Mittwoch, 20. Mai 2015


Wer an COPD leidet, hat ein erhöhtes Risiko für
einen plötzlichen Herztod
(Foto: absolutimages - fotolia.com)


Patienten, die an COPD leiden, haben ein stark erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod.


Patienten mit COPD sollten regelmäßig auf Herz- und Gefäßkrankheiten untersucht werden. Menschen, die an dieser chronisch obstruktiven Lungenerkrankung leiden, haben nämlich ein stark erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod. Das ergaben gemeinsame Forschungen des Erasmus MC Rotterdam und der Universität Gent. Für die Studie wurden Daten aus der Rotterdamer ERGO-Studie verwendet.

Gefahr durch plötzlichen Herztod
Plötzlicher Herztod kommt weltweit häufig vor und beschert Angehörigen eine erhebliche psychische Belastung, wenn ein Familienmitglied plötzlich stirbt. Die Studie, die im »European Heart Journal« erschien, zeigt, dass COPD-Patienten ein stark erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod haben. COPD ist eine häufige Erkrankung der Lunge vor allem bei Älteren sowie Rauchern oder Ex-Rauchern. In Deutschland leiden schätzungsweise etwa 6,8 Millionen Menschen an COPD und jeder vierte Todesfall geht auf das Konto der Lungenkrankheit.

COPD: Hauptursache Rauchen
COPD ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, die durch langanhaltende Aussetzung gegenüber Reizstoffen wie Zigarettenrauch verursacht wird. Die Krankheit sorgt für dauernde Entzündungsreaktionen in den Lungen, die sich in Beschwerden äußern wie anhaltendem Husten, übermäßige Schleimproduktion und Kurzatmigkeit. Die Entzündungen bei COPD beschränken sich in der Regel nicht nur auf die Lunge, sondern befallen auch andere Organe. Dadurch werden die Lebensqualität und die Lebenserwartung von COPD-Patienten stark eingeschränkt.

Vorbeugende Maßnahmen nach Screening möglich
In der ERGO-Studie untersuchten die Forscher bei 15.000 Senioren, ob plötzlicher Herztod bei COPD-Betroffenen häufiger vorkommt als bei gesunden Gleichaltrigen. Dies ließ sich anhand der Daten bestätigen. Das Risiko für plötzlichen Herztod war vor allem erhöht bei COPD-Patienten, deren Diagnose mehr als fünf Jahre zurücklag. Auch bei COPD-Patienten, die oft Verschlechterungen während ihrer Krankheit erfuhren, war ein erhöhtes Risiko festzustellen. Grund für dieses Risiko ist wahrscheinlich der chronische und zunehmende Sauerstoffmangel im Körper und die damit verbundenen Veränderungen an Herz und Blutgefäßen. Vorbeugende Maßnahmen sind laut den Wissenschaftlern denkbar. Das können Medikamente wie Betablocker oder Implantate, die den Herzschlag regulieren, sein. Aber dafür ist es notwendig, dass COPD-Patienten regelmäßig auf Herz- und Gefäßkrankheiten untersucht werden, plädieren die Forscher.

Quelle: Lies Lahousse , Maartje N. Niemeijer , Marten E. van den Berg , Peter R. Rijnbeek , Guy F. Joos , Albert Hofman , Oscar H. Franco , Jaap W. Deckers , Mark Eijgelsheim , Bruno H. Stricker , Guy G. Brusselle: Chronic obstructive pulmonary disease and sudden cardiac death: the Rotterdam study. European Heart Journal Apr 2015, DOI: 10.1093/eurheartj/ehv121

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