Sonntag, 24. Juli 2016


Honig ist eins der wirksamsten Naturheilmittel
(Foto: ponce_photography - pixabay.com)
Honigwasser erhöht den Antioxidantien-Spiegel im Blut und schützt das Herz genauso gut wie Obst und Gemüse. Honig bekämpft Bakterien und Infektionen.




Goldbraun und süß: So lieben wir Honig und genießen ihn gerne auf dem Frühstücksbrötchen oder als Süßungsmittel in Getränken oder Desserts. Doch Honig ist nicht nur süßer Genuss, sondern ein altbekanntes Heilmittel. Wer kennt nicht Omas Hausmittel gegen Husten und Erkältung: Tee oder Milch mit einem Löffel Honig. Und die Wissenschaft gibt Oma recht. Honig ist ein leckeres und preiswertes Arzneimittel. Allerdings sollte man Honig nur in lauwarme Getränke geben, da sonst die heilsamen Substanzen durch die Hitze zerstört werden.



Honig: Traditionelles Husten- und Erkältungsmittel

Traditionell wird Honig als Hustenmittel bei Erkältungen und Atemwegsinfektionen angewendet. Vor allem bei Kleinkindern zwischen einem und fünf Jahren konnten Mediziner in einer Studie durch Honig eine bessere Linderung der Beschwerden erreichen als durch herkömmliche Hustenmedikamente. Die Kinder schliefen besser und hatten weniger nächtliche Hustenanfälle.



Honigwasser liefert viele Antioxidantien

Honig in Wasser aufgelöst bietet viele Vorteile für die Gesundheit. Eine Studie der Universität von Illinois meldet, dass das Trinken von Honigwasser den Antioxidantien-Spiegel im Blut erhöht. Außerdem schützt Honig genauso gut vor Herzerkrankungen wie Obst und Gemüse. Und nicht zuletzt berichtet die Studie, dass Honig dieselben Substanzen wie Spinat enthält, die einer Verkalkung der Blutgefäße vorbeugen. Dazu gehören Folsäure und auch Vitamin E.



Honigwasser beugt Herzerkrankungen vor

In einer Studie mit 25 Männern im Alter von 18 bis 68 Jahren ließ sich durch das Trinken von in Wasser gelöstem Honig der Gehalt an Antioxidantien im Blut erhöhen. Honig enthält größtenteils dieselben antioxidativen Substanzen, die Arteriosklerose vorbeugen wie Äpfel, Bananen, Orangen und Erdbeeren.

Die Autorin der Studie, Dr. Nicki Engeseth von der Universität Illinois, bestätigt: »Honig scheint einen milden schützenden Effekt zu haben.« Es war bereits bekannt, dass Honig eine Reihe von Antioxidantien enthält, wobei in dunklem Honig die meisten zu finden sind. Je dunkler der Honig, desto stärker werden die Antioxidantien im Blut erhöht. Die getesteten Honigsorten waren (von hell nach dunkel) Buchweizen, hawaiianische Wehnachtsbeere, Tupelobaum, Sojabohne, Klee, Weidenröschen und Akazie. Das ist laut den Studienautoren die erste Studie, bei der der Einfluss von Honig auf den Antioxidantien-Spiegel im Blut untersucht wurde. Die Teilnehmer erhielten fünf Wochen lang ungefähr vier Esslöffel Honig in einem Glas Wasser aufgelöst.



Mehr Honig statt Zucker

Um dieselbe Menge Antioxidantien aus Honig aufzunehmen wie sie Obst und Gemüse liefern, müsste man entsprechende Mengen aufnehmen. Weil das dann doch letztlich zu viele Kalorien liefert, empfiehlt Dr. Engeseth, öfter Honig anstelle von Zucker oder anderen Süßungsmitteln zu verwenden und so die Zufuhr von Phenolen - sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativer Wirkung - zu erhöhen.



Honig gegen Kariesbakterien

Die Forschergruppe um Dr. Engeseth untersucht im Moment, ob Honig krankmachende Bakterien im Mund wie Streptococcus mutans, ein Karieserreger, bekämpfen kann. »Einige Honigsorten scheinen einen schützenden Effekt gegen diese Bakterien zu haben«, sagt Engeseth. »Salbeihonig und Tupelo-Honig sind zwei der getesteten Honigsorten, die die Bakterien am stärksten hemmen.« Beide liegen etwa in der Mitte der Skala von dunklen bis hellen Honigsorten. Die antibakterielle Wirkung muss noch weiter untersucht werden, die Ergebnisse sind deshalb noch als vorläufig zu betrachten, erklärt Engeseth.



Honigwein nicht mit Rotwein vergleichbar

Die Forscher untersuchten ebenfalls das antioxidative Level von Wein mit einem Zusatz von Honig, sogenannter Met oder Honigwein. »Seine antioxidativen Fähigkeiten sind mit weißem Wein vergleichbar, reichen aber bei Weitem nicht an die von Rotwein heran«, erklärt Engeseth. Honigwein wird von vielen gerne selbst zu Hause hergestellt.



Honig gegen Sodbrennen und Durchfall

Honig wird häufig in der ayurvedischen Medizin als Heilmittel angewendet. Eine indische Studie konnte sogar berichten, dass Honig vor Sodbrennen schützt. Grund ist das im Honig enthaltene Alginat. Diese Substanz wird nicht vom Körper abgebaut und kann so eine physikalische Barriere zwischen Magensäure und Speiseröhre bilden. In einer weiteren Studie konnte die Dauer eines bakteriell verursachten Durchfalls bei Kindern durch die Verabreichung von Honig verkürzt werden. 2010 berichteten Wissenschaftler von der Universität Amsterdam im »FASEBJournal«, dass die Fähigkeit von Honig zur Bakterienbekämpfung auf einem Eiweiß namens Defensin-1 beruht.



Manuka-Honig gegen MRSA

Ein besonders starker Bakterienkiller ist der neuseeländische Manuka-Honig. Er wurde in den letzten Jahren zunehmend wissenschaftlich erforscht und hat bis heute erstaunliche Wirkungen in verschiedenen Bereichen gezeigt. Manuka-Honig, hergestellt aus dem Nektar der Südseemyrte, gilt als besonders heilsam. Er lässt chronische Wunden besser heilen und beugt der Entwicklung solcher Wunden vor, berichten Forscher in einer Studie im Journal »Microbiology«. Dr. Rowena Jenkins und ihre Kollegen von der Universität von Wales stellten in einer Studie fest, dass Manuka-Honig Bakterien tötet, in dem er wichtige Proteine in den Bakterien zerstört und dadurch die Bakterien absterben. Einige Studien haben sogar dokumentiert, dass Manuka-Honig die gefürchteten MRSA-Bakterien, bei denen viele Antibiotika nicht mehr wirken, bekämpfen kann.



Manuka-Honig tötet Keime in Mund und Magen

Eine Studie aus der Schweiz konnte zeigen, dass der süße Manuka-Honig sogar Bakterien hemmt, die häufig Zahnfleischentzündungen und Karies verursachen. Ein Ergebnis, das man bei Zucker - wozu natürlich auch Honig gehört - nicht erwarten würde. Und selbst den weit verbreiteten Magenkeim Helicobacter pylori, der oft Entzündungen und Geschwüre der Magenschleimhaut und des Zwölffingerdarms verursacht, kann Manuka-Honig abtöten und so langfristig auch vor Magenkrebs schützen.

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