Montag, 15. Januar 2018


Den Tag mit Haferbrei zu beginnen, senkt den Cholesterinspiegel besser als cholesterinsenkende Medikamente wie Statine.

Zugegeben, es klingt nicht unbedingt verlockend: zum Frühstück ein Schüsselchen Haferbrei statt eines knusprigen Käsebrötchens. Doch wer auf seine Cholesterinwerte achten muss, sollte diese Art von Frühstück mal probieren. Denn Haferbrei besitzt besondere Eigenschaften. Ein Teller Haferbrei senkt das Cholesterin effektiver als die cholesterinsenkenden Statine, die zudem oft unangenehme Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen hervorrufen. Eine Portion Haferbrei enthält mehr Ballaststoffe als eine Scheibe Vollkornbrot, senkt den Cholesterinspiegel, regt das Immunsystem an und kann Krebs vorbeugen. Zusätzlich ist Haferbrei reich an Mineralien wie Mangan, Kupfer und Eisen sowie an B-Vitaminen.

Eine Portion Haferbrei täglich könnte die Volksgesundheit verändern

Die tägliche Schüssel Haferbrei kann die Volksgesundheit umkrempeln, berichtet Professor Chris Seal von der Newcastle University: „Ich glaube, wenn jeder den Tag mit einem Teller Haferbrei beginnen würde, hätte dies enorme Auswirkungen auf die Volksgesundheit.“ Seal ist Experte auf dem Gebiet von Frühstücks- und Vollkorngetreide. Er ist selbst täglich einen Teller Haferbrei mit fettarmer Milch, egal, ob es Sommer oder Winter ist. Ein Teller Haferbrei liefert genauso viele Ballaststoffe wie eine Scheibe Vollkornbrot, ist fettfrei und enthält praktisch keinen Zucker. Dafür aber eine Reihe von Mineralien, die wichtig für unsere Gesundheit sind, wie Mangan, Eisen und Kupfer und die unverzichtbaren B-Vitamine.

Beta-Glucane: Lösliche Ballaststoffe im Hafer

Der echte Vorteil des Breis sind die löslichen Ballaststoffe des Hafers. Obwohl diese Beta-Glucane genannten Ballaststoffe auch in Roggen und Gerste vorkommen, ist Hafer besonders reich an Beta-Glucanen. Diese Ballaststoffe bilden im Darm eine Art dickflüssiges Gel, das ein sättigendes Gefühl erzeugt und die Aufnahme von Cholesterin im Darm senkt. Zudem ernähren Beta-Glucane die gesunden Darmbakterien und unterstützen auf diese Weise das Immunsystem. Da heute viele Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten kämpfen, ist dieser Gruppe eine Schüssel Haferbrei auf jeden Fall zu empfehlen. Der Brei senkt das schädliche Cholesterin und kann sogar Krebs vorbeugen.

Beta-Glucane: Genauso gut wie Cholesterinsenker

Beta-Glucane gehören zu den wenigen natürlichen Substanzen, für die Nahrungsmittelproduzenten gesundheitsrelevante Aussagen machen können, sagt Seal. Und die Hauptaussage für diese Art von Ballaststoff betrifft die Senkung der Blutfette. Das zähflüssige Gel, das Tapetenkleister ähnelt, wird in der Darmwand geformt, senkt die Aufnahme der Blutfette und regt die Produktion von Gallensalzen an. Gallensalze werden aus Cholesterin gebildet. Je mehr Gallensalze der Körper loswerden kann, umso mehr Cholesterin wird für die Bildung der Gallensalze benötigt. Das führt zu einer Reduzierung des Cholesterins im Blut. Ein zusätzlicher Vorteil ist der positive Einfluss auf die Darmflora.

Studien melden, dass die Einnahme von drei Gramm Beta-Glucanen pro Tag das schädliche LDL-Cholesterin senkt. Und die Menge von drei Gramm entspricht in etwa der Menge, die man mit 70 Gramm Haferflocken aufnimmt. Seal vergleicht die cholesterinsenkende Wirkung mit der von Statinen, den meist verordneten Medikamenten bei erhöhten Blutfettwerten. Die Beta-Glucane erreichen die Wirkung allerdings ohne die teils starken Nebenwirkungen der Statine. Der Haferbrei bietet aber noch weitere Vorteile. Beta-Glucane bilden Säuren, beispielsweise Buttersäure, die die DNA der Darmzellen beeinflussen und einen krebshemmenden Effekt besitzen.

Schützt vor Herz- und Gefäßkrankheiten und Darmkrebs

2015 veröffentlichte das Fachjournal „JAMA“ eine Studie der Harvard-Universität, bei der die Gesundheit von 100.000 Menschen untersucht wurde. Wer am meisten Vollkorn aß, wie zum Beispiel Haferbrei, zeigte sich gut geschützt gegen eine Reihe verschiedener Krankheiten wie Diabetes und Herz- und Gefäßkrankheiten. Die Wissenschaftler behaupteten sogar, dass der regelmäßige Verzehr von Vollkorn die Lebensdauer verlängern kann. Das wird von den Wissenschaftlern der aktuellen Studie bestätigt, vor allem was Darmkrebs und Herzerkrankungen betreffen.

Niedriger glykämischer Index

Haferbrei ist ein einfaches Nahrungsmittel. Haferflocken werden von den Spelzen befreit, so dass das volle Korn übrigbleibt. Ein gut gekochter Haferbrei kann schon mal eine halbe Stunde Zeit beanspruchen. Nehmen Sie traditionelle Haferflocken, die einen niedrigeren glykämischen Index (GI) haben. Je traditioneller der Haferbrei, desto niedriger der GI: Die Energie wird langsam freigesetzt, lässt den Insulinspiegel nur wenig ansteigen und beugt Blutzuckerspitzen vor. Solche Blutzuckerspitzen lassen den Körper auf Dauer weniger empfindlich auf das Insulin reagieren; der Körper wird insulinresistent und das kann schließlich zu einem Typ 2-Diabetes führen. Fertiger Haferbrei enthält zwar auch die gesunden Beta-Glucane – etwa ein Gramm pro Portion – aber man sollte ein Auge darauf haben, wie viel Zucker oder Salz hinzugefügt wurde.

Der perfekte Brei

Ein Teller Haferbrei täglich genügt, um von den Vorteilen zu profitieren. Menschen neigen dazu, um gleich große Mengen von dem zu essen, was gut für sie ist. Besser ist es jedoch, nur so viel zu essen, wie der Körper auch tatsächlich braucht. Wie bei vielen Dingen gilt auch hier: Regelmaß ist wichtiger als große Mengen.
Der perfekte Haferbrei braucht Zeit. Am besten bei niedriger Hitze etwa 30 Minuten erwärmen. Die richtige Konsistenz erhält der Brei durch die Stärke der Haferflocken, die durch das Erwärmen abgebaut wird. Der Brei wird nach ungefähr fünf Minuten dicker, sollte aber trotzdem länger erhitzt werden. Wenn Sie gerne Zucker hinzufügen wollen, sollten Sie gleichzeitig auch etwas Salz nehmen. Das Salz verstärkt den süßen Geschmack, so dass weniger Zucker für eine angenehme Süße benötigt wird. Brei aus Schmelzflocken oder blütenzarten Haferflocken lässt sich schneller zubereiten. Die Haferflocken sind gemahlen und je feiner sie sind, desto schneller ist der Brei fertig. Vollmilch verbessert den Geschmack und die Konsistenz.

Die Cholesterin-Lüge


Es wird viel über die „Cholesterin-Lüge“ gesprochen. Woher kommt das? Immer öfter stellt sich heraus, dass Produkte, von denen immer behauptet wurde, dass sie das Cholesterin erhöhen, diese Wirkung gar nicht haben. Cholesterin ist eine unverzichtbare Substanz, vor allem fürs Gehirn. Das tägliche Frühstücksei ist daher neuerdings rehabilitiert und alles andere als gefährlich. Aus immer mehr Studien geht hervor, dass es die Transfette aus gehärteten Fetten sind, die das Cholesterin erhöhen und nicht die gesättigten Fette. Die „Cholesterin-Lüge“ beinhaltet deshalb nicht, dass ein erhöhter LDL-Cholesterinspiegel ungefährlich ist. Ein hoher Cholesterinspiegel bedroht noch immer eine große Gruppe von Menschen, allerdings nicht wegen der gesättigten Fette oder dem Cholesterin in der Nahrung, denn das meiste Cholesterin wird vom Körper selbst produziert.

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