Mittwoch, 10. Juni 2015


Dunkle Schokolade wirkt anregend
(Foto: AlexanderStein - pixabay.com)
Nach der Mittagspause schlapp und müde? Dunkle Schokolade wirkt anregend und macht fit für die restlichen Stunden.


Schnitzel-, Kantinen- oder Suppenkoma, Fressnarkose, Fressstarre oder Futternarkose: Das wohlbekannte Leistungstief nach der Mittagspause und dem Mittagessen hat viele Bezeichnungen, die alle denselben Zustand beschreiben. Das Phänomen der postprandialen Müdigkeit, wie es im Fachjargon genannt wird. Zwischen 12 und 14 Uhr überfällt uns eine bleierne Müdigkeit, gegen die wir uns kaum wehren können. Unsere biologische Uhr hat für diese Zeit einfach eine Ruhepause vorgesehen und lässt sich auch nicht so einfach austricksen. Kaffee, Espresso oder grüner Tee gehört zu den beliebten Mitteln, um einem über den Leistungsknick hinweg zu helfen. Amerikanische Forscher empfehlen Leidgeplagten nun, eher zu einem Stück dunkler Schokolade zu greifen. Denn ihre Forschungen haben gezeigt, dass Bitterschokolade nicht nur den Blutdruck beeinflusst, sondern auch eine anregende Wirkung hat.

Schokolade stimuliert das Gehirn
»Schokolade ist ein Stimulans und aktiviert das Gehirn auf eine ganz bestimmte Weise«, so Wissenschaftler Larry Stevens von der Northern Arizona-Universität. »Schokolade kann die Aktivität in den Hirnregionen, die für Aufmerksamkeit zuständig sind, erhöhen und hat außerdem einen erheblichen Effekt auf den Blutdruck.«
Es ist bekannt, dass Schokolade die Blutgefäße erweitert und so langfristig den Blutdruck senkt. Ebenso ist bekannt, dass Bitterschokolade eine stimulierende Wirkung hat. Stevens und seine Kollegen wollten feststellen, ob der Verzehr von Schokolade unmittelbar eine Verbesserung bringt.

Schokolade mit 60 Prozent Kakao-Anteil macht wach und aufmerksam
Die Studie - veröffentlicht im Fachjournal »NeuroRegulation« - untersuchte zum ersten Mal, wie Schokolade auf die Aufmerksamkeit wirkt. Für die Studie wurden bei 122 Teilnehmern zwischen 18 und 25 Jahren die Gehirnströme mittels eines EEGs gemessen. Die Wissenschaftler untersuchten dabei die Wirkung von Schokolade mit 60 Prozent Kakao-Anteil auf die Gehirnaktivität bei unterschiedlichen Denkaufgaben. Diese Daten wurden mit verschiedenen Kontrollsituationen verglichen.
Die Bitterschokolade mit 60 Prozent Kakao-Anteil sorgte für mehr Wachsamkeit und Aufmerksamkeit. Das war auch im Gehirn sichtbar. Außerdem stieg der Blutdruck für kurze Zeit an.

Optimale Wirkung in Kombination mit L-Theanin
Ein auffallendes Ergebnis war auch bei den Kontrollsituationen zu beobachten, bei denen die Teilnehmer nicht nur Schokolade mit 60 Prozent Kakao-Anteil erhielten, sondern auch L-Theanin, eine Aminosäure aus grünem Tee. Diese Aminosäure scheint nämlich für eine unmittelbare Senkung des Blutdrucks zu sorgen und hat eine beruhigende Wirkung auf das Gehirn. Eine Kombination würde daher das beste Ergebnis erzielen und ein zu starkes Ansteigen des Blutdrucks regulieren.
»Menschen essen im Allgemeinen Schokolade nicht, weil sie gesund ist«, so Stevens. »Diese Studie zeigt allerdings sicher Möglichkeiten für gesunde Schokolade.« Die Wissenschaftler hoffen deshalb auch, dass Schokoladen-Hersteller die Erkenntnisse aus der Studie als Anregung verstehen. Die Studie wurde von einem Schokoladenproduzenten mitfinanziert.

Mittags eine Portion Eiweiß als Alternative
Wer befürchtet, vom täglichen Schokoladenkonsum zwar mittags fitter zu werden, aber dafür bei jedem Blick auf die Waage in Tränen auszubrechen, sollte beim Mittagessen mehr auf Eiweiß setzen. Denn frühere Forschungen haben gezeigt, dass Kohlenhydrate eher müde machen, Eiweiß hingegen fit und wach. Zucker liefert dem Körper zwar sehr schnell Energie, aber der Blutzucker sinkt genauso schnell wieder ab und wir fühlen uns dann umso schlapper. Wer also beim Mittagessen eher auf Eier, Hühnersuppe, Hülsenfrüchte, Fisch oder Milchprodukte setzt, kann dem »Kantinenkoma« auch ohne Schokolade entgehen.

Quelle: Michelle Montopoli, Larry C Stevens, Constance Smith, George Montopoli, Stephanie Passino, Somer Brown, Lena Camou, Katie Carson, Shannon Maaske, Kathleen Knights, William Gibson, Joyce Wu. The Acute Electrocortical and Blood Pressure Effects of Chocolate. Neuro Regulation, Vol 2, No 1, (2015), DOI: 10.15540/nr.2.1.3

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