Donnerstag, 28. April 2016


Yoga lindert Beschwerden bei Rheuma, Arthrose
und Reizdarm
(Foto: PDPics - pixabay.com)


Yoga kann bei Rheuma und Arthrose die Beschwerden lindern und auch Patienten mit Reizdarm Erleichterung bringen.

Yoga fördert wie jede Art von Bewegung die Gesundheit und kann prinzipiell in jedem Alter ausgeübt werden. Die asiatische Körperkunst macht uns beweglicher, schenkt uns eine bessere Haltung und entspannt. Sogar die Abwehrkräfte werden gestärkt, sagt eine norwegische Studie.
Mediziner der John-Hopkins-Universität in Baltimore stellten nun fest, dass Yoga auch für Menschen sicher und effektiv wirkt, die an zwei der häufigsten Formen von Gelenkerkrankungen leiden: rheumatoide Arthritis oder kurz Rheuma und Knie-Arthrose. Die Studie gilt als eine der bisher größten zur Wirkung von Yoga auf die körperliche und seelische Gesundheit und Lebensqualität von Patienten mit rheumatischen Erkrankungen.

Yoga-Übungen sind gut anzupassen
»Es gibt tatsächlich großes Interesse für Yoga als komplementäre Therapie«, sagt Dr. Susan J. Bartlett, Professorin von der John-Hopkins-Universität. »Yoga passt besonders gut zu Menschen mit rheumatischen Erkrankungen, weil es körperliche Aktivität mit wirksamem Stressmanagement und Entspannungstechniken kombiniert und auch die entsprechenden Bewegungseinschränkungen berücksichtigt, die von Tag zu Tag unterschiedlich sein können.«

Aktivität als wichtiger Therapie-Baustein
Rheumatoide Arthritis, einer der führenden Gründe für Behinderungen, betrifft jeden fünften Erwachsenen und die meisten von ihnen sind noch keine 65 Jahre. Ohne angemessene Behandlung schränkt Rheuma nicht nur die Mobilität ein, sondern auch die allgemeine Gesundheit, Wohlbefinden, die Teilnahme an lieb gewonnenen Aktivitäten und die Lebensqualität insgesamt. Es gibt keine Heilung für Rheuma oder Arthrose, doch eine wichtige Strategie ist, aktiv zu bleiben. Noch sind bis zu 90 Prozent der Patienten mit Rheuma weniger aktiv, als die Gesundheitsrichtlinien empfehlen. Vielleicht wegen der Rheuma-Symptome wie Schmerzen und Steifheit, aber auch weil sie unsicher sind, wie sie am besten aktiv bleiben können.

Individuelle Einschränkungen berücksichtigen
Yoga hat für diese Patienten einen positiven Einfluss. Schon zweimal wöchentlich Yoga-Übungen bringt nach zwei Monaten eine 20-prozentige Verbesserung der Schmerzen, steigert die Energie, hebt die Stimmung und fördert die körperlichen Funktionen. Tätigkeiten im Beruf und zu Hause, die Kraft erfordern, werden so wieder möglich. Auch die Gehgeschwindigkeit verbesserte sich laut der amerikanischen Studie durch das Yoga-Training. Zudem war die Linderung der Beschwerden auch noch neun Monate nach dem Yoga-Kurs messbar. Und Yoga ist nach den neuen Erkenntnissen auch sicher für Rheuma- und Arthrose-Patienten. Viele Gesundheitsexperten hatten Zweifel, ob Yoga den angegriffenen Gelenken mehr schadet als nützt. Doch wenn die individuellen Bewegungseinschränkungen der Rheumatiker von den Yoga-Lehrern berücksichtigt werden, ist Yoga auch für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen eine sichere Übungsmethode.

Yoga reduziert Reizdarm-Beschwerden
Das gilt auch für Patienten, die unter dem Reizdarmsyndrom leiden. Sie kämpfen häufig mit Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen und Übelkeit, wodurch der Alltag stark beeinträchtigt wird. Medikamente können die Beschwerden zwar lindern, verursachen allerdings oft selbst wieder unangenehme Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Krämpfe. Eine amerikanische Studie beweist, dass Yoga hier eine gut verträgliche Ergänzung oder Alternative zur herkömmlichen Therapie darstellt. Das Yoga-Programm wurde speziell für die Reizdarm-Patienten zusammengestellt und kombinierte Atem-, Bewegungs- und Entspannungsübungen. In den ersten drei Monaten praktizierten die Patienten das Programm dreimal wöchentlich für eine Stunde und schon nach diesen ersten zwölf Wochen nahmen die Beschwerden deutlich ab. Alle Studienteilnehmer konnten ihre Medikamente reduzieren oder ganz absetzen. Der Erfolg des Yoga-Trainings blieb auch erhalten, wenn die Patienten nur noch einmal pro Woche trainierten. Bessere Beweglichkeit und mehr Lebensqualität sowie eine Normalisierung des Körpergewichts hoben auch die Stimmung der Betroffenen.

Vorsicht bei Glaukom
Auch wenn Yoga als eine der gesündesten und sanftesten Sportarten gilt, sind nicht alle Übungen für jeden geeignet. Menschen, die an einem Glaukom, also einem zu hohen Augeninnendruck leiden, sollten keine Yoga-Positionen über Kopf ausführen. »Obwohl wir unsere Patienten zu einem aktiven und gesunden Lebensstil ermutigen, einschließlich Bewegung und Sport, sollten Glaukom-Patienten bestimmte Aktivitäten wie Liegestütze und schwere Gewichte heben vermeiden, um den Augeninnendruck nicht zusätzlich zu erhöhen und mögliche Schäden am Sehnerv zu verhindern«, sagt Dr. Robert Ritch, Senior-Autor einer Studie im wissenschaftlichen Fachjournal PLOS ONE. »Die neue Studie wird Medizinern dabei helfen, ihre Patienten auf die Gefahren verschiedener Yoga-Positionen und anderer Übungen in Kopfüber-Haltung hinzuweisen.«
Wenn Sie gerne wissen möchten, ob Yoga Ihnen helfen kann oder was Sie hinsichtlich vorhandener Krankheiten beachten müssen, sollten Sie das mit Ihrem Arzt besprechen.

Quellen: S. H. Moonaz, C. O. Bingham, L. Wissow, S. J. Bartlett. Yoga in Sedentary Adults with Arthritis: Effects of a Randomized Controlled Pragmatic Trial. The Journal of Rheumatology, 2015; 42 (7): 1194 DOI: 10.3899/jrheum.141129

Kavuri V, Selvan P, Malamud A, Raghuram N, Selvan SR. Remedial yoga module remarkably improves symptoms in irritable bowel syndrome patients: A 12-week randomized controlled trial. Eur J Integr Med 2015; 7: 595-608, doi: 10.1016/j.eujim.2015.11.001

Kavuri V, Selvan P, Tabesh A, Raghuram N, Selvan SR. Remedial yoga module improves symptoms in irritable bowel syndrome: Replication in the wait-list group and sustained improvements at 6 months. Eur J Integr Med 2015; 7: 609-616, doi: 10.1016/j.eujim.2015.11.002

Jessica V. Jasien, Jost B. Jonas, C. Gustavo de Moraes, Robert Ritch. Intraocular Pressure Rise in Subjects with and without Glaucoma during Four Common Yoga Positions. PLOS ONE, 2015; 10 (12): e0144505 DOI: 10.1371/journal.pone.0144505

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