Donnerstag, 9. November 2017


Die beiden Diabetes-Typen 1 und 2 sind inzwischen bekannt. Doch kürzlich wurde ein dritter Typ Diabetes entdeckt, der häufig auftritt, aber oft übersehen wird.


Ärzte erkennen ihn selten. Menschen mit Diabetes Typ 3c werden oft genug noch nach Hause geschickt mit der Nachricht, dass sie Diabetes Typ 2 haben. Und dadurch wird nicht nur die Anzahl der Menschen mit Diabetes Typ 3c unterschätzt, sondern erhalten diese Patienten außerdem nicht die Behandlung, die eigentlich zu diesem Diabetes-Typ gehört. Das zeigt eine neue Studie aus Großbritannien.
Drei Diabetes-Typen
Wenn Sie jemand nach den Diabetesuntergruppen fragt, gelingt es wahrscheinlich noch, um zwei aufzuzählen. Sehr bekannt sind Diabetes Typ 1 und Typ 2. Aber seit einigen Jahren weiß man, dass es noch eine dritte Variante gibt: Diabetes Typ 3c.
Diabetes Typ 1 entsteht, weil das Immunsystem gesundes Gewebe in der Bauchspeicheldrüse angreift und die insulinproduzierenden Zellen vernichtet. Menschen mit diesem Diabetes-Typ müssen sich selbst Insulin spritzen. Dann gibt es noch Diabetes Typ 2, bei dem der Körper nicht mehr gut auf das Insulin reagiert und im späteren Verlauf auch nicht mehr genügend Insulin produzieren kann. Schließlich gibt es noch den kürzlich entdeckten Diabetes Typ 3c. Er entsteht durch unnormales Gewebewachstum auf der Bauchspeicheldrüse, durch Entzündungen in der Bauchspeicheldrüse oder durch operatives Entfernen von Teilen der Bauchspeicheldrüse oder auch komplett. Solche Umstände schädigen die Fähigkeit des Körpers, um Insulin herzustellen.
Die Studie
Wissenschaftler der Universität von Surrey wollten wissen, wie oft die verschiedenen Diabetes-Typen vorkamen und wie gut Hausärzte in der Lage waren, die unterschiedlichen Diabetes-Arten zu diagnostizieren. Sie untersuchten deshalb die Krankenakten von mehr als zwei Millionen Briten.
Die Ergebnisse
Die Studie lieferte eine Reihe von Überraschungen. So wurde Diabetes Typ 3c nur selten von Hausärzten erkannt: Von den Menschen, die bereits einmal Probleme mit der Bauchspeicheldrüse hatten, erhielt 97,3 Prozent die Diagnose Diabetes Typ 2, obwohl sie eigentlich Diabetes Typ 3c hatten. Solch eine falsche Diagnose kann einen enormen Einfluss auf den Patienten haben, erklären die Wissenschaftler. Denn ein Patient mit Diabetes Typ 3c hat dringender eine Insulin-Therapie nötig als Patienten mit Diabetes Typ 2. Darüber hinaus schien Diabetes Typ 3c viel häufiger aufzutreten als gedacht. Erwachsene hatten sogar ein höheres Risiko für Diabetes Typ 3c als für Diabetes Typ 1.
Die Forscher plädieren für mehr Aufmerksamkeit bezüglich Diabetes Typ 3c, besonders unter medizinischem Personal. Denn das lange Ausbleiben der richtigen Diagnose und entsprechender Behandlung kann schließlich zu gravierenden Folgeschäden an Nerven, Augen und Nieren führen.

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