Montag, 29. April 2013


Eine besondere Autismusform: Das Asperger-Syndrom
(Foto: WavebreakmediaMicro - Fotolia.com)

Das Asperger-Syndrom gehört zu den autistischen Entwicklungsstörungen. Der Wiener Kinderarzt Hans Asperger beschrieb 1944 diese abgeschwächte Form des Autismus zum ersten Mal. Etwa 0,5 bis 2 Prozent aller Menschen sind von dieser Störung betroffen. Oft, ohne dass sie selbst wissen, warum sie „anders“ sind und oft bleibt Asperger-Autismus völlig unbehandelt.


Ursachen und Symptome

Das Asperger-Syndrom ist im Gegensatz zum frühkindlichen Autismus (Kanner-Syndrom) eine Autismusform, die oft undiagnostiziert oder fehldiagnostiziert wird. Asperger-Patienten werden nicht selten als Patienten mit Borderline-Syndrom oder mit einer schizoiden Persönlichkeitsstörung eingestuft. Die Ursachen sind bis heute nicht geklärt, Vererbung gilt als wahrscheinlich. Vermutet wird außerdem, dass ein erhöhter Testosteronspiegel während der Schwangerschaft das Risiko auf Asperger-Autismus erhöht. Dies würde auch erklären, warum viermal mehr Jungen als Mädchen von der Störung betroffen sind. Die Symptome sind bei Mädchen versteckter als bei männlichen Asperger-Kindern.

Asperger-Kinder entwickeln sich bis zum dritten Lebensjahr weitgehend normal. Sie verfügen über eine normale bis hohe Intelligenz, sogar Hochbegabungen kommen vor. Die Sprachentwicklung ist nicht verzögert. Oftmals lernen sie sogar sehr früh und gut sprechen. Sie entwickeln meist ein Interesse für ein Spezialgebiet und erwerben auf diesem Gebiet auch ein großes Detailwissen. Ihr Interesse ist sehr ausdauernd und sie sprechen in vielen Fällen über nichts anderes mehr. Die motorischen Bewegungsabläufe wirken bei Asperger-Autisten ungeschickt. Kinder haben in der Schule oft Probleme beim Sportunterricht.

Bei Asperger-Autisten sind durch die Kontakt- und Kommunikationsstörung die sozialen Fähigkeiten stark eingeschränkt. Sie sind nicht in der Lage nonverbale Kommunikation wie Gestik, Mimik und Körpersprache zu entschlüsseln und verhalten sich daher anders, als es von ihnen erwartet wird. Sie können die Wirkung ihres Verhaltens auf Mitmenschen nicht einschätzen und sich auch nicht in die Gefühle anderer hineinversetzen. Es fällt ihnen daher schwer, an der Freude oder auch Wut anderer teilzuhaben. Soziale Signale können nicht erkannt werden und das verursacht bei den Betroffenen wiederum Unsicherheit über ihr Verhalten. Sie sind nicht in der Lage, Gelerntes auf ähnliche Situationen zu übertragen. Kinder reagieren auf Anforderungen und Einschränkungen oft mit Wutanfällen. Mit zunehmendem Alter realisieren Asperger-Betroffene, dass sie nie so sein werden wie andere. Erfahren sie dann keine Unterstützung und Begleitung, kommt es oftmals zu Depressionen oder verstärkter Aggressivität.

Gezielte Förderung wichtig

Durch entsprechende Betreuung und Förderung können die Schwierigkeiten im Alltag gemindert und die Lebensqualität verbessert werden. Asperger-Autisten brauchen feste alltägliche Routine. Soziale Verhaltensweisen müssen trainiert werden und Sozialkontakte sollten behutsam gefördert werden. Rückzugsmöglichkeiten sind aber ebenso notwendig, um Überforderung zu vermeiden. Anerkennung des Spezialinteresses und entsprechende Unterstützung und Lob auf diesem Gebiet sind überaus wichtig und kann Asperger-Autisten zu hervorragenden Leistungen bringen. Interessante und weiterführende Informationen zur Asperger-Störung finden Sie auch auf folgenden Internetseiten: www.aspergia.de und www.asperger-online.de.

Quellen: Amihăesei IC, Stefanachi E.: Autism, an overwhelming condition: history, etiopathogenesis, types, diagnosis, therapy and prognosis. Rev Med Chir Soc Med Nat Iasi. 2013 Jul-Sep;117(3):654-61.

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