Sonntag, 26. Mai 2013


Fast Food fördert bei Kindern Asthma und Ekzeme
(Foto: Lebensmittelfotos/pixabay.com)

Essen Kinder mehrmals wöchentlich Fast Food, erkranken sie schneller an Asthma und Hauterkrankungen sagen neuseeländische Forscher.


Fast Food ist gerade bei Kindern und Jugendlichen beliebt, keine Frage. Doch die Dosis macht das Gift: Essen Kinder und Jugendliche mehr als dreimal pro Woche die geliebten fettigen Snacks, steigt ihr Risiko an schwerem Asthma, Nasenschleimhautentzündungen und Ekzemen zu erkranken. Diesen Zusammenhang stellte eine große neuseeländische Studie unter der Leitung von Professor Innes Asher und Philippa Ellwood von der Universität Auckland fest.
Die Kinder- und Jugendmediziner veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachmagazin »Thorax« und dokumentierten außerdem, dass dreimal wöchentlich Obst- und Gemüse auf dem Speiseplan positive Auswirkungen auf den Körper hat.

Internationales Forschungsprojekt

Die Universität Auckland leitet seit mehr als zwanzig Jahren ein internationales Forschungsprojekt, das sich mit Asthma und Allergien im Kindes- und Jugendalter beschäftigt. Inzwischen liegen Daten aus 100 Ländern und von etwa zwei Millionen Kindern vor. Die Studie gilt als die größte ihrer Art. Die Kinder im Alter von sechs und sieben sowie dreizehn und vierzehn Jahren berichteten mit ihren Eltern im Rahmen der Studie über die Häufigkeit der Krankheitssymptome wie Atemprobleme bei Asthma oder eine laufende juckende Nase bei allergischer Rhinokonjunktivis, eine Art Heuschnupfen. Auch über aufgetretene Ekzeme und über den wöchentlichen Ernährungsplan informierten die Teilnehmer die Wissenschaftler.

Bei der Analyse der Daten legten die Forscher besonderes Augenmerk auf die Schwere der Krankheitssymptome in den letzten zwölf Monaten: Wie häufig waren Symptome aufgetreten und wie war der Einfluss auf den Alltag und das Schlafverhalten? Im Mittelpunkt der Untersuchung standen Nahrungsmittel, deren positive oder negative Wirkung auf die Gesundheit schon bekannt sind wie Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch, Milchprodukte, Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Eier sowie Fast Food und Hamburger. Die Teilnehmer gaben jeweils an, wie oft sie die Nahrungsmittel konsumiert hatten: nie, ab und zu, ein- bis zweimal pro Woche oder dreimal und häufiger wöchentlich.

Fast Food verschlimmerte die Symptome

Unter Berücksichtigung anderer Einflussfaktoren wurde erkennbar, dass Fast Food sich auf beide Altersgruppen negativ auswirkte, was einen Zusammenhang sehr wahrscheinlich macht. Bei den Teenagern traten unabhängig von Wohnort, Geschlecht und wirtschaftlicher Familiensituation nach dem Verzehr von Fast Food akute und schwere Symptome bei den genannten Erkrankungen auf.
Bei den sechs- und siebenjährigen Kindern war der Zusammenhang nicht ganz so deutlich, doch die Symptome traten auch in dieser Gruppe überwiegend nach dem Verzehr von Fast Food auf. Den Unterschied zwischen den Altersgruppen erklären die Wissenschaftler damit, dass Jugendliche bereits mehr Freiheit in der Essensauswahl haben als jüngere Kinder.

Dreimal wöchentlich Fast Food kann krank machen

Aßen die Studienteilnehmer dreimal oder mehr Fast Food wöchentlich, erhöhte sich für die Jugendlichen das Risiko für schweres Asthma um 39 Prozent. Bei den sechs- bis siebenjährigen Kindern war das Risiko immer noch um 27 Prozent erhöht. Insgesamt nahm auch das Risiko für Ekzeme und schwere Nasenschleimhautentzündungen zu.

Die Studie bestätigt weiterhin auch das bereits seit vielen Jahren bekannte Ergebnis, dass durch viel Obst und Gemüse solchen Erkrankungen vorgebeugt werden kann. Aßen die Testpersonen mindestens dreimal wöchentlich Obst, nahmen schwere Symptome bei den Jugendlichen um 11 Prozent ab und bei den Kindern um 14 Prozent.

Zwei Gründe sind nach Meinung der Forscher dafür naheliegend: Fast Food enthält reichlich gesättigte Fettsäuren und Transfettsäuren, die dem Immunsystem zusetzen. Obst ist reich an antioxidativen und gesundheitsfördernden Substanzen wie Polyphenolen, Vitaminen und Mineralstoffen, die die Abwehrkräfte unterstützen.

Versuchen Sie also im Interesse Ihrer Kinder den Fast-food-Konsum in Maßen zu halten und Ihnen Obst und Gemüse schmackhaft zu machen. Das wird nicht einfach sein, doch die Kids werden es Ihnen irgendwann danken. Und zu Hause Hamburger und Pizza in einer gesünderen Variante selbst zuzubereiten, macht Spaß und schmeckt auch den kleinen Gourmets.

Quelle: Philippa Ellwood et al.: Do fast foods cause asthma, rhinoconjunctivitis and eczema? Global findings from the International Study of Asthma and Allergies in Childhood (ISAAC) Phase Three, Thorax, 14 January 2013, doi:10.1136/thoraxjnl-2012-202285

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