Samstag, 24. September 2016



Wer viele Medikamente einnehmen muss, sollte regelmäßig seinen Vitamin D-Spiegel messen lassen. Medikamente erhöhen das Risiko für einen Vitamin D-Mangel.




Das »Sonnenvitamin« D sinkt nicht nur, wenn wir uns wenig im Freien aufhalten. Eine Studie im »EuropeanJournal of Clinical Pharmacology« zeigt, dass sowohl die Einnahme von fünf oder mehr Medikamenten (Polypharmazie) als auch die Einnahme bestimmter Medikamentengruppen das Risiko für einen Vitamin D-Mangel - vor allem bei Älteren - erhöhen.



Einnahme von mehr als fünf Medikamenten bei Senioren keine Seltenheit

Untersucht wurden 873 selbstständig wohnende Senioren, die unter geriatrischer Behandlung eines Altersmediziners standen. Bereits früher zeigte sich, dass bei dieser Gruppe Senioren viele Medikamente eingenommen werden: 65 Prozent nehmen mindestens fünf Arzneimittel ein (Polypharmazie) und 22 Prozent nimmt sogar zehn oder mehr Medikamente (ernste Polyphamazie) ein.



Vitamin D-Mangel trotz Einnahme eines Vitamin D-Präparates

Abhängig vom Grenzwert für einen Vitamin D-Mangel (25-Hydroxy-Vitamin-D <50 nmol/l oder <75 nmol/l) hatten jeweils 49 Prozent und 77 Prozent der Senioren einen Vitamin D-Mangel. Von den insgesamt 873 Senioren verwendeten 152 Menschen freiwillig ein Vitamin D-Präparat. Trotz der Einnahme des Vitamins D hatten 17 Prozent (<50 nmol/l) und 49 Prozent (<75 nmol/l) in dieser Gruppe noch immer einen Vitamin D-Mangel. Bei den Senioren, die kein Vitamin D-Präparat schluckten, lag dieser Prozensatz jeweils 57 und 83 Prozent.



Bestimmte Wirkstoffe erhöhen das Risiko für Vitamin D-Mangel

Die Wissenschaftler sahen ein größeres Risiko für einen Vitamin D-Mangel bei Senioren, die zehn oder mehr Medikamente anwendeten. Aber auch bei der Einnahme bestimmter Medikamente wie:



  • Metformin und Sulfonylureumderivate (z.B. Glimepirid) bei Diabetes
  • Sulfonamid-Antibiotika
  • Herzglykoside wie Digoxin
  • Vitamin K-Antagonisten zur Blutverdünnung
  • ACE-Hemmer zur Blutdrucksenkung
  • kaliumsparende und Schleifendiuretika (Entwässerungsmedikamente zur Blutdrucksenkung)
  • Antidepressiva aus der Gruppe selektive Wiederaufnahmehemmer (SRI)



Es ist ratsam, regelmäßig den Vitamin D-Status zu überprüfen, wenn solche Medikamente eingenommen werden.



Die Studie war ein Teil des PAnDEMics-Projektes, eine Abkürzung für »Polypharmacy, Malnutrition and Deficiencies of Micronutrients in Dutch geriatric outpatients«. Dieses Projekt der »Alliantie Voeding Gelderse Vallei« untersucht bei Senioren Zusammenhänge zwischen Medikamenteneinnahme, Unterernährung und Mangel an Vitaminen und/oder Mineralstoffen.

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