Samstag, 28. Juni 2014


Eine Kiwi nach dem Essen vermeidet Völlegefühl
und Blähungen
(Foto: Lebensmittelfotos / pixabay.com)

Eine Kiwi sorgt für eine bessere Verdauung von Proteinen und beugt einem Völlegefühl nach dem Essen vor.


Weniger essen ist natürlich die beste Methode, um einem aufgeblähten Gefühl nach einer Mahlzeit entgegen zu wirken. Aber manchmal ist es einfach schon zu spät, bevor man es wirklich realisiert. Doch zum Glück haben neue Untersuchungen eine einfache Lösung gefunden: Eine Kiwi sorgt für bessere Verdauung und lässt das volle, unangenehme Gefühl verschwinden. Grund ist ein einzigartiger Bestandteil der Kiwi, der beim Verdauen von Proteinen hilft, die in rotem Fleisch, Milchprodukten und Fisch vorkommen.

Eine Kiwi nach dem Essen beugt Blähungen vor

Laut den Studienergebnissen reicht eine Kiwi um Menschen mit einer schlechten Verdauung - vor allem Senioren - nach einer schweren Mahlzeit mit Milchprodukten oder einem fetten Hamburger zu unterstützen. Zu dieser Schlussfolgerung kam ein Team der »Massey University« in Neuseeland nach Forschungen im Labor und bei Mäusen. Es wurde schon lange behauptet, dass der Verzehr von Kiwis die Verdauung fördert, aber bis heute wurden wenig wissenschaftliche Beweise veröffentlicht, die diese Annahme unterstützen. Kiwifrüchte sind allerdings schon lange dafür bekannt, dass sie Fleisch sehr zart machen.

Bessere Verdauung von Eiweiß

»Die verbesserte Verdauung von Proteinen im Magen nach dem Verzehr einer Kiwi beschleunigt die Verdauung der Proteine im Dünndarm«, bestätigt Forschungsleiterin Lovedeep Kaur. Die schnellere und vollständigere Verdauung von Proteinen entsteht durch ein einzigartiges Enzym in den Kiwis: Actinidin. »Dadurch sind nur Kiwis in der Lage ohne andere Verdauungsenzyme verschiedene Eiweiße zu verdauen. Es geht vor allem um Eiweiß in Joghurt, Käse, Thunfisch und rohen Eiern«, erklärt Kaur. Eine Kiwi nach einer eiweißreichen Mahlzeit zu essen, könnte darum die ideale Lösung sein für Menschen mit Verdauungsproblemen.

Darüber hinaus enthalten Kiwis auch noch sehr viel Vitamin C, mehr sogar als eine vergleichbare Menge Orangen. Leider wird auch immer häufiger von Kiwi-Allergien berichtet, vor allem bei Kleinkindern und oft mit schwerwiegenden Folgen. Doch wer Kiwis verträgt, sollte das Potenzial der kleinen grünen Früchte nutzen.

Völlegefühl und Blähbauch: Vermeiden Sie besser diese Speisen

Wenn Sie häufig nach dem Essen ein unangenehmes Völlegefühl verspüren, sollten Sie vielleicht auf folgende Nahrungsmittel verzichten oder sie nur in kleinen Mengen verzehren:

Gemüse aus der Pflanzenfamilie der Kreuzblütler
Gemüsesorten wie Brokkoli und auch alle Kohlsorten sowie Rucola und beispielsweise auch Radieschen enthalten Schwefel und das Kohlenhydrat Raffinose, zwei Substanzen, die durch den Körper nur schwer abgebaut werden. Das Kochen dieser Gemüsesorten hilft bei diesem Vorgang und ist deshalb eine ideale Alternative, wenn Sie schnell einen Blähbauch bekommen. In diesem Fall sollten Sie auch aufpassen mit gebackenen Bohnen, denn die erzeugen ebenfalls gerne ein Völlegefühl.

Milchprodukte und Gluten
Milchprodukte sorgen nicht bei jedem Menschen für Gasbildung, aber viele leiden heutzutage an einer Form von Laktose-Intoleranz. Das bedeutet, dass dem Körper das Enzym fehlt, um den Milchzucker abzubauen und daher kommt es vermehrt zur Gasbildung.

Dasselbe passiert bei Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit. Wenn Ihr Körper nicht imstande ist, dass Klebereiweiß Gluten, das vor allem ein Bestandteil von Weizen ist, abzubauen, kommt es zu Verdauungsproblemen wie Blähungen und Durchfällen.

Fettreiche Mahlzeiten
Das Essen einer schweren fettreichen Mahlzeit kann ein Völlegefühl hervorrufen, weil Fette am längsten im Magen bleiben. Jede Fettsorte verdaut langsamer als Kohlenhydrate oder Eiweiß.

Fast Food
Fast Food enthält nicht nur viel Fett, sondern auch reichlich Zucker. Das sorgt einerseits dafür, dass die Bakterien im Darm den Zucker aufnehmen, der verdaut wird und produzieren als Folge davon mehr Gas. Andererseits verlässt der Zucker auch sehr schnell den Magen. Er ist einer der ersten Substanzen, die in den Darmtrakt transportiert werden, was zu Krämpfen führen kann.

Vermeiden Sie viel Luft zu schlucken

Auch Rauchen, schnelles Essen, das Trinken durch einen Strohhalm oder Kaugummi kauen kann dazuführen, dass Sie mehr Luft schlucken und sich aufgebläht fühlen. Trinken Sie ausreichend Wasser; das fördert die Verdauung. Auch Probiotika können Blähungen und Gasbildung entgegen wirken. Ebenso sind Tees mit Fenchel, Anis und Kümmel hilfreich. Und nicht zuletzt Bewegung. Es heißt nicht umsonst: »Nach dem Essen sollst Du ruh’n oder tausend Schritte tun«. Dem Verdauungsspaziergang sollte man allerdings den Vorzug geben, denn die körperliche Bewegung fördert auch die Bewegung des Darms und beschleunigt damit den Verdauungsvorgang.

Quelle: Lovedeep Kaur, Mike Boland: Influence of kiwifruit on protein digestion. Advances in food and nutrition research 01/2013; 68:149-67. DOI: 10.1016/B978-0-12-394294-4.00008-0

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