Sonntag, 26. Mai 2013


Tat-Beclin gegen Viren und Bakterien
(Foto: geralt/pixabay.com)

Wissenschaftler haben eine neue Substanz entwickelt, die einen starken Schutz gegen Bakterien und Viren einschließlich des HI-Virus bietet.


Ein internationales Team von Forschern, unter anderem der Universität Utrecht, hat eine Substanz entwickelt, die gegen eine Infektion mit verschiedenen Bakterien und Viren wie dem HI-Virus schützen soll. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin »Nature« veröffentlicht worden.

Die neue Substanz, die bei Mäusen und menschlichen Zellen wirksam ist, stimuliert eine Art Aufräummechanismus in den Zellen, wodurch die Krankheitserreger bekämpft werden. Die Substanz, ein sogenanntes Peptid, könnte interessant sein für zukünftige Therapien gegen Krankheiten wie Aids und Listeriose.

»Großreinemachen« gegen Krankheitserreger

Das neue Peptid mit dem Namen Tat-Beclin, greift in den Abwehrmechanismus ein mit dem sich die Zelle gegen unerwünschte Eindringlinge wie Viren und Bakterien schützt. Bei dieser Abwehrreaktion namens Autofagie frisst die Zelle die Krankheitserreger auf.
»Das ist ein sehr sorgfältig regulierter Prozess, bei dem das Eiweiß GAPR-1 eine Rolle spielt. Dieses Eiweiß bremst den Aufräumprozess in der Zelle«, sagt Bernd Helms, Hochschullehrer für veterinäre Biochemie an der Universität Utrecht. »Ein Virus wie das HI-Virus nutzt diese Funktion aus und ahmt die Wirkung von GAPR-1 nach, so dass der Abwehrmechanismus gebremst wird und das HI-Virus sich in Ruhe vermehren kann. Das Peptid, das wir entwickelt haben, macht dieses Ausbremsen rückgängig und die Zelle kann sich wieder erfolgreich gegen die Keime zur Wehr setzen.«

Potenzial bei verschiedenen Erkrankungen

Die Wissenschaftler untersuchten den Effekt des Tat-Beclin Peptid an mit HIV infizierten menschlichen Zellen. »Das Peptid zeigte tatsächlich eine starke Abwehrwirkung gegen das Virus«, sagt Helms. »Das macht es interessant für Therapien gegen virale und bakterielle Krankheitserreger wie HIV und Listerien, möglicherweise auch gegen neurologische Erkrankungen wie Huntington, Alzheimer und Parkinson. Dafür sind jedoch erst noch klinische Studien nötig und danach dauert es noch Jahre, bis ein Präparat auf den Markt kommt, wenn es Erfolg verspricht. Aber der Anfang ist auf jeden Fall gemacht.«


Quelle: J. Bern Helms et al.: Identification of a candidate therapeutic autophagy-inducing peptide, Nature, January 2013, doi: 10.1038/nature11866

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