Montag, 18. April 2016


Wein und Tee mit vielen Flavonoiden
beugen Erektionsproblemen vor
(Foto: tpsdave - pixabay.com)

Wein, Tee und andere Getränke und Nahrungsmittel, die reich an Flavonoiden sind, beugen Potenzstörungen vor.


Erektionsstörung, Impotenz oder der medizinische Fachbegriff erektile Dysfunktion: Sie bringen alle dasselbe Problem zum Ausdruck. Der Penis erreicht nicht mehr die notwendige Steife, um einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausüben zu können. Die Erektionsfähigkeit nimmt mit dem Alter ab und kommt schon bei ein bis zwei Prozent der 40-jährigen und bei 15 bis 20 Prozent der 65-jährigen vor. Auch Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes und Medikamente zur Behandlung dieser Erkrankungen können die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen.

Drei Flavonoide beugen Erektionsstörungen vor
Britische Wissenschaftler der East-Anglia-Universität und amerikanische Wissenschaftler der Harvard-Universität berichten nun in einer Studie, dass Flavonoide - eine Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe - die positivste Wirkung bei Männern unter 70 haben. Anhand von Daten aus einer Langzeitstudie fanden die Experten heraus, dass sich drei Flavonoide positiv auf die Erektionsfähigkeit auswirken und das Risiko für Potenzstörungen um 11 bis 16 Prozent senken können. Aus anderen Studien war schon bekannt, dass eine flavonoid-reiche Ernährung das Risiko für Krankheiten wie Diabetes und Gefäßerkrankungen senken kann.

Flavonoide: Worin sie enthalten sind und wie sie helfen
Flavonoide finden sich in Nahrungsmitteln und Getränken wie Obst, Gemüse, Kräutern, Tees und Wein, sagen die Forscher. Die besten Flavonoide zum Schutz vor Erektionsstörungen sind Anthocyane, Flavanone und Flavone. Die fünf besten Nahrungsquellen für diese Flavonoide sind Erdbeeren, Blaubeeren, Rotwein, Äpfel, Birnen sowie Zitrusfrüchte. Die positiven Auswirkungen waren laut der Studie am größten bei jüngeren Männern.
Zusätzlich empfehlen die Studienautoren, mehr Obst - eine der Hauptquellen für Anthocyane und Flavanone - zu essen, denn das senkt das Risiko für die erektile Dysfunktion um 14 Prozent. Werden Nahrungsmittel mit reichlich Flavonoiden noch mit mehr Bewegung und Sport kombiniert, sinkt das Risiko sogar um 21 Prozent, denn Sport kann Erektionsstörungen verbessern. Studienleiter Professor Aedin Cassidy von der East-Anglia-Universität sagt, dass Männer, die regelmäßig Nahrungsmittel mit einem hohen Flavonoid-Gehalt konsumieren, ein zehn Prozent geringeres Risiko für Erektionsstörungen haben. »Mengenmäßig betrachtet, sprechen wir da nur über ein paar Portionen pro Woche«, erklärt er. Und viele Flavonoide zu essen ist genauso gut wie fünf Stunden flottes Spazierengehen wöchentlich, meinen die Experten.

Erektionsstörungen als Vorbote für Gefäßerkrankungen
Dr. Eric Rimm, Harvard-Professor für Ernährung und Senior-Autor der Studie, sagt in einem Kommentar, dass die erektile Dysfunktion auch ein früher Hinweis für eine schlechte Gefäßfunktion sein kann. Die richtigen Lebensmittel essen »bietet eine entscheidende Möglichkeit« Herzinfarkt, kardiovaskulären Erkrankungen und sogar dem Tod vorzubeugen.
Während Forscher festgestellt haben, dass der Hauptgrund für eine erektile Dysfunktion gefäßbedingt ist, wurden auch Hinweise dafür gefunden, dass die Ernährung eine Rolle spielt. Die aktuelle Studie war die erste ihrer Art, die genauer den Zusammenhang zwischen Flavonoiden und erektiler Dysfunktion untersucht hat, die etwa die Hälfte der Männer im mittleren und höheren Lebensalter betrifft.
»Die Daten deuten an, dass ein regelmäßiger Verzehr von speziellen Lebensmitteln mit vielen Flavonoiden mit einem geringeren Auftreten von Erektionsstörungen verbunden ist«, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. »Folgeuntersuchungen sind notwendig, um den Einfluss einer erhöhten Aufnahme alltäglicher, aber flavonoid-reicher Nahrungsmittel zu überprüfen.«

Quelle: A. Cassidy, M. Franz, E. B. Rimm. Dietary flavonoid intake and incidence of erectile dysfunction. American Journal of Clinical Nutrition, 2016; DOI: 10.3945/ajcn.115.122010

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