Dienstag, 9. Juli 2013


Kurkuma: Gewürz und Heilpflanze

Kurkumin, der Inhaltstoff des Kurkuma, könnte zukünftig Frühgeborene vor ernsten Lungenschäden durch künstliche Beatmung bewahren.

Kurkuma, ein Hauptbestandteil in würzigen Curry-Gerichten, ist schon lange für seinen medizinischen Wert bekannt. Neue Forschungen stellten fest, dass das Kurkumin im Kurkuma Frühgeborenen dauerhaften Schutz vor tödlichen Lungenschäden bieten kann.
Unreife Lungen machen Beatmung notwendig

Die Lungen sind bei frühgeborenen Kindern nicht voll ausgereift. Der Körper der »Frühchen« wird nicht mit genügend Sauerstoff versorgt. Sie benötigen deshalb häufig wegen der nicht ausreichenden Lungenfunktion die Unterstützung von Beatmungsgeräten und eine verstärkte Sauerstofftherapie. Diese Therapien können jedoch auch zu dauerhaften Schäden der Lunge und sogar zum Tod führen. Forscher am »Los Angeles Biomedical Research Institute« des »Harbor-UCLA Medical Center« (LA BioMed) stellten fest, dass die natürliche Substanz Kurkumin einen Langzeitschutz gegen solche Schäden bietet.

Ihre Studie, veröffentlicht im Fachjournal »American Journal of Physiology, Lung Cellar and Molecular Physiology«, zeigt, dass Kurkumin gegen bronchopulmonale Dysplasie (BDP) schützt, eine Erkrankung für die Narbenbildung und Entzündungen charakteristisch sind und gegen Hyperoxie, bei der zu viel Sauerstoff durch die Lungen in den Körper gelangt. Der Schutz des Kurkumins hält bis zu 21 Tage nach der Geburt an. Eine frühere LA BioMed-Studie fand bereits eine Schutzwirkung für bis zu sieben Tage nach der Geburt.

Schutz bei zusätzlicher Sauerstofftherapie

»Das ist die erste Studie, die langfristige Vorteile für die Anwendung von Kurkumin zum Schutz der Lungenfunktion bei Frühgeborenen beweist,« sagt Virender K. Rehan, Studienleiter bei LA BioMed. »Kurkumin ist bekannt für seine starken antioxidativen, entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften. Das macht Kurkumin zu einer vielversprechenden Therapie für Frühgeborene, die nach der Geburt eine Sauerstofftherapie brauchen.«

Bronchopulmonale Dysplasie ist die häufigste chronische Lungenerkrankung bei Kindern in Amerika, aber auch bei uns. Weil immer mehr Frühgeborene aufgrund der verbesserten Neonatologie überleben, haben die Fälle von bronchopulmonaler Dysplasie zugenommen. Laut einer Studie aus 2010 entwickelten 67,3 Prozent der Babys, die zwischen der 22. und 25. Schwangerschaftswoche geboren wurden, bronchopulmonale Dysplasie. Bei Kindern, die zwischen der 26. und 30. Schwangerschaftswoche geboren wurden, waren es dagegen nur 36,6 Prozent.

Kurkumin mit breitem Wirkungsspektrum

Die heilsame Wirkung des Kurkumins hat sich in der Komplementärmedizin schon lange bewährt. Kurkumaextrakt lindert Beschwerden bei Haut- und Magen-Darm-Erkrankungen, Arthrose, senkt den Blutzucker und auch den Cholesterinspiegel. Auch bei Patienten nach Schlaganfall oder mit Demenzerkrankungen kann Kurkumin unterstützend wirken. Selbst in der Krebsbehandlung zeigt Kurkumin vielversprechende Möglichkeiten. In Studien tötete Kurkumin Krebszellen ab und verlangsamte das Wachstum der überlebenden Tumorzellen.


Quelle: Reiko Sakurai, Patricia Villarreal, Sumair Husain, Jie Liu, Tokusho Sakurai, Emiley Tou, John S. Torday, and Virender K Rehan. Curcumin Protects the Developing Lung Against Long-Term Hyperoxic Injury. American Journal of Physiology - Lung Cellular and Molecular Physiology, 2013 DOI: 10.1152/ajplung.00082.2013

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