Samstag, 25. Mai 2013

Schlaf- und Beruhigungsmittel erhöhen das Risiko für Demenz


Schlafmittel erhöhen das Risiko
für eine Demenzerkrankung
(Foto: geralt/pixabay.com)

Ältere Patienten, die Schlafmittel einnehmen, erhöhen damit ihr Risiko an Demenz zu erkranken. Das berichten französische Wissenschaftler im »British Medical Journal«.


Der überwiegende Teil der Beruhigungs- und Schlafmittel gehört zur Gruppe der Benzodiazepine. Obwohl diese Medikamente eigentlich nur wenige Wochen eingenommen werden sollten, schlucken manche Patienten sie jahrelang.

Zusammenhang zwischen Schlafmitteln und Demenz

Die Wissenschaftler untersuchten 1063 Männer und Frauen mit einem Durchschnittsalter von 78 Jahren, die zu Beginn der Studie noch keine Zeichen von Demenz zeigten. Die Studienteilnehmer wurden von 1987 bis 2007 begleitet. Die Mediziner dokumentierten, welche Teilnehmer mit der Anwendung von Benzodiazepinen begannen und wer von ihnen eine Demenz entwickelte. Demnach erhöht die Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln das Risiko einer Demenzerkrankung um 50 Prozent.

Weitere gesundheitliche Risiken

Die Wissenschaftler der vorliegenden Studie betonen, dass Benzodiazepine durchaus gute Unterstützung bieten bei der Behandlung von Angst- und Schlaferkrankungen. Allerdings gibt es zunehmend Nachweise, dass sie bei älteren Patienten wegen möglicher Gesundheitsrisiken vorsichtig eingesetzt werden müssen.

Benzodiazepine erhöhen das Sturzrisiko und damit auch die Gefahr von Knochenbrüchen und nun kommt die Gefahr einer Demenzerkrankung hinzu. Die Mediziner raten deshalb, Benzodiazepine höchstens einige Wochen einzunehmen. Die Studienergebnisse sind im »BritishMedical Journal« nachzulesen.

Natürliche Alternativen

Inzwischen gibt es immer mehr wissenschaftliche Nachweise, dass bei Schlafstörungen und Angstzuständen auch pflanzliche Mittel gute Erfolge zeigen. So wird die Wiesen-Küchenschelle (Pulsatilla pratensis) erfolgreich zur Behandlung von Angstzuständen eingesetzt. Die Wirksamkeit von Pulsatilla-Tiefpotenzen (D3 und D6) wurde erst kürzlich in einer Studie bestätigt. Die angstlösende Wirkung der Wiesen-Küchenschelle war mit der von Diazepam, einem konventionellen Beruhigungsmittel, vergleichbar.

Auch eine Kombination von Johanniskraut (Hypericum perforatum) und Passionsblume (Passiflora incarnata) zeigte in einer Studie gute Wirkung gegen Angst, Unruhe und Depressionen. Hier sind allerdings noch weitere Forschungen notwendig, um die Wirksamkeit der Kombination abschließend bewerten zu können.

Und eine Studie aus 2010 kommt zu dem Ergebnis, dass ein standardisiertes Lavendelöl Patienten mit einer generalisierten Angststörung genauso gut hilft wie der Standardwirkstoff Lorazepam.

AmerikanischeWissenschaftler empfehlen auch Extrakte des Rauschpfeffers (Kava-Kava) sowie L-Lysin- und L-Arginin-haltige Produkte. L-Lysin und L-Arginin sind wichtige Aminosäuren, die hauptsächlich in rohem Fleisch, Kuhmilch und Walnüssen vorkommen.

Für ruhigen Schlaf

Bewährte pflanzliche Mittel, die einen ruhigen Schlaf fördern, sind auch Hopfen, Baldrian und Passionsblume. Eine Kombination ist als Fertigarznei erhältlich. Gegen Schlafstörungen kann ebenso Melisse als Tee (1,5 bis 4,5 Gramm täglich) oder als Saft helfen. Die im Saft enthaltenen ätherischen Öle verbessern die Wirkung der Melisse.

Lassen Sie sich bei anhaltenden Schlafstörungen von einem Arzt oder Heilpraktiker beraten. Denn dauerhaft gestörter Schlaf führt zu ernsten Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Bluthochdruck und Diabetes.

Quellen: Fiebich BL, Knörle R, Appel K, Kammler T, Weiss G.: Pharmacological studies in an herbal drug combination of St. John's Wort (Hypericum perforatum) and passion flower (Passiflora incarnata): in vitro and in vivo evidence of synergy between Hypericum and Passiflora in antidepressant pharmacological models. Fitoterapia. 2011 Apr;82(3):474-80. doi: 10.1016/j.fitote.2010.12.006

Woelk H, Schläfke S.: A multi-center, double-blind, randomised study of the Lavender oil preparation Silexan in comparison to Lorazepam for generalized anxiety disorder. Phytomedicine. 2010 Feb;17(2):94-9. doi: 10.1016/j.phymed.2009.10.006

Lakhan SE, Vieira KF.: Nutritional and herbal supplements for anxiety and anxiety-related disorders: systematic review. Nutr J. 2010 Oct 7;9:42. doi: 10.1186/1475-2891-9-42

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