Mittwoch, 24. Mai 2017


Das Essen gut zu kauen ist nicht nur wichtig für eine optimale Verdauung, sondern kann sogar vor Infektionen schützen.



»Gut gekaut, ist halb verdaut«: Dieses Sprichwort haben die meisten von uns in Kindertagen mehr als einmal von ihren Eltern gehört. Dass solche Sprichwörter immer auch einen Körnchen Wahrheit enthalten, bewiesen nun Forschungen der britischen Universität Manchester. Die Wissenschaftler entdeckten, dass Mastikation oder das Kauen von Nahrung im Mund für die Bildung von T-Helferzellen sorgt. Diese TH17-Zellen gehören zur Immunabwehr und bekämpfen häufig vorkommende bakterielle Krankheitserreger und Schimmelpilze der Mundhöhle. Die Forschungsergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin »Immunity«.

Natürlicher Verschleiß beim Kauen


Die mechanische Kraft des Kauens verursacht natürlichen Verschleiß und kleinste Schäden im Mundraum. In einem Experiment mit Mäusen simulierten die Forscher natürliche Schäden im Mund der Tiere, in dem sie mit einem sterilen Baumwollapplikator in der Mundhöhle der Mäuse rieben. Das sorgte für eine erhöhte Produktion der TH17-Zellen. Neugeborene Mäuse, die bis zur 24. Lebenswoche weiche Nahrung erhielten, produzierten dagegen bedeutend weniger TH17-Zellen im Mund. Das Forschungsteam erklärte das niedrige Niveau der TH17-Zellen mit der Tatsache, dass bei den Jungtieren weniger physiologischer Schaden durch Kauen auftrat.

Kauen beugt Krankheiten vor


TH17-Immunzellen werden im Verdauungstrakt und in der Haut von »guten« Bakterien stimuliert. Das Immunsystem verteidigt unsere Körperbarrieren nicht nur im Mund, aber auch im Darm und auf der Haut durch die Abwehr schädlicher Krankheitserreger. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Stimulation von TH17-Zellen im Mund durch den Kauvorgang verursacht wird und nicht wie bei den anderen Barrieren durch Bakterien. Kauen schützt uns also vor Krankheiten.

Mehr TH17-Zellen können auch ungünstig sein


Aber mehr TH17-Zellen im Mund zu haben, scheint nicht immer günstig zu sein, weil dadurch das Risiko für Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) zunimmt. Erhielten neugeborene Mäuse bis zur 24. Lebenswoche anstelle von weicher Nahrung hartes Futter, zeigte sich mehr natürlicher Kauschaden und mehr Knochenabbau im Kiefer. Weitere Forschungen nach den Faktoren, die die Abwehr im Mund regulieren sind wichtig, weil Entzündungen im Mund das Risiko für Erkrankungen im gesamten Körper erhöhen wie Diabetes, Rheuma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Frühgeburten.

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