Dienstag, 17. Oktober 2017


Wussten Sie, dass Champignons Ihr Gehirn gesund erhalten? Sie schützen die Nervenzellen und fördern die Neubildung.

Champignons, auch bekannt unter dem Namen zweisporiger Egerling, gehören zu den beliebtesten Speisepilzen und passen zu vielen Gerichten. Sie schmecken gut und versorgen uns zudem mit lebenswichtigen Nährstoffen wie Vitamin D. Aber Champignons tun damit nicht nur etwas für unsere Knochengesundheit, sondern bringen auch unsere Gehirnzellen ordentlich auf Trab, wie neue Untersuchungen festgestellt haben.
Champignon: Der Gehirn-Booster
Champignons sind eine willkommene Ergänzung zu vielen Gerichten, aber sie können mehr als nur Geschmack verleihen. Laut einer neuen Studie haben sie eine positive Wirkung auf das Gehirn:

  • Sie sorgen für das Wachstum und den Erhalt bestimmter Gehirnzellen
  • Sie schützen die Nervenzellen vor chemischen Substanzen und Entzündungen
  • Sie fördern die Produktion des Nervenwachstumsfaktors (engl. nerve growth factor, Abk. NGF)

Champignons können also dazu beitragen, neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer und Demenz vorzubeugen. Offiziell ist der Champignon (Agaricus bisporus) ein Pilz, aber er wird allgemein den Gemüsen zugerechnet.
Alzheimer: Die häufigste Form von Demenz
Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz-Erkrankungen. Fast zwei Drittel der rund 1,6 Millionen Demenz-Patienten in Deutschland sind daran erkrankt. Die Betroffenen sind in der Regel älter als 65 Jahre, denn das Alter ist der Hauptrisikofaktor für eine Demenzerkrankung. Alzheimer ist eine fortschreitende Gehirnerkrankung, die Gedächtnis, Denkvermögen und die Fähigkeit zum Handeln nach und nach zerstört. Die Ursachen sind immer noch nicht völlig geklärt. Menschen mit einem bestimmten Gen namens APOE haben allerdings ein höheres Erkrankungsrisiko.
Symptome einer Alzheimer-Demenz

  • Desorientierung
  • Schwierigkeiten, sich neue Informationen zu merken
  • Stimmungsschwankungen und Verhaltensänderungen
  • Misstrauen gegenüber Familie, Freunden und Pflegekräften
  • Schwere Gedächtnisstörungen
  • Probleme beim Sprechen, Laufen und Schlucken
  • Wortfindungsstörungen
  • Fehlende Reaktionen auf Umgebung und Gespräche
  • Zunehmende Schwierigkeiten beim Ausführen kontrollierter Bewegungen
Ernährung und Bewegung für ein gesundes Gehirn
Es gibt bis heute keine Heilung für die Alzheimer-Krankheit, aber Experten sind überzeugt, dass körperliche Bewegung, soziale Kontakte und Omega-3-Fettsäuren die Symptome zumindest verzögern können. Studien haben gezeigt, dass Zucker eine schädigende Wirkung auf das Gehirn hat und Granatapfelsaft einen positiven Effekt bei neurodegenerativen Krankheiten erkennen lässt.
Weitere besondere Eigenschaften des Champignon
Obwohl inzwischen bei der medikamentösen Behandlung von Alzheimer Fortschritte erzielt werden, beschränkt sich die Therapie bislang auf eine Bekämpfung der Symptome. Vorbeugung bleibt daher das beste Mittel und der bekannte und beliebte Champignon unterstützt die Prävention der altersbedingten Erkrankungen. Frühere Studien zeigten bereits, dass der Champignon interessante Wirkungen offenbart:

  • antioxidativ
  • krebshemmend
  • antiviral
  • entzündungshemmend
  • antibakteriell
  • anti-diabetisch

Der Agaricus bisporus kann deshalb auch als funktionelle Nahrung eingesetzt werden, um verschiedene Krankheiten zu bekämpfen wie Bluthochdruck, Diabetes und neurodegenerative Erkrankungen.
Champignons schützen die Nerven
In dieser Studie der University of Malaysia wurden alle wissenschaftlich verfügbaren Informationen über den Pilz analysiert. Dazu gehörten die aktiven Bestandteile, die Demenz bekämpfen und die pharmakologischen Testergebnisse. Auch wurde nicht nur der gewöhnliche Champignon Agaricus bisporus untersucht. Zehn weitere Pilze wie Maitake und der chinesische Raupenpilz Cordyceps sinensis wurden auf ihre Wirkung im Gehirn von Nagetieren getestet. Die Ergebnisse ließen sehen, dass jeder der untersuchten Pilze die Produktion des Nervenwachstumsfaktors NGF fördert. Dieses Neurotrophin oder Nervennährstoff bleibt lebenslang unverzichtbar für das Überleben der Nervenzellen im Gehirn. NGF ist an der Wachstumsregulierung, der Erhaltung und der Teilung bestimmter Nervenzellen beteiligt. NGF fördert die periphere Nervenregeneration: Das Netzwerk motorischer und sensorischer Nerven, die Gehirn und Rückenmark verbinden. Weil Champignons die Produktion von NGF anregen, schützt das die Nervenzellen gegen chemische Substanzen, die sonst zum Zelltod führen.
Für einige Pilze war die positive Wirkung auf die Gehirnleistung schon lange bekannt, wie der chinesische Raupenpilz Cordyceps sinensis oder der asiatische Igelstachelbart Hericium erinaceus. Auch der glänzende Lackporling oder Reishi (Ganoderma lucidum) wird schon von jeher als ausgezeichnetes Heilmittel gegen eine nachlassende Gehirnfunktion angesehen. Man darf also auch den profanen Champignon zu den Pilzen rechnen, die die Gehirnleistung noch mal ordentlich ankurbeln.
Das Beste aus Champignons holen: Vitamin D
Aus früheren Forschungen ging hervor, dass Champignons das Gedächtnis und die Bewegungen bei alten Ratten verbessern. Pilze, und damit auch der Kultur-Champignon, sind eine der wenigen Nahrungsquellen, die Vitamin D liefern. Sie enthalten sogar so viel Vitamin D wie ein Nahrungsergänzungsmittel mit 2.000 Internationalen Einheiten (1 IE = 0,025 µg) – vorausgesetzt, man legt sie eine halbe Stunde in die Sonne, bevor man sie verzehrt. Denn genau wie unsere Haut, können auch Champignons Sonnenlicht in Vitamin D umwandeln. Diese Fähigkeit bleibt selbst nach der Ernte noch erhalten und das Vitamin D bleibt monatelang in den Pilzen stabil.
Vitamin D: unverzichtbar für den Körper
Wir wissen, dass Vitamin D lebenswichtig ist für ein gutes Immunsystem, starke Knochen und Zähne und für die Aufnahme von Kalzium. Ein mehr oder weniger starker Vitamin-D-Mangel ist allerdings heutzutage weit verbreitet. Deshalb stellen Champignons eine willkommene Ergänzung bei der Vitamin-D-Versorgung dar, besonders weil inzwischen bekannt ist, dass eine Unterversorgung mit dem Sonnenvitamin zu einer Vielzahl chronischer Krankheiten führen kann. Vitamin D spielt auch eine wichtige Rolle für die Gehirnfunktion und schützt gegen die schädlichen Plaque-Ablagerungen der Alzheimer-Krankheit. Im gesamten zentralen Nervensystem und im Hippocampus, der für Lernen und Gedächtnis zuständig ist, befinden sich Vitamin-D-Rezeptoren. Darüber hinaus stehen Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Stoffwechselstörungen wie Diabetes, aber auch Gelenkentzündungen und Krebs alle in Verbindung mit einem Mangel dieses wichtigen Nährstoffes. Gönnen Sie also nicht nur sich selbst ein kurzes Sonnenbad zum Auffüllen des Vitamin-D-Speichers, sondern lassen Sie auch Ihre Champignons ein wenig Sonne tanken!

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