Freitag, 4. März 2016


Rauchen schadet auch der psychischen Gesundheit
(Foto: blizniak - pixabay.com)
Rauchen macht nicht nur den Körper krank, sondern auch die Psyche. Und Passivrauchen ist ähnlich ungesund, wissen Forscher inzwischen.


Rauchen ist bekannt als Risikofaktor für eine Vielzahl von Krankheiten. Allen voran Krebs, Herz- und Gefäßkrankheiten, COPD, aber auch Osteoporose, grauer Star und die altersabhängige Makuladegeneration, die zur Erblindung führen kann. Aktuelle Forschungen zeigen nun, dass Rauchen nicht nur körperliche Schäden anrichtet, sondern auch die Psyche stört.

Rauchen erhöht das Risiko für Panikanfälle
Aus Untersuchungen der Universität Maastricht ging hervor, dass Patienten, die an einer Panikstörung leiden, eher einen Panikanfall erleiden, wenn sie regelmäßig rauchen. Menschen mit einer Panikstörung leiden an wiederholt auftretenden, unerwarteten Panikanfällen. Wiederkehrende Panikanfälle führen dazu, dass Situationen oder Ereignisse vermieden werden, die einen Panikanfall auslösen könnten. Diese Angst vor einem Panikanfall und die damit verbundene Vermeidungshaltung kann eine enorme Beeinträchtigung im Alltag bedeuten. Panikstörungen werden meist mit einer kognitiven Verhaltenstherapie behandelt, um Gedanken und Verhalten positiv zu beeinflussen. Eine Kombination mit einer Rauchstopp-Therapie könnte zukünftig die Behandlung von Panikstörungen ergänzen und die Wirksamkeit einer solchen Behandlung erhöhen, meinen die Wissenschaftler in Maastricht.

Rauchen fördert Schizophrenie und Psychosen
Aus Untersuchungen des King’s College in London ging hervor, dass es eine kausale Verbindung zwischen Rauchen und der Entstehung von Schizophrenie und Psychosen gibt. Nach einer ausführlichen Untersuchung von 15.000 Rauchern und 273.000 Nichtrauchern und ihren Erfahrungen mit Psychosen, kamen die Forscher zu dem Schluss, dass Raucher ein erhöhtes Risiko für eine solche Erkrankung haben. Bei einer Psychose treten vor allem Wahnvorstellungen und Halluzinationen auf; die Patienten sehen oder hören Dinge, die nicht vorhanden sind oder fühlen sich verfolgt. »Obwohl es immer schwierig ist, eine kausale Verbindung zu zeigen, müssen unsere Ergebnisse in jedem Fall ernst genommen werden«, sagt Studienautor Dr. James MacCabe. »Rauchen ist auf jeden Fall ein Risikofaktor für das Entwickeln einer Psychose.« Hinzuzufügen ist, dass Rauchen nicht die einzige Ursache ist. Andere wichtige Faktoren, die das Risiko eines Menschen für eine Schizophrenie erhöhen, sind Erbanlagen, Ernährung, Lebensweise und andere äußere Einflüsse. Das Hormon Dopamin könnte eine Erklärung dafür liefern, dass Schizophrenie häufiger bei Rauchern als bei Nichtrauchern auftritt. »Ein Überfluss an Dopamin ist die beste Erklärung, die wir haben für psychotische Erkrankungen«, erklärt Professor für Psychiatrie Robin Murray. »Es ist möglich, dass Nikotin, das für eine höhere Dopamin-Produktion sorgt, die Erklärung dafür ist, warum sich eine Psychose entwickelt.«

Passivrauchen fördert ADHS bei Kindern
Nicht nur aktives Rauchen kann die Psyche schädigen. Erst im April 2015 berichtete eine Studie, dass Kinder, die täglich mehrere Stunden Zigarettenrauch ausgesetzt sind, dreimal häufiger eine Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, kurz ADHS entwickeln. Diese psychische Störung wird geprägt von Symptomen wie Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Die Stärke der Symptome ist individuell sehr unterschiedlich, beeinträchtigt aber sehr Leistungen und Sozialverhalten der Kinder. Bereits eine Stunde täglich passiver Zigarettenrauch verdoppelt das Risiko der Kinder für eine psychische Störung wie ADHS.
Es lohnt sich also, das Rauchen aufzugeben. Das spart nicht nur jede Menge Geld, sondern auch viele Arztbesuche.

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