Donnerstag, 29. August 2013


Eine neue Kontaktlinse soll bei Makuladegeneration helfen
(Foto: Giuliamar / pixabaycom)

Kontaktlinsen können das Sehen sehr verbessern, aber Menschen mit altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) half das bis jetzt nicht. Forscher haben nun eine vielversprechende Speziallinse entwickelt.


Kontaktlinsen können viele Sehschwächen korrigieren, allerdings nicht das verschwommene Sehen bei Menschen mit einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Die altersabhängige Makuladegeneration ist eine der Hauptursachen für schlechte Sehfähigkeit und Blindheit bei Älteren in der westlichen Welt. Ein Team von Forschern aus Amerika und der Schweiz unter der Leitung von Joseph Ford von der Universität von Kalifornien entwickelte eine Kontaktlinse mit einer Art eingebautem Teleskop, das zwischen normaler und vergrößerter Sicht wechseln kann. Mit weiteren Anpassungen kann das bedeuten, dass Patienten mit AMD relativ leicht ihre Sehfähigkeit verbessern können.

Visuelle Hilfsmittel bisher kaum benutzbar

Visuelle Hilfsmittel, die das einfallende Licht vergrößern, helfen Menschen mit AMD, weil sich das Licht besser auf die intakten Teile der Netzhaut verteilt. Dadurch wird es für Patienten mit AMD leichter zu lesen, Gesichter zu erkennen oder sich selbst zu versorgen. Bis jetzt gab es nur große am Kopf zu befestigende teleskopähnliche Hilfsmittel, die diesen Vorteil boten, aber im Alltag kaum benutzbar waren oder kleine Mikroteleskope, die ins Auge implantiert werden mussten.

AMD-Speziallinse bietet mehr Komfort

»Damit eine Sehhilfe akzeptiert wird, muss sie möglichst bequem und unauffällig sein«, sagt Co-Autor der Studie Eric Tremblay. Die neue Linse ist deshalb ein attraktiver Kompromiss zwischen Operation und Teleskop. Das Innerste der Linse liefert eine normale Sicht, während der Rand der Speziallinse die Sicht 2,8 Mal vergrößert. Um zwischen normaler und vergrößerter Sicht zu wechseln, muss eine spezielle Brille mit Flüssigkristallgläsern getragen werden, die ursprünglich für die Verwendung mit 3-D-Fernsehgeräten entworfen wurde. Diese Brille blockiert entweder die vergrößernden oder die normalen Lichtstrahlen.

Weiterentwicklung nötig

Die Entwicklung der Speziallinse befindet sich noch in der ersten Phase. Die verwendeten Materialien sind noch lange nicht optimal für den Einsatz am menschlichen Auge. Die Forscher hoffen, dass ihre Linse letztendlich die Beeinträchtigungen bei Patienten mit AMD lindern kann. Zumindest, bis die Ursache der Erkrankung durch dauerhafte und wirksame Therapien oder Netzhautprothesen behoben werden kann. Die Studienergebnisse wurden im Fachjournal »Optics Express« veröffentlicht.

Quelle: Eric. J. Tremblay, Igor Stamenov, R. Dirk Beer, Ashkan Arianpour, Joseph E. Ford. Switchable telescopic contact lens. Optics Express, 2013; 21 (13): 15980 DOI: 10.1364/OE.21.015980

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