Samstag, 26. September 2026

Ist Rooibostee gesund? Das sagt die Wissenschaft

Rooibostee ist koffeinfrei und reich an Antioxidantien (Foto: pexels.com/Lorena Martinez)


Rooibostee ist beliebt als koffeinfreies, antioxidantienreiches Getränk, das oft als Alternative zu Kaffee oder schwarzem Tee gewählt wird; der Artikel erklärt, was Rooibos ist und fasst die Forschung zu möglichen gesundheitlichen Vorteilen zusammen.

 

Rooibostee oder Rotbuschtee ist ein beliebtes koffeinfreies Getränk, das viele Menschen nach dem Essen oder einfach über den Tag verteilt trinken. Der Tee ist für seine Antioxidantien bekannt und wird oft als Alternative zu Kaffee oder schwarzem Tee gewählt. In diesem Artikel erfahren Sie, was Rooibos genau ist und was die Forschung über die möglichen gesundheitlichen Vorteile sagt.

 

Rooibos wird oft als „Tee“ bezeichnet, aber botanisch gesehen ist er kein Tee. Rooibos gehört zu den Kräutertees (auch Tisane genannt), da es sich um einen heißen Aufguss aus etwas anderem als den Blättern der Teepflanze handelt. Die Blätter stammen von einem Strauch, der im südafrikanischen Fynbos im Cederberg-Gebiet nördlich von Kapstadt wächst. Die Pflanze heißt offiziell Aspalathus linearis, gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler und wächst nirgendwo sonst auf der Welt (1). Rooibos wurde erstmals 1904 kommerziell verkauft und ist mittlerweile in rund 37 Ländern beliebt, darunter auch in Deutschland. Das ist auch kein Wunder, denn der Tee ist von Natur aus koffeinfrei, enthält relativ wenig Tannine (Gerbstoffe) und ist reich an Polyphenolen, pflanzlichen Stoffen mit antioxidativer Wirkung. Da er kaum Gerbstoffe enthält, hemmt Rooibos die Eisenaufnahme aus der Nahrung weitaus weniger als schwarzer oder grüner Tee. Für Menschen mit einem niedrigen Eisenspiegel oder Vegetarier ist er daher eine sinnvollere Alternative zu den Mahlzeiten.

Nährwert und besondere Inhaltsstoffe

Was die Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fett, Eiweiß) angeht, enthält eine Tasse Rooibos nur sehr wenig: 0 Kilokalorien, kein Eiweiß, kein Fett und keine Kohlenhydrate. Der Wert von Rooibos liegt daher nicht in den Nährstoffen, sondern in den pflanzlichen Verbindungen, die beim Aufbrühen freigesetzt werden. Rooibos enthält zwei charakteristische Stoffe, die man in der Ernährung sonst kaum findet: Aspalathin und Nothofagin (2). In Laboruntersuchungen haben sich beide Stoffe als starke Antioxidantien erwiesen, die schädliche freie Radikale neutralisieren können (3). Insgesamt wurden in Rooibos nicht weniger als 187 verschiedene phenolische Stoffe identifiziert, wobei Flavonoide, Tyrosole und Phenolsäuren die wichtigsten Gruppen darstellen (4). Werden diese Stoffe auch tatsächlich vom Körper aufgenommen? In einer Studie mit zwölf gesunden Männern wurden nach dem Trinken von Rooibos sieben verschiedene Abbauprodukte von Flavonoiden im Blut und im Urin nachgewiesen (5).

Rooibos und Blutgefäße

Interessant für Herz und Blutgefäße ist, dass Rooibos bei gesunden Probanden die Aktivität des ACE-Enzyms beeinflusste, eines Enzyms, das eine wichtige Rolle bei der Blutdruckregulation spielt (6). Gleichzeitig stieg die Menge an Stickstoffmonoxid im Blut an, was zur Entspannung der Blutgefäße beiträgt. In kultivierten menschlichen Blutgefäßzellen hemmten Aspalathin und Nothofagin die Entzündung der Gefäßwand, die durch einen hohen Blutzuckerspiegel ausgelöst worden war (7). Die Forscher stellten fest, dass diese Substanzen die übermäßige Durchlässigkeit der Blutgefäße, das Anhaften weißer Blutkörperchen an der Gefäßwand und die Bildung schädlicher Sauerstoffverbindungen blockierten – Prozesse, die normalerweise zur Gefäßschädigung bei Diabetes beitragen. Bei Mäusen wurden ähnliche Effekte beobachtet. Darüber hinaus kommt eine systematische Übersichtsarbeit zu dem Schluss, dass Rooibos einen positiven Einfluss auf die Blutfettwerte und auf das Gleichgewicht zwischen schädlichen Oxidantien und schützenden Antioxidantien haben kann, insbesondere bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (8).

Rooibos und Blutzucker

Einer der am intensivsten untersuchten Wirkstoffe in Rooibos ist Aspalathin. Bei Mäusen mit Typ-2-Diabetes hemmte eine fünfwöchige Ernährung mit Aspalathin den Anstieg des Nüchternblutzuckerspiegels und verbesserte die Glukosetoleranz (9, 10). Auf zellulärer Ebene erhöhte Aspalathin die Glukoseaufnahme in Muskelzellen und förderte die Insulinausschüttung durch die Betazellen der Bauchspeicheldrüse (11). Die bei Tieren festgestellten Ergebnisse klingen also sehr vielversprechend, aber was haben Wissenschaftler beim Menschen festgestellt? Rooibos scheint sich sowohl bei gesunden Menschen als auch bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für chronische Erkrankungen positiv auf die Gesundheit auswirken zu können (12). So stellten die Forschenden fest, dass sich die Blutzuckerwerte verbesserten, die antioxidative Kapazität des Blutes zunahm und sich das Blutfettprofil positiv veränderte.

Rot im Vergleich zu grün

Rooibos gibt es in zwei Varianten: den klassischen roten und den neueren grünen. Die „Fermentierung“, die dem roten Rooibos seine charakteristische Farbe und seinen Geschmack verleiht, ist eigentlich keine Gärung mit Bakterien oder Hefe, sondern ein Oxidationsprozess in den Blättern. Es handelt sich um dieselbe Art der Verfärbung, die man bei einem aufgeschnittenen Apfel beobachten kann. Grüner Rooibos besteht einfach aus Blättern, die diesen Schritt nicht durchlaufen haben. Dieser Unterschied wirkt sich auf die Zusammensetzung aus. Während des Oxidationsprozesses werden bestimmte Antioxidantien abgebaut, wodurch grüner Rooibos in Labortests eine höhere Antioxidationskapazität aufweist als die rote Variante. Der bekannte rote Rooibos enthält nur geringe Konzentrationen an Aspalathin, während die grüne Variante deutlich mehr davon enthält (13). Für eine höhere Zufuhr dieses Stoffes sollte man sich daher besser für grünen Rooibos entscheiden, auch wenn weitere Studien am Menschen erforderlich sind, um festzustellen, ob dies tatsächlich zusätzliche gesundheitliche Vorteile mit sich bringt (14).

Wie bereitet man Rooibos am besten zu?

Die Art und Weise, wie man Rooibos zubereitet, hat Einfluss darauf, was letztendlich in die Tasse gelangt. Forschende verglichen die Zubereitung mit kaltem und heißem Wasser und stellten fest, dass jede Methode das Polyphenolprofil und die antioxidative Kapazität messbar veränderte (15). Das Kochen ergab den Tee mit der höchsten antioxidativen Kapazität und dem höchsten Gehalt an Polyphenolen. Eine höhere Temperatur und eine längere Ziehzeit scheinen also vorteilhafter zu sein, wenn Sie so viel wie möglich aus Ihrem Rooibos herausholen möchten. Gut zu wissen: Rooibos wird auch nach langem Ziehen nicht bitter, gerade weil er so wenig Gerbstoffe enthält. Sie können die Blätter also ruhig zehn Minuten oder länger ziehen lassen. Bereiten Sie gegebenenfalls gleich eine große Kanne zu, die Sie kalt im Kühlschrank aufbewahren – als zuckerfreie Alternative zu Limonade. Eine häufig gestellte Frage ist, ob man Rooibos auch abends trinken kann. Genau das ist der Grund, warum sich viele Menschen dafür entscheiden: Man genießt seine rituelle Tasse Tee ohne den Koffein-Kick und ohne den Schlaf negativ zu beeinflussen. Die meisten Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Rooibos wurden mit einer täglichen Einnahme von 1 bis 6 Tassen pro Tag durchgeführt.

Wie sicher ist Rooibos?

Rooibos ist ein unbedenkliches Getränk, kann jedoch unerwünschte Stoffe enthalten, die von Unkraut stammen, das bei der Ernte unbeabsichtigt mitgeerntet wird. In einer groß angelegten Studie, in der 203 Rooibos-Proben aus 18 europäischen Ländern analysiert wurden, zeigte sich, dass Rooibos dadurch Alkaloide enthalten kann (16). Die gemessenen Mengen lagen bei allen Proben deutlich unter dem europäischen gesetzlichen Grenzwert von 400 Mikrogramm pro Kilogramm, und die Wissenschaftler stuften das Risiko als gering ein, auch wenn vereinzelt stark verunreinigte Proben zu einer kumulativen Belastung beitragen können, wenn man sehr viel Rooibos trinkt. Trinken Sie daher niemals zu viel Rooibos aus unbekannter Quelle und entscheiden Sie sich für einen renommierten Anbieter, der mit Bauern zusammenarbeitet, die sehr sorgfältig vorgehen. Wählen Sie dabei nach Möglichkeit eine Sorte aus biologischem Anbau, dann ist das Risiko von Pestizidrückständen am geringsten.

Unterschied Honeybush (Honigbusch) und Rooibos

Man kann Rooibos mischen im Verhältnis 50:50 mit Honeybush. Letzterer ist etwas süßer und verleiht einen volleren Geschmack. Außerdem enthält er weitere wertvolle Inhaltsstoffe, wodurch er noch gesünder ist. Honeybush und Rooibos stammen beide aus Südafrika und sind koffeinfrei, aber botanisch und hinsichtlich ihrer Wirkstoffe sind es ganz unterschiedliche Pflanzen (17). Rooibos ist eine der wenigen Quellen für Aspalathin. Bei Honeybush hingegen geht es um das Zusammenspiel von Stoffen wie Mangiferin und Hesperidin, die einzeln zwar nur eine geringe antioxidative Wirkung zeigten, in Kombination jedoch schon (18).

Schlusswort

Rooibos ist ein köstliches koffeinfreies Getränk, das man zu jeder Tageszeit genießen kann, ohne sich Gedanken über Koffein oder Kalorien machen zu müssen. Die Forschungsergebnisse zu den gesundheitlichen Auswirkungen sind vielversprechend, insbesondere was die einzigartigen Antioxidantien Aspalathin und Nothofagin betrifft. Eine Kombination mit Honeybush und manchmal etwas Salbei kann den gesundheitlichen Nutzen noch weiter steigern. Lassen Sie den Tee lange in heißem Wasser ziehen, dann steigt der Gehalt an Antioxidantien und Sie holen das Beste aus Ihrer Tasse Tee heraus.

 

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