Montag, 12. Mai 2014


Wer Energydrinks liebt, achtet wenig auf seine Gesundheit
(Foto: By Dominicp (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons)

Wer gerne Sport- und Energydrinks trinkt, achtet weniger auf eine gesunde Lebensweise. Das gilt laut aktuellen Forschungen zumindest für Jugendliche.


Dass Energydrinks - vor allem wenn sie in größeren Mengen getrunken werden - für Jugendliche nicht unbedingt gesundheitsfördernd sind, wurde in der letzten Zeit häufiger wissenschaftlich bestätigt. Der hohe Gehalt an Koffein und ein Mix aus Zusatzstoffen stellen ein Risiko für Herz und Kreislauf dar. Und die aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass bei einer Vorliebe für diese Art von Getränken, die Lebensweise insgesamt eher ungesund ist. Jugendliche und Heranwachsende, die wöchentlich Fitness- oder Energydrinks konsumieren, trinken insgesamt mehr zuckerhaltigeErfrischungsgetränke, rauchen mehr und beschäftigen sich ausgiebiger mit Computer, Tablet und Smartphone, sagen Wissenschaftler der Universität von Minnesota und der Duke Universität in North Carolina.

Konsum von Energydrinks verdreifacht

Die Studie wurde durchgeführt, um Gesundheitsverhaltensmuster bei jugendlichen Konsumenten von Energydrinks besser zu verstehen und geeignete Maßnahmen zu finden, um den Konsum dieser zuckerhaltigen Getränke zu reduzieren. Obwohl nationale Daten einen Rückgang bei der Beliebtheit von Softdrinks und Fruchtsäften zeigen, hat sich der Konsum von Fitness- und Energydrinks bei Jugendlichen in den letzten Jahren verdreifacht. Der hohe Koffeingehalt in Energydrinks sowie die großen Mengen an Zucker und die damit verbundene Kalorienmenge mancher Energydrinks lösen bei Gesundheitsexperten zunehmend Sorge aus.

Die Studiendaten wurden von 20 öffentlichen Grund- und weiterführenden Schulen in Minnesota gesammelt, die Teil der Bevölkerungsstudie Eating and Activity in Teens (EAT, 2010) waren. Die Untersuchungen und Vermessungen wurden bei 2.793 Jugendlichen im Schuljahr 2009 bis 2010 vervollständigt. Das Durchschnittsalter der Jugendlichen lag bei 14,4 Jahren, die Teilnehmer wurden nach Geschlecht unterteilt und auch der ethnische Hintergrund berücksichtigt.

Mehr Energydrinks, weniger Sport

Unter den gemessenen Variablen in der Studie waren Körpergröße, Körpergewicht, die Häufigkeit der getrunkenen Energydrinks und wie oft gefrühstückt wurde. Auch die Zeit, die mit körperlichen Aktivitäten, Computer- und Videospielen oder Fernsehen verbracht wurde, notierten die Forscher, ebenso das Rauchverhalten der Jugendlichen. Obwohl der Konsum von Fitnessdrinks mit mehr moderater bis starker körperlicher Bewegung und Sportaktivitäten verbunden war, deutete das allgemeine Verhaltensmuster eher an, dass der Konsum von Energydrinks zu mehr ungesunden Verhaltensweisen bei Jugendlichen führt.

Mehr Fernsehen, mehr Videospiele

Beispielsweise sahen Jungen, die wöchentlich Energydrinks tranken, deutlich mehr Fernsehen als andere. Jungen, die regelmäßig Energydrinks konsumierten, verbrachten eine Stunde wöchentlich länger vor dem Fernsehgerät als Jungen, die weniger als einmal pro Woche Fitnessdrinks tranken. Jungen, die mindestens wöchentlich Energydrinks zu sich nahmen, spielten vier Stunden mehr in der Woche Video-Spiele als Jungen, die weniger als einmal wöchentlich Energydrinks tranken.

Sportgetränke nur in Ausnahmefällen

Die amerikanische Gesellschaft für Pädiatrie empfiehlt, dass Sportgetränke von Jugendlichen nur nach ausgiebiger und ausdauernder körperlicher Bewegung getrunken werden sollten. Energydrinks sollten von Jugendlichen gar nicht getrunken werden, denn sie bieten keinen gesundheitlichen Nutzen und erhöhen das Risiko für eine Reizüberflutung des Nervensystems. Zukünftige Forschungen und Präventionsmaßnahmen sollten die Häufung der damit verbundenen gesundheitlichen Risikoverhaltensweisen zum Ziel haben und die Jugendlichen zu einem gesünderen Trinkverhalten erziehen.


Quelle: Nicole Larson, PhD, MPH, RDN; Jessica DeWolfe, MPH; Mary Story, PhD, RD; Dianne Neumark-Sztainer, PhD, MPH, RD: Adolescent Consumption of Sports and Energy Drinks: Linkages to Higher Physical Activity, Unhealthy Beverage Patterns, Cigarette Smoking, and Screen Media Use. Journal of Nutrition Education and Behavior, Volume 46/Issue 3 (May/June 2014), DOI: 10.1016/j.jneb.2014.02.008

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