Dienstag, 26. Dezember 2017


Zimt ist wunderbar erwärmend an kalten Tagen, hilft aber auch beim Abnehmen. Das ätherische Öl Zimtaldehyd regt die Fettverbrennung an.

Zimt verleiht nicht nur Gebäck, Desserts und Getränken einen einzigartig aromatischen Geschmack, sondern hilft auch bei Gesundheitsproblemen. Zimt beeinflusst den Blutzucker positiv, regt Nierentätigkeit und Verdauung an, lindert Krämpfe und Schmerzen, fördert die Durchblutung und bekämpft Bakterien. Nun stellten Wissenschaftler fest, dass Zimtaldehyd auch unmittelbar die Fettverbrennung in den Zellen ankurbelt.
Zimt steigert die Fettverbrennung
Wissenschaftler der Universität Michigan entdeckten schon früher, dass das ätherische Öl im Zimt, das Zimtaldehyd, bei Mäusen Übergewicht und Überzuckerung (=Hyperglykämie) entgegenwirkt. Die dafür verantwortlichen Mechanismen waren allerdings noch nicht völlig geklärt. Deshalb wollte das Team die Aktivität von Zimtaldehyd besser verstehen und einschätzen können, ob die Substanz beim Menschen genauso wirkt. Molekularbiologin und Studienautorin Jun Wu: „Studien haben schon gezeigt, dass dieser Bestandteil Einfluss auf den Stoffwechsel hat. Also haben wir untersucht auf welche Weise: welcher Signalweg daran beteiligt ist und ob die Wirkung bei menschlichen Fettzellen dieselbe ist.“
Gesünderer Stoffwechsel
Die Studienergebnisse im Journal „Metabolism“ zeigen, dass Zimtaldehyd einen gesunden Stoffwechsel fördert, in dem es direkt auf die Fettzellen, auch Adipozyten genannt, wirkt: Zimtaldehyd regt die Fettzellen dazu an, Energie zu verbrennen über einen Prozess namens Thermogenese. Dabei wird durch Stoffwechselprozesse Wärme produziert und zusätzlich Kalorien verbrannt. Wu und ihr Team testeten menschliche Fettzellen von Personen unterschiedlichen Alters, ethnischer Herkunft und mit unterschiedlichem Körpergewicht. Nach der Behandlung mit Zimtaldehyd zeigten die Zellen einen verbesserten Fettstoffwechsel.
Energieüberschuss ist heute das Problem
Fettzellen speichern normalerweise Energie in Form von Lipiden, kleinen Fettmolekülen. Diese Langzeitlagerung kam unseren Vorfahren zugute, die weitaus weniger Zugang zu fettreichen Lebensmitteln und somit einen viel größeren Bedarf an Fettreserven hatten. Dieses Fett konnte dann vom Körper in kargen Zeiten oder bei Kälte verwendet werden. Kälte regt die Fettzellen dazu an, gespeicherte Energie in Wärme umzuwandeln. „Erst seit relativ kurzer Zeit ist der Energieüberschuss zum Problem geworden“, erklärt Wu. „Während der gesamten Evolution war das Gegenteil – Energiemangel – das Problem. Also schaltet sich jeder Energie verbrauchende Prozess in dem Moment ab, in dem der Körper ihn nicht braucht.“
Thermogenese durch Zimtaldehyd
Weil inzwischen weltweit von einer Adipositas-Epidemie die Rede ist, suchen Wissenschaftler nach Maßnahmen, um die Fettzellen zur Thermogenese anzuregen, so dass der Verbrennungsprozess wieder in Gang gesetzt wird. Wu glaubt, dass Zimtaldehyd eine Möglichkeit dazu bietet. Zimt ist bereits seit tausenden von Jahren Bestandteil unserer Ernährung und Menschen lieben in der Regel dieses Gewürz. Laut Wu ist Zimt daher auch ein wunderbares Gewürz, um Übergewicht zu vermeiden und einen gesünderen Stoffwechsel zu bewirken. Allerdings müssen noch mögliche Nebenwirkungen von Zimtaldehyd erforscht werden.
Zimt reduziert die schädlichen Auswirkungen fettreicher Ernährung
Eine frühere Studie berichtete, dass Zimt die schädlichen Auswirkungen fettreicher Ernährung reduziert. Lebensmittel, die viele Transfette enthalten, sind ein großer Risikofaktor für beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gewichtszunahme, Gefäßverkalkung oder Diabetes. All diese schädlichen Folgeerkrankungen können durch Zimt vermieden werden, meldeten die Studienautoren.
Die tägliche Einnahme von Zimt über zwölf Wochen führte bei Ratten, die fettreich ernährt wurden, zu weniger Gewichtszunahme, Bauchfett, einem gesünderen Fett-, Insulin- und Blutzuckerspiegel im Vergleich zu Ratten, die viel Fett fraßen und kein Zimt erhielten. Zimt schützte die Tiere vor den schädlichen Auswirkungen fettreicher Ernährung. Die Ratten hatten einen gesünderen Cholesterinspiegel und eine bessere Insulinempfindlichkeit.

Wenn Sie Zimt gerne etwas mehr in die Ernährung integrieren wollen, sollten Sie Ceylon-Zimt bevorzugen. Der günstigere Cassia-Zimt enthält in höheren Konzentrationen Cumarin, das bei empfindlichen Personen schon in geringen Mengen die Leber schädigen kann.

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