Mittwoch, 1. Mai 2013


Insulin reguliert den Blutzucker
(Foto: Dmitry Lobanov - Fotolia.com)


Für Diabetiker gibt es verschiedene Insulinpräparate. Damit kann die Insulintherapie genau an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden. Wirkungseintritt und Wirkungsdauer sind unterschiedlich je nach Art des Insulins. Ein Standardinsulin zur Abdeckung des nahrungsunabhängigen Grundbedarfs ist das NPH-Insulin.


Insulin ist lebensnotwendig

Normalerweise produzieren die Langerhans-Inseln, eine Zellgruppe in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), gleichmäßig geringe Mengen des Hormons Insulin, die von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet werden. Diese sogenannte Basalrate ist zur Aufrechterhaltung lebenswichtiger Stoffwechselvorgänge notwendig. Insulin ermöglicht den Körperzellen, Zucker aus dem Blut aufzunehmen. Gleichzeitig wird die Zuckerbildung in der Leber gehemmt und es kommt zum Absinken des Blutzuckerspiegels.
Bei der Zufuhr von Nahrungsmitteln wird zusätzlich Insulin freigesetzt, um den Zucker aus der Nahrung verwerten zu können. Die Insulinausschüttung wird beeinflusst durch Tageszeit, körperliche Aktivitäten, Ernährungsgewohnheiten und eventuell bestehende Krankheiten.
Der durchschnittliche tägliche Insulinbedarf eines Erwachsenen liegt bei 0,5 bis 1,0 internationalen Einheiten (I.E.) pro Kilogramm Körpergewicht.

Verschiedene Arten von Insulin
Um die Schwankungen im Blutzuckerspiegel während des Tages möglichst gut aufzufangen, kommen verschiedene Arten von Insulin zum Einsatz. Man unterscheidet sie nach Wirkdauer und Wirkprofil.

Langwirksame Insuline
Um den nahrungsunabhängigen Grundbedarf (Basis) an Insulin zu decken, werden langsam und lang wirkende Insuline, sogenannte Basalinsuline eingesetzt. Ihre Wirkung verläuft relativ gleichmäßig und hält lange an.

Kurzwirksame Insuline
Normalinsulin und schnell wirkende Insulinanaloga decken den Insulinbedarf bei den Mahlzeiten (Bolus). Man nennt sie deshalb auch Bolusinsuline, Korrekturinsuline oder Mahlzeiteninsuline. Sie müssen eine halbe Stunde vor dem Essen gespritzt werden. Die Wirkung setzt schnell ein und hält nur einige Stunden an.

Intermediärwirksame Insuline
Zu den Intermediärinsulinen gehört das NPH-Insulin (Neutral-Protamin-Hagedorn-Insulin). Durch die Verbindung von Insulin mit Protamin, einem Eiweiß, oder Zink lassen sich der Wirkungseintritt und die Wirkungsdauer des Humaninsulins verzögern. Sie wirken jedoch nicht so gleichmäßig wie Basalinsuline. Deshalb kann es nachts zu Unterzuckerungen kommen. Das NPH-Insulin wurde 1936 von dem dänischen Wissenschaftler Dr. Hans Christian Hagedorn mitentwickelt. Verzögerungsinsuline wie NPH-Insulin werden bei der konventionellen und bei der intensivierten konventionellen Insulintherapie eingesetzt. In vielen Fällen werden sie auch von Typ 2-Diabetikern verwendet, bei denen der Blutzucker mit Medikamenten (oralen Antidiabetika) nicht mehr genügend gesenkt werden kann. Eine Kombination von Tabletten mit einer Insulintherapie ist hier möglich.

Wirkung von NPH-Insulin

Die Wirkung von NPH-Insulin tritt etwa zwei bis vier Stunden nach der Injektion ein. Die maximale Wirkung wird nach circa vier bis sechs Stunden erreicht. Die Wirkdauer insgesamt kann zwischen zwölf und zwanzig Stunden liegen. NPH-Insuline sind auch geeignet zum Mischen mit Normalinsulinen oder schnellwirksamen Insulinanaloga (Mischinsuline).

Mischinsuline
Kurzwirksames Insulin und intermediär- oder langwirksames Insulin können gemischt werden. Beim Mischen von Verzögerungs- und Normalinsulin in der Spritze muss die Ampulle mit dem trüben NPH-Insulin zuerst gut aufgeschüttelt werden, denn diese Insuline setzen sich als Kristalle in der Ampulle ab (Suspension). Die Kristalle sind als weißer Niederschlag gut zu erkennen und müssen aufgemischt werden, bis sie vollkommen gelöst sind. Deshalb wird empfohlen zunächst das Verzögerungsinsulin aufzuziehen und anschließend das Normalinsulin.

Quelle: Verschiedene Insulinarten, Dr. med. Melanie Stapperfend, Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf, April 2012, www.diabetes-heute.de

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