Nebenwirkungen wie Bluthochdruck oder Kaliummangel auftreten können.

Roter Lapacho
Roter Lapacho (Handroanthus impetiginosus) wächst in Zentral- und Südamerika. Die Innenseite der Baumrinde wird traditionell als Heilmittel bei Virusinfektionen der Atemwege benutzt. Die Rinde hat eine hohe Konzentration Chinoide, vor allem Lapachol. Sie hemmen die Vermehrung der Viren bei Grippe, Erkältung, Herpes simplex I und II, und auch Viren, die Entzündungen der Mundschleimhaut verursachen.
Aus der Rinde wird meist ein Tee gekocht, der bitter schmeckt. Als Kapsel ist Lapacho besser einzunehmen, aber vielleicht weniger wirksam als der Tee. Auch bei der Einnahme von Lapacho ist der Rat eines Arztes oder Heilpraktikers wünschenswert, besonders wenn er mit anderen Medikamenten kombiniert wird. Lapacho sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Lapacho ist giftg für Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder.

Astragalus
Astragalus ist ein viel gepriesenes Heilmittel aus der chinesischen Heilkunde. Weil Astragalus das Immunsystem kräftigt, sinkt das Risiko für eine Grippeinfektion. Empfohlen wird dreimal pro Woche morgens 250 bis 500 Milligramm. Bei Fieber sollte man Astragalus nicht anwenden.

Ginseng
Ginseng beugt einer Grippeinfektion vor und falls man sich schon angesteckt hat, wird das Virus mit Ginseng wirksam behandelt. Ginseng bekämpft auch andere Viren, die die Atemwege befallen.

Beeren
Beeren enthalten enorm viele Flavonoide mit antiviraler Wirkung. Beeren und Trauben enthalten Resveratrol und auch diese Substanz bekämpft die Vermehrung von Grippeviren und Viren der Atemwege. Die Vorteile von Beeren beschränken sich allerdings nicht nur auf Grippe und Erkältung. Flavonoide sind nicht nur Antioxidantien, sondern helfen dem Körper auch, die natürlichen Entgiftungsenzyme zu aktivieren. Sie erschweren das Wachstum von Krebszellen, reduzieren Entzündungen und sorgen für einen gesunden Blutdruck.

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