Sonntag, 1. Dezember 2013


Sind Stammzellen eine Lösung bei Arthrose?
(Foto: AWFG_Berlin / pixabay.com)

Arthrose, eine der am häufigsten vorkommenden Gelenkerkrankungen, könnte in Zukunft mit Stammzellen behandelt werden, meinen niederländische Ärzte.


Arthrose, im Volksmund auch oft als Gelenkverschleiß bezeichnet, kann zukünftig vielleicht mit einer Stammzelltherapie behandelt werden. Die Injektion von körpereigenen Stammzellen in die geschädigten Gelenke zeigt vielversprechende Ergebnisse. Gerben van Buul, Doktorand am medizinischen Universitätszentrum Rotterdam, untersuchte die Therapie einige Jahre.

Arthrose: nicht nur im Alter möglich

Arthrose ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen bei Älteren, aber auch immer mehr bei relativ jungen Menschen. Arthrose ist eine Erkrankung, bei der der Gelenkknorpel verletzlich und dünn wird und das Gelenk sich entzündet. Das führt zu Schäden im gesamten Gelenk. Arthrose geht sehr oft mit Schmerzen einher, so dass der Patient sich immer schlechter bewegen kann. Die aktuelle Therapie richtet sich vor allem auf die Schmerzbekämpfung. Wenn das nicht mehr ausreicht, bleibt nur noch die Operation, bei der das geschädigte Gelenk durch ein künstliches Gelenk (Gelenkprothese) ersetzt wird. Diese Gelenkprothesen haben allerdings eine begrenzte Haltbarkeit, so dass man versucht, einen Gelenkersatz möglichst lange hinauszuzögern.

Stammzellen sind noch flexibel in der Entwicklung

Doktorand Gerben van Buul fand eine vielversprechende, aber noch nicht ausgereifte neue Methode. Stammzellen sind Zellen, die sich noch nicht zu einem bestimmten Zell- oder Gewebetyp entwickelt haben. Man findet sie unter anderem im Knochenmark, eine rote Substanz, die sich vor allem in den flachen Knochen des menschlichen Körpers befindet. Stammzellen können sich noch zu verschiedenen Zellen entwickeln: Knochenzellen, Fettzellen, aber auch Knorpelzellen. Die Ideen war deshalb, dass diese nicht ausgereiften Zellen in ein Gelenk und damit in die Nähe des Knorpels injiziert werden und dort zu neuem Knorpel heranwachsen.

Stammzellen hemmen Entzündungen und regen Wachstum an

Tatsächlich entwickelte sich kaum neuer Knorpel, aber die Stammzellen hatten doch einen positiven Effekt auf Prozesse, die mit Arthrose einhergehen. Die Stammzellen funktionierten als eine Art kleiner »Eiweißfabriken«, die sowohl entzündungshemmende Botenstoffe als auch Wachstumsfaktoren produzierten. Die Stammzellen hatten eine positive Wirkung auf auf die Entzündungen und den Knorpelabbau im Gelenk. In Zusammenarbeit mit der Radiologie-Abteilung wurde entdeckt, dass die Stammzellen nach der Injektion verhältnismäßig lange in den Gelenken blieben. Auch die Schmerzen nahmen etwas ab.

Stammzelltherapie bevor irreparable Schäden enstehen

Die Fachgruppe Orthopädie hat inzwischen einen Antrag auf Förderung für klinische Folgestudien gestellt, um zu sehen, ob die festgestellten Ergebnisse sich auch auf den Menschen übertragen lassen. Auch soll erforscht werden welche Prozesse sich in den Stammzellen und im Knorpel abspielen. Stammzelltherapie ist bislang noch eine sehr teure Behandlung. Aber wenn die genaue Wirkung von Stammzellen ergründet werden kann, ist es vielleicht möglich, die Wirkung als Medikament zu reproduzieren. Das kann die Kosten einer Behandlung senken und man könnte eine Stammzelltherapie einsetzen, bevor deutliche Schäden im Gelenk entstehen.


Quelle: Erasmus MC Rotterdam

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