Sonntag, 12. März 2017


Im Frühling werden Allergiker wieder von Pollenflug und Heuschnupfen gequält. Die unangenehmen Symptome lassen sich mit natürlichen Mitteln lindern.




Die reguläre Auffassung

Heuschnupfen ist eine Form der Allergie und geht mit vielen unterschiedlichen Symptomen einher. Es kommt zur Überreaktion der Schleimhäute von Nase und Rachen und das kann juckende, tränende und brennende Augen verursachen. Auch Niesen und Atemnot sind häufige Beschwerden. Außerdem kann Heuschnupfen zu Erschöpfung und einem allgemeinen Krankheitsgefühl führen. Alles Gründe genug, um die Gesundheitsbeschwerden zu bekämpfen. Jemand, der unter Heuschnupfen leidet, reagiert überempfindlich auf Blütenstaub von Gräsern, Pflanzen oder Bäumen. Dieser Blütenstaub wird auch Pollen genannt. Sobald Augen, Nase, Mund, Rachen oder Luftröhre eines Heuschnupfen-Allergikers mit solchen Pollen in Kontakt kommen, irritiert das die Schleimhäute. Die eigentlich unschädlichen Pollen werden als Eindringlinge angesehen und der Körper produziert eine Substanz namens Histamin, um sie zu bekämpfen. Im Körper kennen wir die sogenannten Mastzellen, die Teil des Immunsystems sind. Bei einer allergischen Reaktion produzieren diese Zellen Histamin, weil sie geschädigt sind oder reißen und der Antikörper Immunglobulin E die Zellwände schädigt. Das Histamin erweitert die kleinen Blutgefäße und macht sie übermäßig durchlässig für Eiweißmoleküle.



Jeder Vierte leidet an Heuschnupfen

Nach Schätzungen ist jeder vierte Bundesbürger von Heuschnupfen betroffen. Experten erwarten, dass diese Zahl weiter steigen wird. Ursachen sind die zunehmende Luftverschmutzung, großräumiges Abholzen von Wäldern, und eine wachsende Überempfindlichkeit des Menschen gegenüber seinen Umgebungsfaktoren. Heuschnupfen ist eine Bezeichnung aus dem Volksmund für die Pollenallergie. Früher dachte man, dass die meisten Beschwerden während der Heu- oder Erntezeit auftreten. Jeder Mensch stellt Antikörper gegen Blütenstaub her, doch in manchen Familien tritt Heuschnupfen häufiger auf als in anderen. Die Veranlagung für Heuschnupfen ist schon bei der Geburt vorhanden, aber die Beschwerden äußern sich erst im Laufe der Jahre.



Die konventionelle Erklärung für mögliche Ursachen von Heuschnupfen:

  • Allergien sind eine Art falsche Reaktion unseres Immunsystems;
  • Das Immunsystem mancher Menschen erzeugt auf bestimmte Dinge eine Überreaktion;
  • Unser Körper produziert Antikörper oder Immunglobuline, um Allergene zu vernichten;
  • Die Antikörper binden sich an bestimmte Blutkörperchen, sogenannte Mastzellen;
  • Diese Mastzellen werden gereizt und explodieren;
  • Wenn die Mastzellen explodieren, werden chemische Stoffe freigesetzt, unter anderem Histamin;
  • Diese chemischen Substanzen verursachen die allergischen Reaktionen.



Der Auffassung nach gibt es eigentlich auch keine Allergiebehandlung, so dass Allergiegeplagten nichts anderes übrigbleibt, als die allergieauslösenden Substanzen zu meiden. Im Laufe der Zeit nehmen die Beschwerden wieder ab. Wie lange das dauert, ist nicht vorherzusagen. Zentraler Punkt bei der konventionellen Therapie, ist die Behandlung der Symptome. In der Naturheilkunde sind eine Reihe von Verfahren bekannt, die sich im Prinzip auch nur auf die Symptome richten, aber es gibt auch einige Verfahren, die eine echte Behandlung darstellen und auch die Ursachen von Allergien verdeutlichen.



Der orthomolekulare Ansatz

Der othomolekulare Ansatz richtet sich vor allem auf die Stärkung des Körpers mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln. Dabei werden größere Mengen verschiedener Nährstoffe angewendet, um die Funktionen des Körpers zu unterstützen, Abweichungen zu korrigieren und den Stoffwechsel sowie das Immunsystem zu verbessern. Die Vitamine, Mineralstoffe und die Kräuter sind Immunverstärker und müssen dafür sorgen, dass das Abwehrsystem des Körpers dauerhaft stark bleibt. Manche dieser Mittel stärken die Nebennieren, damit der Körper einen Angriff durch Allergene besser abwehren kann. Andere Nährstoffe und Kräuter arbeiten als natürliche Antihistaminika und natürliche abschwellende Mittel (Dekongestiva). Andere lindern die Entzündung, die oft Allergien begleitet.



Die besten natürlichen Nahrungsergänzungen bei Allergien sind:

  • Vitamin C - natürliches Antihistamin (1.000 - 3.000 mg täglich)
  • Vitamin B 5 - bei Stress (bis 1.000 mg, 2 bis 3 Mal täglich)
  • CoQ10 - senkt das Histamin und stärkt das Immunsystem (60 mg, 3 - 4 Mal täglich)
  • Vitamin A - entzündungshemmend, immunverstärkend (10.000 IU 2 bis 3 Mal täglich)
  • AHCC (Active Hexose Correlated Compound) - immunverstärkend (500 mg täglich)
  • Vitamin B 12 - entzündungshemmend (1.000 µg täglich)
  • Omega-3-Fette - reduzieren allergische Reaktionen (1.000 mg täglich)
  • Quercetin - senkt die Histamin-Produktion (bis 2.000 mg täglich)
  • Vitamin E & Selen - Immunverstärker (400 IU täglich)
  • Traubenkernextrakt - Immunverstärker (100 mg, 2 Mal täglich)
  • Magnesium - entspannt die Bronchien (400 mg täglich)
  • Kalzium - stabilisiert die Mastzellen (1.000 mg täglich, nicht zusammen mit Magnesium einnehmen, weil dessen Aufnahme behindert werden kann)



Phytotherapie

Heuschnupfen ist eine Form der Allergie, bei der auch Heilpflanzen eingesetzt werden können, um die Symptome zu lindern und das Abwehrsystem zu stärken. Die meisten Heilpflanzen werden als sicher angesehen und können darum eine wichtige Ergänzung bei der Behandlung einer Allergie darstellen. Allerdings muss man beachten, dass für eine Reihe von Heilpflanzen Kontraindikationen bestehen, wenn bestimmte Medikamenten eingenommen werden:

  • Kanadischer Gelbwurz darf nicht bei Bluthochdruck angewendet werden
  • Süßholz darf nicht bei Diabetes, Bluthochdruck oder Leber- und Nierenfunktionsstörungen angewendet werden
  • Eibisch kann die Aufnahme von gleichzeitig eingenommenen Medikamenten verzögern
  • Echinacea sollte nicht bei Tuberkulose, Lupus oder multipler Sklerose angewendet werden.
  • Astralagus sollte nicht bei Autoimmunerkrankungen wie Rheuma oder Morbus Crohn angewendet werden.



Folgende Heilpflanzen lindern häufig Allergie-Beschwerden:

  • Süßholzwurzel: Eine der beliebtesten Heilpflanzen. Fördert die Produktion bestimmter Hormone in den Nebennieren. Verringert Entzündungen und erhöht den Interferon-Spiegel, was die Bekämpfung von Viren unterstützt.
  • Sarsaparillawurzel (Smilax glyciphylla): Fördert die Blutzirkulation, was dem Abwehrsystem zugutekommt und stimuliert die natürliche Hormonproduktion.
  • Kanadischer Gelbwurz: Hält die Schleimhäute gesund, regelt den Stoffwechsel und Nebennierenprobleme, verstärkt das Immunsystem.
  • Perlmoos: Wirkt antiviral, entzündungshemmend und immunverstärkend
  • Ingwer: Lindert Schmerzen und stärkt das Immunsystem
  • Astragalus: Kann den Stoffwechsel beschleunigen und das Immunsystem stärken. Erhöht die Interferonproduktion im Körper.
  • Capsicum annuum (Arzneipaprika, Cayennepfeffer): Enthält viel Vitamin C. Unterstützt die Atemwege bei der Bekämpfung einer Infektion. Energiesteigernd. Kann als Schleimlöser angewendet werden. Natürliches Histamin.
  • Rosa Canina-Extrakt (Hundsrose): Wird bei Nebennierenproblemen angewendet und bei Erkältungen, Grippe und Fieber.



Heilpflanzen mit abschwellender Wirkung:

  • Eibischwurzel: Lindert die Reizung der verschleimten Atemwege und löst den Schleim.
  • Große Klette: Lässt die Atemwege abschwellen. Wird auch bei Erkältung und Halsschmerzen angewendet.
  • Kurkuma: abschwellend, schmerzlindernd, entzündungshemmend
  • Augentrost: Bekämpft Entzündungen der oberen Atemwege und der Augen
  • Brennnessel: Lindert Schmerzen, hemmt Entzündungen und wirkt immunstimulierend.
  • Rosmarin: Wirkt antibiotisch, entzündungshemmend in Mund- und Rachen, krampflösend, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd.



Homöopathische Therapie bei Heuschnupfen

Allgemein ist Heuschnupfen ein Problem, dass am besten konstitutionell behandelt wird. Es gibt viele homöopathische Mittel, die auf unsere Konstitution wirken. Ein bekanntes Mittel ist Allium Cepa, was die lateinische Bezeichnung für »rote Zwiebel« ist. Sie ist nicht nur ein großartiges Heuschnupfenmittel, sondern wirkt auch gut bei Erkältungen. Das ist eigentlich auch nicht so verwunderlich, wenn man daran denkt, welche Reaktion schon das Schälen von Zwiebeln hervorruft. Jeder kennt das sofort eintretende wässrige und brennende Gefühl in Augen und Nase. Meist hat man dann das Bedürfnis, mal eben nach draußen zu gehen oder das Fenster zu öffnen. In Studien hat sich auch das homöopathische Arzneimittel Galphimia glauca (C2, C4, D4, D6) als genauso wirksam wie herkömmliche Antihistaminika erwiesen.



Akupunktur und Heuschnupfen

Akupunktur kann erfolgreich bei akuten Fällen von Heuschnupfen angewendet werden. Weil Heuschnupfen auch mit einem schlecht funktionierenden Abwehrsystem zu tun hat, wird sich der Akupunkteur darauf richten. Viele Heuschnupfen-Patienten haben nämlich eine Störung des Leberflusses. Wenn man dafür sorgt, dass vor dem Frühling die Leberenergie wieder harmonisch strömt, wird das Risiko für starken Heuschnupfen viel geringer. Wenn trotzdem Heuschnupfen auftritt, gibt es Akupunktur-Kombinationen, die die Zirkulation wieder in Gang bringen - buchstäblich »die Nase wieder fließen lassen«. Die Überreaktion der Schleimhäute wird bei dieser Sichtweise nicht nur durch die Reizung der Pollen verursacht. Der Stillstand in und um die Schleimhäute gilt als Stimulanz der allergischen Reaktion.

In jedem Fall sollte eine Pollenallergie behandelt werden, damit sich daraus nicht ein allergisches Asthma entwickelt.



Quelle: University of Maryland: Complementary and Alternative Medicine Guide: Allergic rhinitis.

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