Donnerstag, 2. Mai 2013


Rückenschmerzen - meist im unteren Rücken und Nacken
(Foto: Fotowerk - Fotolia.com)


Jeder Dritte in Deutschland leidet an Rückenschmerzen. Die meisten Betroffenen sogar regelmäßig oder dauernd. Doch bevor es soweit kommt, ist Prävention das A und O.

Vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Rückenbeschwerden stehen bei der Bekämpfung von Rückenschmerzen im Mittelpunkt.
Denn Rückenschmerzen sind ein weitverbreitetes Leiden, sogar Kinder klagen inzwischen schon darüber. Laut Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) entfallen fast zehn Prozent aller Krankschreibungstage auf Rückenleiden.

Ursachen vielfältig

Rückenschmerzen können viele Ursachen haben. Meist sind sie harmlos und oftmals durch eine ungesunde Lebensweise bedingt. Übergewicht, zu wenig Bewegung in Berufs- und Privatleben, seelische und körperliche Überforderung, Stress, eine falsche Sitzhaltung im Büro, falsches Aufheben und Tragen von schweren Gegenständen, falsche Matratzen und Kopfkissen, Fehlstellungen von Zähnen und Kiefer, ja sogar der Führungsstil des Vorgesetzten hat großen Einfluss auf die Rückengesundheit. Bei einem autoritären Chef verdoppelt sich das Risiko auf Kreuzbeschwerden. Mitarbeiter, die ihr Arbeitsumfeld als positiv und unterstützend bewerten, leiden deutlich seltener unter Rückenproblemen.

Vorbeugen ist das A und O

Vorbeugung steht bei Rückenproblemen im Vordergrund. Daher will der jährliche „Tag der Rückengesundheit“ vor allem Hilfe zur Selbsthilfe geben und über Therapiemöglichkeiten und präventive Maßnahmen informieren.
Für Professor Dr. Froböse vom Zentrum für Gesundheit in Köln ist Prävention das Wichtigste: »Wer sich keine Zeit für Bewegung nimmt, muss sich irgendwann ganz viel Zeit für seine Krankheiten nehmen.«
In den meisten Fällen handelt es sich bei Rückenbeschwerden um Verspannungen der Muskulatur. Vor allem wenn die Muskeln untrainiert sind und die Wirbelsäule nicht optimal gestützt wird, kommt es zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Werden nun keine Gegenmaßnahmen ergriffen, kann es zu chronischen Schmerzen und auch zu erhöhtem Verschleiß kommen.

Therapiemöglichkeiten

Bei Rückenbeschwerden kann man als Patient eine Menge selbst tun. Eine Normalisierung des Körpergewichts entlastet Gelenke und die Bandscheiben der Wirbelsäule. Wer viel Stress hat oder hohe seelische Belastung, dem kann vielleicht ein Stressbewältigungs- oder Entspannungstraining helfen. Entspannung beispielsweise durch Yoga oder Meditation wirkt beruhigend auf das vegetative Nervensystem und kann so auch Verspannungen im Rücken lindern.

Positiv sind natürlich auch sanfte Sportarten wie Schwimmen, Radfahren und Nordic-Walking oder Tai-Chi. Wer morgens schon mit Rückenschmerzen aufsteht, braucht womöglich eine andere Matratze oder ein Nackenstützkissen. Denn wer nachts nicht entspannt liegt, weil die Wirbelsäule nicht richtig abgestützt wird, startet wahrscheinlich nur mühsam und mit Schmerzen in den Tag.

Am Arbeitsplatz wartet eventuell ein Bürostuhl, der die Sache auch nicht besser macht. Ein ergonomisch angepasster Arbeitsplatz ist nicht überall vorhanden. Es grenzt schon fast an ein Wunder, wenn man dann nach acht Stunden am Schreibtisch noch schmerzfrei aufstehen kann. Auch hier heißt die Devise: möglichst viel bewegen. Das fördert die Produktion von Gelenkflüssigkeit und regt den Stoffwechsel der Bandscheiben an, so dass sie mit Nährstoffen versorgt werden.

Auch Zähne können Rückenschmerzen verursachen
Und manchmal muss man bei Rücken- und Nackenschmerzen auch zum Zahnarzt oder Kieferorthopäden: Vor allem bei Kindern können Rückenschmerzen auf eine Fehlstellung der Zähne oder des Kiefers hindeuten. Wenn das sensible Gleichgewicht zwischen Kiefer, Kopf und Wirbelsäule durch falsche Verzahnung aus der Balance gerät, erzeugt das Verspannungen und Schmerzen im gesamten Rücken.
Also dem Zahnarzt öfter mal die Zähne zeigen und dann klappt‘s auch mit dem Rücken.
 Quelle: Sherman KJ, Cherkin DC, Wellman RD, et al. A Randomized Trial Comparing Yoga, Stretching, and a Self-care Book for Chronic Low Back Pain. Arch Intern Med. 2011;171(22):2019-2026. doi:10.1001/archinternmed.2011.524.

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