Sonntag, 26. Mai 2013


Zimt ist ein häufiger Allergieauslöser
(Foto: weinstock/pixabay.com)
Immer mehr Menschen reagieren allergisch auf Gewürze. Ursache: Gewürze werden immer öfter in Kosmetik und Lebensmitteln verarbeitet.


Dieses Ergebnis präsentierten Wissenschaftler des »American College of Allergy, Asthma and Immunology« (ACAAI) während ihres jährlichen Fachkongresses. Etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung ist davon betroffen. Sie können nicht im Restaurant essen, Make-up tragen, Parfüm benutzen oder schnell mal eine Tiefkühlpizza essen.

Anzahl der Gewürzallergiker steigt

Für Menschen, die an einer Gewürzallergie leiden, ist es schwierig, den Kontakt mit Gewürzen zu vermeiden. In vielen Parfüms werden beispielsweise Vanille verarbeitet und auch viele Arten von Make-up, Körperlotionen und Zahncremes enthalten ein oder mehrere Gewürze, um den Duft zu verbessern.
Gewürzallergiker müssen besonders auf die Kennzeichnung von Lebensmitteln achten. Die Wissenschaftler des ACAAI vermuten, dass etwa zwei Prozent der Nahrungsmittelallergien eigentlich Gewürzallergien sind.

Die Wissenschaftler denken, dass viele Gewürzallergiker noch nicht die richtige Diagnose erhalten haben. Denn bis jetzt gibt es für diese Art von Allergie noch keinen verlässlichen Haut- oder Bluttest.
Frauen haben durch die Benutzung von Kosmetikartikeln ein höheres Risiko für eine Gewürzallergie als Männer. Zusätzlich gilt, je schärfer das Gewürz, desto größer das Allergie auslösende Potenzial. Menschen, die allergisch auf Birkenpollen und Beifuß reagieren, sind auch anfälliger für eine Gewürzallergie.

Durch Erhitzen sinkt die Allergie auslösende Wirkung

Häufige Auslöser einer Gewürzallergie sind Zimt und Knoblauch, aber die Skala kann von schwarzem Pfeffer bis Vanille reichen. Viele Gewürzmischungen enthalten zwischen drei und 18 verschiedenen Gewürzen. Erhitzen der Gewürze durch Kochen, Braten und Backen kann die Allergie auslösende Wirkung verringern, aber kann sie auch verstärken, je nach Gewürzsorte. Wegen der Komplexität dieser Allergieform empfehlen Allergologen oft einen Behandlungsplan, bei dem das Vermeiden des Allergens oberste Priorität hat.

Eine allergische Reaktion kann durch Einatmen, Essen oder Berühren von Gewürzen hervorgerufen werden. Die Symptome reichen von leichtem Niesen bis zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock. Laut den Wissenschaftlern sollte man bei Personen an eine Gewürzallergie denken, die mehrfach Reaktionen auf unterschiedliche Lebensmittel zeigen oder bei Personen, die zwar auf industriell gefertigte Nahrungsmittel reagieren, aber nicht auf selbst gekochte Speisen.

Gewürzmischungen können Probleme bereiten

Sogar jemand, der nur gegen ein Gewürz allergisch ist, kann auf verschiedene Gewürzmischungen reagieren. So gibt es zum Beispiel diverse Sorten von Curry und jedes Currygewürz ist ein unterschiedlicher Mix vieler Gewürze.
Menschen, die vermuten, dass sie an einer Gewürzallergie leiden, sollten sich bei einem Allergologen vorstellen, um eine möglichst genaue Diagnose und einen individuellen Behandlungsplan zu erhalten. Allergiker sollten sorgfältig im Auge behalten, welche Speisen und andere Produkte bei ihnen eine allergische Reaktion auslösen.

Quelle: American College of Allergy, Asthma and Immunology (ACAAI): Sugar and spice and everything not so nice. Stand: 08.11.2012

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