Freitag, 27. September 2019


Tee ist eines der beliebtesten Getränke weltweit. Nicht nur wegen seines Geschmacks, sondern auch wegen seiner medizinischen Wirkungen.

Seit Jahrhunderten werden Pflanzen, Kräuter und Gewürze medizinisch verwendet. Sie enthalten hochwirksame Pflanzenstoffe oder Phytochemikalien, die oxidative Schäden an den Zellen verhindern und Entzündungen bekämpfen. Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften können einige Pflanzen entzündungsbedingte Schmerzen lindern. Zudem unterstützen sie die Bekämpfung einiger entzündlicher Krankheiten. Tee aus diesen Pflanzen, Kräutern und Gewürzen zu trinken ist eine einfache Möglichkeit, diese positiven Eigenschaften zu nutzen. Nachfolgend sind sechs entzündungshemmende Teesorten aufgelistet.
Grüner Tee
Grüntee stammt vom gleichen Strauch wie Scharztee, aber die Blätter werden unterschiedlich verarbeitet, so dass sie ihre grüne Farbe behalten. Die gesundheitsfördernden Verbindungen im grünen Tee bezeichnet man als Polyphenole. Von diesen Polyphenolen ist Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG) das wirksamste. EGCG hat entzündungshemmende Eigenschaften, die Schmerzen und Beschwerden bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa lindern. Eine 56-tägige Studie mit Colitis-ulcerosa-Patienten, bei denen herkömmliche Medikamente nicht wirkten, zeigte, dass die EGCG-Medikamente zu einer Verringerung der Symptome um 58,3 Prozent führten, verglichen mit der Placebo-Gruppe, in der es keine Besserung gab. Grüner Tee scheint auch entzündungshemmend zu wirken bei entzündungsbedingten Krankheiten wie Herzerkrankungen, Alzheimer und sogar bei bestimmten Krebsarten. Grüner Tee kann mit Teebeuteln oder losen Blättern zubereitet werden. Obwohl grüner Tee von den meisten Menschen ohne Bedenken getrunken werden kann, enthält er jedoch Koffein, das bei manchen Menschen Schlafprobleme verursacht. In großen Mengen kann Grüntee die Aufnahme von Eisen stören. Außerdem können bestimmte Substanzen in grünem Tee mit bestimmten Medikamenten in Wechselwirkung treten, darunter Schmerzmittel wie Paracetamol, der Hustenstiller Codein, Verapamil gegen Herzrhythmusstörungen, der Beta-Blocker Nadolol und die Krebsmedikamente Tamoxifen und Bortezomib sowie den Cholesterinsenker Simvastatin. Fragen Sie also Ihren Arzt, ob Sie es trinken dürfen, vor allem, wenn Sie viel Grüntee trinken.
Indisches Basilikum (Ocimum sanctum)
Heiliges Basilikum oder Königskraut, besser bekannt unter seinem indischen Namen Tulsi, wächst vor allem in Indien und Südostasien. In der ayurvedischen Heilkunde nennt man Tulsi auch „die Unvergleichliche“ oder „Königin der Kräuter“ wegen der großen Anzahl an gesundheitsfördernden Eigenschaften. In der Komplementärmedizin wird Tulsi eingesetzt, um emotionalen Stress, Umweltstress und stoffwechselbedingten Stress zu bekämpfen. Diese Arten von Stress bilden oft die Grundlage für Entzündungen, wodurch chronische Erkrankungen entstehen. Sowohl Forschungen an Tieren als auch an Menschen haben gezeigt, dass Tulsi entzündungshemmende Eigenschaften besitzt, die Blutzucker, Cholesterin und Blutdruck senken. Die Blätter und Samen enthalten außerdem Substanzen, die die Harnsäure senken und Schmerzen lindern bei entzündungsbedingten Krankheiten wie Gicht und Rheuma. Manche der Substanzen in Tulsi wirken gegen Entzündungen, in dem sie die Cox-1- und Cox-2-Enzyme bremsen, die Entzündungen, Schmerzen und Schwellungen fördern. Tee aus Tulsi ist im Handel erhältlich und wird von den meisten Menschen auch bei täglichem Genuss gut vertragen.
Kurkuma
Kurkuma ist eine essbare Wurzel, die oft getrocknet und zu Pulver vermahlen wird, um sie als Gewürz zu verwenden. Die Wurzel kann auch geschält und fein gehackt werden. Der wirksame Stoff in Kurkuma ist das Kurkumin, eine gelbe Substanz, die für ihre vielen gesundheitsfördernden Wirkungen bekannt ist. Kurkumin sorgt für eine Abnahme von Schmerzen und Entzündungen, in dem es die Stoffwechselprozesse beeinflusst, die zu Entzündungen führen. Die Wirkung von Kurkuma und Kurkumin bei chronisch entzündlichen Krankheiten wie Rheuma, Darmentzündungen und Herzerkrankungen wurde in Studien untersucht. Außerdem kann Kurkumin Arthroseschmerzen und Muskelschmerzen nach dem Sport lindern – beides eine Folge von Entzündungen. Eine sechstägige Studie mit Arthrosepatienten, die unter Entzündungen und Schmerzen litten, ergab, dass 1.500 Milligramm Kurkumin, verteilt über drei Dosierungen pro Tag die körperliche Leistungsfähigkeit verbesserte im Vergleich zu einer Placebo-Gruppe. In dieser Studie wurden allerdings große konzentrierte Mengen Kurkumin verwendet; es ist deshalb unklar, ob dieselbe Wirkung durch Kurkuma-Tee erreicht werden kann. Wenn Sie Kurkuma-Tee zubereiten wollen, lassen Sie einen Teelöffel Kurkumapulver oder geriebenen Kurkuma in 475 Milliliter heißem Wasser zehn Minuten ziehen. Dann durch ein Sieb abgießen und nach Geschmack mit Zitrone oder Honig abschmecken. Eine Prise schwarzer Pfeffer sorgt dafür, dass das Kurkumin besser vom Körper aufgenommen wird.
Ingwer
In Ingwer wurden mehr als 50 verschiedene Antioxidantien gefunden. Viele davon sorgen dafür, dass die Produktion von Cytokinen – entzündungsfördernde Botenstoffe – im Körper stark abnimmt. Bei Diabetikern sorgte die tägliche Einnahme von 1.600 Milligramm Ingwer nach drei Monaten für einen niedrigeren Nüchtern-Blutzucker, niedrigeres Gesamtcholesterin, weniger Triglyceride und weniger Entzündungsmarker wie C-reaktive Proteine (CRP) im Blut. Zudem zeigte eine Studie, dass bei Arthrosepatienten die dreimonatige Einnahme von 1.000 Milligramm Ingwerpulver täglich, die Entzündungsmarker senkte. In den Studien wurden allerdings hohe Dosierungen Ingwer verwendet, kein Ingwertee. Es ist darum unklar, ob Ingwertee ähnliche Wirkungen erzeugt. Für einen köstlichen süßlichen und leicht scharfen Ingwertee lassen Sie einen Esslöffel frischen Ingwer oder einen Teelöffel Ingwerpulver zehn Minuten köcheln. Anschließend mit Zitrone oder Honig trinken.
Hagebutten
Hagebutten sind die roten, runden und essbaren Pseudofrüchte, die übrig bleiben, nachdem die Heckenrose ihre Blüten verloren hat. Hagebutten werden seit über zweitausend Jahren in der Kräuterheilkunde angewendet, weil sie vollgepackt mit Antioxidantien sind, darunter Beta-Carotin und die Vitamin C und E. Hagebutten enthalten Phenole, die stark entzündungshemmend wirken und vor Zellschäden schützen. Laut Studien kann Hagebuttenpulver Schmerzen und andere rheumatische Beschwerden lindern, in dem es die Produktion entzündungsfördernder Cytokine bremst. Hagebutten enthalten zudem gesunde Fettsubstanzen wie Triterpene, Ursolsäure, Oleanolsäure und Betulinsäure. Diese hemmen die Enzyme Cox-1 und Cox-2, die Entzündungen und Schmerzen verursachen. Hagebuttentee wird durch Zerkleinern von zehn frischen oder getrockneten Hagebutten zubereitet. Gießen Sie das mit etwa 355 Milliliter sehr heißem, aber nicht kochendem Wasser auf und lassen Sie es sechs bis acht Minuten ziehen. Durch ein Sieb geben, um das Fruchtfleisch zu entfernen, und Honig nach Wunsch hinzufügen. Der Tee ist tiefkorallenrot mit blumigem Aroma.
Fenchel
Der Geschmack von Knolle und Samen der mediterranen Fenchelpflanze wird oft mit dem Aroma von Anis oder Süßholz verglichen. Wenn Sie diesen Geschmack mögen, dann mögen Sie auch den entzündungshemmenden Fencheltee. Genau wie bei den Hagebutten ist Fenchel reich an Phenolen. Einige der wirksamsten sind Chlorogensäure, Rosmarinsäure, Quercetin und Kaempferol. Es gibt Studien, die beweisen, dass Fenchel Schmerzen lindert, vor allem Menstruationsschmerzen, was auf den stark entzündungshemmenden Substanzen beruht. Eine dreitägige Studie mit 60 jungen Frauen ergab, dass 120 Milligramm Fenchelextrakt täglich für eine deutliche Abnahme der Menstruationsschmerzen sorgte. Fencheltee ist einfach zuzubereiten: Zwei Teelöffel gemahlenen Fenchelsamen mit 240 Milliliter kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Eventuell mit Honig abschmecken.
Tipps und Empfehlungen für Teetrinker
Wenn Sie frischen Tee kochen, verwenden Sie möglichst losen Tee als Teebeutel. Eine Studie über Antioxidantien im Tee zeigte, dass loser Tee in der Regel mehr entzündungshemmende Antioxidantien enthält als Teebeutel. Die gleiche Studie berichtet, dass fünf Minuten Ziehzeit lange genug sind, um 80 bis 90 Prozent der Antioxidantien freizusetzen. Längeres Ziehen verbessert das nicht mehr. Seien Sie kreativ und kombinieren Sie verschiedene Tees mit anderen entzündungshemmenden Kräutern und Gewürzen wie Zimt, Kardamom oder Zitronen- und Orangenscheiben. Viele dieser Zutaten verstärken noch gegenseitig ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften. Denken Sie daran, dass Tee ein pflanzliches Produkt ist. Es kann mit der Zeit seine Wirkung verlieren oder verderben. Verwenden Sie bei der Teezubereitung immer frische Zutaten.
Vorsicht bei Qualität und Quantität
Obwohl Tee entzündungshemmend wirken kann und noch andere positive Effekte hat, gibt es einige Dinge zu beachten. Einige Teepflanzen werden mit Pestiziden und Herbiziden besprüht, also versuchen Sie, qualitativ hochwertigen, biologischen Tee ohne Pflanzenschutzmittel zu finden. Eine chinesische Studie über Pestizide in Tee zeigte, dass 198 der 223 Proben Pestizidrückstände enthielten. 39 davon enthielten sogar Mengen, die höher waren als der in Europa zulässige Grenzwert. Darüber hinaus ist es wichtig, Tee luftdicht, dunkel und trocken aufzubewahren. Bei unsachgemäßer Lagerung können Mykotoxine entstehen, schädliche Nebenprodukte eines Schimmels, der auf manchen Lebensmitteln wächst und auch in Tee gefunden wurde.
Mit Tee lässt sich auf einfache Weise die Gesundheit fördern und Beschwerden lindern. Angesichts der vielen Teesorten und Geschmacksrichtungen ist es nicht verwunderlich, dass Tee eines der beliebtesten Getränke weltweit ist.

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