Freitag, 6. März 2015


Kurkumin bekämpft Alzheimer
Ein vielversprechendes Mittel gegen Alzheimer haben Sie vielleicht schon in ihrer Küche. Das Gewürz Kurkuma zeigt Potenzial zur Behandlung der Hirnerkrankung.

Das Gewürz Kurkuma wird in Asien schon seit Jahrhunderten bei zahlreichen Gesundheitsproblemen angewendet. Die Wirksamkeit ist vielfältig: Entzündungen, Krebs, Erkrankungen von Lunge, Leber, Darm sowie Herz-Kreislauf-Probleme. Eine neue Studie zeigt, dass Kurkuma dank seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften auch gut geeignet ist, um Gehirnerkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit zu bekämpfen.

Kurkumin vernichtet Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn
»Kurkumin ist dazu um Stande, ins Gehirn vorzudringen und anschließend die typischen Eiweißablagerungen des Proteins Beta-Amyloid - Plaques genannt - zu binden und zu vernichten«, erzählt Wellington Pham, Hauptautor der Studie und Professor für Radiologie und biomedizinisches Ingenieurwesen am Vanderbilt University Medical Center. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachjournal »Journal of Alzheimer’s Disease« veröffentlicht. Und eine Studie der Harvard Universität in Boston zeigte bereits vor einigen Jahren, dass Kurkumin die Bildung neuer Nervenzellen im Gehirn fördert.

Moleküle müssen ins Gehirn vordringen können
Das Aufhäufen und die Ansammlung von Protein-Fragmenten, bekannt als Beta-Amyloide, treibt den unwiederbringlichen Verlust von Neuronen bei der Alzheimer-Krankheit voran. Durch die Ablagerungen ist die Kommunikation zwischen den Nervenzellen und die damit verbundene Funktion gestört. Die Entwicklung kleiner Moleküle, die diese Ansammlung und die fortschreitende Zerstörung reduzieren, ist von entscheidender Bedeutung. Bislang war es jedoch schwierig Moleküle zu finden, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden können und das macht eine medikamentöse Behandlung problematisch.

Blut-Hirn-Schranke: Segen, aber auch Fluch
Pham und seine Kollegen von der Shiga Universität im japanischen Otsu entwickelten eine neue Strategie, um ein kurkuminähnliches Molekül effektiver ins Gehirn zu bringen. »Eine der Schwierigkeiten bei der Behandlung von Alzheimer ist, Medikamente die Blut-Hirn-Schranke passieren zu lassen«, erklärt Professor Pham. »Unser Körper hat diese Barriere angelegt, um das Gehirn vor giftigen Molekülen zu schützen, die die Blut-Hirn-Schranke durchbrechen und die Nervenzellen schädigen könnten. Aber es ist eben auch eine natürliche Schranke für Moleküle, die zur Behandlung von Krankheiten entwickelt wurden«, sagt Pham.

Kurkumin inhalieren
Um die Probleme bei einer intravenösen Verabreichung eines Medikaments zu umgehen, entschieden die Wissenschaftler sich dazu, einen Zerstäuber zu entwickeln und ein Kurkumin-Aerosol herzustellen. Die Wissenschaftler entwickelten ein kurkuminähnliches Molekül, genannt FMeC1, das mittels eines Inhalators eingeatmet werden kann. »Der Vorteil von FMeC1 ist, dass es sich um eine Fluorverbindung handelt, die man im Gehirn durch einen MRT-Scan sichtbar machen kann. Kurkumin hat eine sehr einfache chemische Struktur und die Herstellung eines Analogons ist deshalb nicht teuer«, erklärt Pham. »Auf diese Weise kann das Medikament inhaliert werden und gelangt so ins Gehirn«, führt er weiter aus. Inhalatoren sind bereits ausreichend auf dem Markt und auch relativ kostengünstig.

Wirkung von Kurkumin nach Inhalation stärker
»In diesem Fachartikel konnten wir auch an einem Mausmodell zeigen, dass die Substanz effektiver zur Großhirnrinde (Cortex) und zum Hippocampus - beide wichtig fürs Gedächtnis - gelangt, wenn sie eingeatmet wird. Nach einer intravenösen Injektion ist die Wirkung weitaus schwächer.«

Quellen: Wellington Pham et al.: Inhalable curcumin: offering the potential for translation to imaging and treatment of Alzheimer’s disease. Journal of Alzheimer’s Disease 11/12/2014, ManuscriptNumber: 14-0798R1


Kim, S. J., Son, T. G., Park, H. R., Park, M., Kim, M.-S., Kim, H. S., … Lee, J. (2008). Curcumin Stimulates Proliferation of Embryonic Neural Progenitor Cells and Neurogenesis in the Adult Hippocampus. The Journal of Biological Chemistry, 283(21), 14497–14505. doi:10.1074/jbc.M708373200

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