Donnerstag, 9. Mai 2013


Lupus erythematodes discoides
(Foto: www.dermis.net)
Der systemische Lupus erythematodes (SLE) gehört zu den Autoimmunerkrankungen. Das Immunsystem greift den eigenen Körper an. Der systemische Lupus kann viele Organe betreffen, deshalb auch der Name „systemisch“. Daneben gibt es eine Form, die nur die Haut befällt.


Systemischer Lupus und Haut-Lupus

Der systemische Lupus erythematodes gehört zur großen Gruppe der entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und innerhalb dieser Gruppe zu den Bindegewebsentzündungen (Kollagenosen). Lupus verursacht chronische Entzündungen von verschiedenen Organen wie Haut und Schleimhaut, Gelenke, Bindegewebe, Gehirn, Nieren sowie Wände von Blutgefäßen. Daneben gibt es einen Lupus, der nur die Haut befällt, cutaner Lupus erythematodes (CLE). Kennzeichnend ist hier die Bildung roter, scharf abgegrenzter schuppender Flecken. Lupus hat viele Verlaufsformen, die in ihrer Stärke sehr unterschiedlich ausgeprägt sind.
Am häufigsten sind Frauen betroffen und die Krankheit taucht meist im Zeitraum zwischen 18 und 25 Jahren auf. Hormonelle Ursachen werden vermutet, denn SLE-Schübe treten oft bei hormonellen Veränderungen auf: Verhütung mit der Pille oder nach Geburten beispielsweise. Aber auch nach Virusinfektionen ist das Auftreten von SLE beobachtet worden. Die exakten Ursachen sind leider bis heute nicht zu entschlüsseln.

Vielfältige Symptome

Typisches Symptom für einen systemischen Lupus erythematodes ist das Erythem, eine schmetterlingsförmige Rötung im Gesicht, die durch Sonneneinstrahlung zunimmt. Weiterhin kommt es zu Durchblutungsstörungen der Finger, Gelenkschmerzen und -schwellungen, besonders an Knien und Händen und allgemeinem Krankheitsgefühl. Gewichtsverlust, Fieberschübe und Lymphknotenschwellungen, die schleichend oder plötzlich auftreten, können auf einen Lupus hindeuten. Kreisrunder Haarausfall, der sich zurückbilden kann und Entzündungen im Mund- und Rachenraum gehören ebenfalls zum Krankheitsbild eines systemischen Lupus erythematodes. Blutgerinnungsstörungen erhöhen das Risiko auf Thrombosen.

In zwei Drittel aller auftretenden Lupus-Fälle sind die Nieren betroffen. Lupus kann schwere Nierenentzündungen verursachen. Häufig führt eine Erkrankung der Nieren zu erhöhtem Blutdruck und regelmäßig auch zum Nierenversagen.
Es kann zu Herzbeutelentzündungen kommen, zu wiederkehrenden Rippenfellentzündungen und sogar das zentrale Nervensystem kann vom systemischen Lupus befallen werden. Dies führt bei den Betroffenen zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Depressionen, epileptischen Anfällen und Sensibilitätsstörungen. Heftige Kopfschmerzen kündigen oftmals einen neuen Schub an.

Diagnose des systemischen Lupus erythematodes

Anhand der auftretenden Beschwerden und durch weitere spezifische Ultraschall-, Labor- und Gewebeuntersuchungen kann ein systemischer Lupus erythematodes diagnostiziert werden. Grundsätzlich müssen mehrere typische Symptome gleichzeitig vorhanden und im Blut müssen spezielle Antikörper (Autoantikörper) nachweisbar sein, um die Diagnose Lupus erythematodes abzusichern.

Vorbeugungsmaßnahmen bei SLE

Weil als mögliche Auslöser der Krankheit Situationen gelten, die erhöhten Stress für das Immunsystem bedeuten, sollten Betroffene in folgenden Situationen besonders aufmerksam sein und müssen mit einem Krankheitsschub rechnen:

bei starker Sonneneinstrahlung, zum Beispiel am Meer oder im Gebirge,
bei Klimawechsel, eventuell noch durch eine Zeitzonenumstellung begleitet,
in den ersten Wochen nach der Entbindung,
bei der Einnahme von Hormonpräparaten,
bei starken körperlichen oder seelischen Belastungen,
bei Virusinfekten, die starke Autoimmunreaktionen hervorrufen,
bei Medikamenteneinnahme oder auch bei lokalen Betäubungsmitteln (beispielsweise bei Zahnbehandlungen).

Therapiemöglichkeiten

In der Regel wird systemischer Lupus erythematodes mit Medikamenten behandelt. Hierbei werden entzündungshemmende Mittel wie Cortison, Antimalariamittel und Immunsuppressiva, die das überaktive Immunsystem bremsen, eingesetzt. Nur noch selten führt man ergänzend eine Plasmapharesebehandlung durch, bei der die Antikörper dem Blut entzogen werden. Aktuell gelten monoklonale Antikörper, die gezielt in die körpereigene Antikörperproduktion eingreifen, als vielversprechend.

Wesentlich ist auch die Normalisierung von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten, um das Risiko auf Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) zu minimieren. Krankengymnastische Übungen verbessern die Beweglichkeit der Gelenke. Die Therapien müssen immer individuell an die Ausprägung und den Verlauf der Krankheit angepasst werden. Lupus erythematodes ist bis jetzt nicht heilbar, es kommen aber auch lange Phasen ohne Krankheitsaktivität vor. Trotzdem ist für die Betroffenen auch eine psychologische Betreuung wichtig und hilfreich, vor allem während schwerer und häufiger Krankheitsschübe oder bei chronischem Verlauf der Erkrankung. Viele hilfreiche Informationen erhalten Lupus-Patienten auch bei der Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft e.V. im Internet.

Quelle: Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft e.V., Stand: 15. September 2013

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